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3 SAT
05:30
R: Susanne Freitag... Das Moulin Rouge ist das wohl bekannteste Revuetheater der Welt. 1889 gegründet, galt es zunächst als frivole und unschickliche Lasterhöhle, in der sich die Pariser Boheme traf. Heute ist es ein knallhart durchstrukturiertes Unternehmen. 400 Mitarbeiter bereiten täglich das Amüsierprogramm vor, 1700 Gäste kommen jeden Abend, das Theater gilt als größter Champagner-Konsument ganz Frankreichs. In eigenen Werkstätten werden Schuhe gefertigt, die Federräder und Kostüme genäht. Größe und Gewicht der Tänzerinnen sind vorgeschrieben – nur so lässt sich der perfekte Can Can tanzen, der das Moulin Rouge weltberühmt machte.
05:40
R: Theo Koll... Auf den Straßen von Paris tost der Verkehr, und es drängen sich Menschenmassen. Ganz anders hoch oben. Dort finden sich stille Winkel, auf die nur selten das Auge einer Kamera fällt. Auf den Dächern finden sich blühende Dachgärten, den neugierigen Blicken von außen verborgen, Cafés und exklusive Penthouse-Wohnungen. Dazwischen ragen berühmte Kirchen wie Notre Dame oder der stählerne und doch so filigrane Eiffelturm in den Himmel.
06:00
Tausende Burgen und Schlösser thronen im Südwesten, Zeugnisse der Kleinstaaterei und des Konkurrenzkampfes zwischen den einstigen Feudalherren. Die luftige Reise beginnt in der Eifel auf dem Dach von Schloss Bürresheim: Spezialisten decken es neu ein, mit Mosel-Schiefer aus dem nahe gelegenen Bergwerk. Heinerich Haan sorgt in 400 Metern Tiefe dafür, dass nur die besten Steine ausgewählt werden. Am Deutschen Eck in Koblenz erinnert die Festung Ehrenbreitstein an preußische Wehrhaftigkeit am Mittelrhein. Im Mittelrheintal sind in früheren Jahrhunderten gebaute und später verfallene Burgen zur Zeit der Romantik mit viel Phantasie wieder aufgebaut worden. Die Marksburg in Braubach aber ist echt, sie überdauerte als einzige hier unzerstört das kriegerische Mittelalter. Auf ihren Zinnen lehrt Christian Bott die Fechtkunst. Flussaufwärts wurde Burg Pfalzgrafenstein strategisch günstig mitten in den Rhein gebaut, um Reisenden Wegzoll abzuverlangen. Zwölf Zollstellen gab es allein zwischen Mainz und Koblenz. Ein Abstecher führt an die Saar, wo Schloss Saareck vom Bestreben der Industriellen zeugt, den Adligen in Sachen Wohnkomfort nicht nachzustehen. Am Rande des Pfälzerwalds thront das Hambacher Schloss, wo demonstrierende Demokraten erstmals die Deutschland-Flagge hissten. Weiter südlich zeigt Schloss Schwetzingen, wie die pfälzischen Kurfürsten mit der Pracht von Versailles konkurrierten. Heute ist Katharina Keller gekürte Königin von Schwetzingen, sie zieht royales Gemüse: den Spargel. Über die Heidelberger Schlossruine führt die Reise zu einem echten Prinzen, Prinz Nikolaus von Ratibor. Der findige Geschäftsmann baute sein Familienanwesen zu einem luxuriösen Tier-Hotel um. Über Schloss Ludwigsburg verwandelt Markus Katterle 1,5 Tonnen Schwarzpulver in ein Feuerwerk, so pompös wie zu Zeiten des Barock. Auf der Schwäbischen Alb ließen die Württemberger Herrscher rassige Araberpferde züchten – in Zukunft auch von Julia Neumann. Die Berlinerin lässt sich zur Pferdewirtin ausbilden. Unweit des Gestüts ragt Schloss Lichtenstein über die Alb – erbaut als Schatzkammer für die Sammlungen des Grafen von Württemberg ist es selbst zum architektonischen Juwel geworden. Rüdiger Widmann kümmert sich bewaffnet mit Pinsel und Pinzette um den Erhalt. Die Burg Hohenzollern war und ist Stammsitz der Hohenzollern-Dynastie, die den letzten deutschen Kaiser stellte. Nur wenige Flugminuten weiter liegt Schloss Sigmaringen, Amtssitz der schwäbischen Hohenzollern. Dem Fürsten zu Ehren wurde eine Torte kreiert, die bis heute zu besonderen Anlässen serviert wird. Gebacken wird sie in der Hof-Konditorei in Laufnähe zum Schloss, wo Charlotte Hasler das filigrane Konditorhandwerk lernt. Die Reise endet am Bodensee über Schloss Mainau.
06:45
Immerhin über die Hälfte des deutschen Südwestens formt sich aus Berg-Plateaus und Mittelgebirgen. Der Entdeckungsflug beginnt in der Eifel. Vulkanausbrüche türmten dort gewaltige Krater auf. Der Regen der Jahrtausende hat sie in idyllische Seen verwandelt. Der Kraterrand eignet sich hervorragend für die Abflüge des Trierer Gleitschirmfliegers Axel Kalenborn. Für ihn kann nichts entspannender sein, als die Welt aus der Vogelperspektive zu erkunden. Die Reise führt entlang der Weinhänge der Mosel ins Mittelrheintal, wo der Hunsrück steil zum Rhein abfällt. Um die meistbefahrene Güter-Schienentrasse Europas vor Steinschlag zu schützen, werden Ziegen in die Hänge getrieben. Den Wildwuchs, der mit seinen Wurzeln Steine lösen könnte, knabbern sie einfach weg. Die Hirtin Myriam Dieterich schickt ihre Herde bei Oberwesel selbst in die steilsten Lagen. Über den Hunsrück geht die Reise ins Saarland. Hier gewinnen Bergleute wertvolles Quarzit, das über die Saar abtransportiert wird. Saaraufwärts geht es in den Pfälzerwald, wo ein für die Wissenschaft errichteter Turm aus Holz das europaweit größte zusammenhängende Waldgebiet überragt. Anschließend geht es hinauf auf die Schwäbische Alb. Bis zu 400 Meter türmt sich hier der Kalkstein auf, durchlöchert von einem verschlungenen Höhlensystem. Es ist das Reich von Hans-Martin Luz, der bewaffnet mit einer Stirnlampe 25 000 Jahre Erdgeschichte durchklettert. Der Schwarzwald ist das höchste Mittelgebirge Deutschlands und zieht – ob in der warmen oder kalten Jahreszeit – tausende Touristen an. Die Reise endet am Kaiserstuhl. Auch hier haben vulkanische Aktivitäten sanfte Mittelgebirge geschaffen – und zugleich den sonnigsten Flecken Deutschlands, ein Paradies für Winzer.
07:30
Rhein, Mosel, Neckar, Donau und Saar – Flüsse sind Lebensadern. An ihren Ufern entstanden die ersten Siedlungen, und seit jeher nutzt sie der Mensch als Nahrungsquelle und Transportweg. Deshalb versucht er auch seit jeher, die Flüsse in ein gerades Bett zu zwingen und so zu beherrschen. Doch er scheitert bis heute an ihrer Naturgewalt. Eine wechselvolle Beziehung also, von der der Film – aus ungewöhnlicher Perspektive – erzählt. Er beginnt mit einem kleinen, aber umso wilderen Fluss: der Wutach im Schwarzwald. Am Ende der letzten Eiszeit grub sie sich ihr Bett in einer spektakulären Schlucht. Die Tier-und Pflanzenwelt darin erinnert an einen Urwald mitten in Deutschland. Nicht weit davon entfernt liegt bei Donaueschingen das Quellgebiet der Donau. Noch sieht man dem bescheidenen Bächlein nicht an, das daraus einmal ein mächtiger Strom werden wird. Schon 600 vor Christus wählten die Kelten ein Hochplateau an der Oberen Donau bei Hundersingen als Siedlungsplatz. Archäologen haben dort spannende Funde gemacht: Bernstein aus dem Norden und Keramik aus dem Mittelmeerraum beweisen, dass die Kelten von der Heuneburg die Donau als Transportweg in weit entfernte Regionen nutzten. Flüsse waren die Fernstraßen der Antike. Heute gleicht manch ein Fluss fast schon einer Autobahn, allen voran der Rhein, die verkehrsreichste Wasserstraße Europas. Der Karlsruher Ingenieur Johann Gottfried Tulla schuf im 19. Jahrhundert mit seiner Rheinbegradigung die Grundlage für die industrielle Nutzung des Flusses. Auch als Nahrungsquelle hat der Fluss noch lange nicht ausgedient. Zwei Brüder aus Karlsruhe erlernen den Beruf des Rheinfischers, weil es wieder Großfische zu fangen gibt. Ebenfalls ein Bruderpaar macht sich bei Bad Mergentheim die Wasserkraft der Tauber zu Nutze. Ihre Mühle produziert nicht nur Mehl, sondern auch Strom und verbindet so Tradition und Moderne. In Lehmen an der Mosel versucht ein ehemaliger Fischer hingegen, dem Fluss, der seine Familie über Generationen ernährte, etwas zurückzugeben: Er rettet ausgewachsene Aale vor den tödlichen Turbinen der Staustufen.
08:10
Im Südwesten Deutschlands liegt jeder dritte deutsche See. In luftigen Höhen geht es diesmal an den Bodensee, an die Maare der Vulkaneifel und an die Westerwälder Seenplatte. Der Bodensee, das schwäbische Meer, entstand, als vor 12 000 Jahren die letzten Eiszeitgletscher schmolzen. An seinen Ufern entstand die größte Siedlungsdichte der prähistorischen Zeit. Der Bodensee lieferte den Menschen der Jungsteinzeit Trinkwasser und Nahrung. Seen prägen auch das Gesicht einer Landschaft. Dabei sind sie wahre Verwandlungskünstler. In den Mooren kämpft das Land noch mit dem Wasser – und behält meistens die Oberhand. Im Wurzacher Ried hilft der Biber bei der Renaturierung des stillgelegten Torf-Abbaus. Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Die Westerwälder Seenplatte etwa ist einem Grafen zu verdanken, der im 17. Jahrhundert einen Fischteich nach dem anderen graben ließ. Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoir wie die Primstalsperre im Saarland oder als Stromquelle wie der Schluchsee, der als Pumpspeicherwerk auch Strom speichern kann. Eher unauffällig, aber sehr beliebt sind Seen, die ihre Entstehung dem Bagger verdanken. Durch Kiesabbau füllten sich ihre Löcher mit Grundwasser, und die Gemeinden in der Nachbarschaft bekamen so ihre Freizeit-Seen. Etliche dieser Baggerseen liegen entlang des Rheins. Einige Seen des Südwestens sind Fenster in die Erdgeschichte wie die Maare der Vulkaneifel, deren Krater sich mit Wasser gefüllt haben. Andere Seen sind interessant dank der Menschen, die sie nutzen. Der Klosterfischer Ansgar Hehenkamp am Laacher See hat einen Arbeitsplatz, um den ihn viele beneiden. Wenn er frühmorgens seine Netze einholt, wird er eins mit der Natur und seinen Vorgängern, die in der Steinzeit mit Netzen aus Frauenhaar die Felchen aus dem See holten. Auf der schwäbischen Alb sucht der Höhlenforscher Lutz Gehring unterirdische Seen, die im Karstgebirge der Alb ein Netzwerk bilden. Eine ganz andere Sicht auf den See hat Kirsten Söller, die im Burkheimer Baggersee am Fuße des Kaiserstuhls neue Schwimmanzüge im Design einer Meerjungfrau testet und mittlerweile sogar davon lebt.
08:55
S: Christian Wüstenberg, Silke Schranz; R: Christian Wüstenberg, Silke Schranz... Doku über die deutsche Nordseeküste mit eindrucksvollen Bildern aus der Vogelperspektive., Überraschend abwechslungsreich zeigen sich Inseln, Wattenmeer, Flüsse und ihre Bewohner auf den Panoramaaufnahmen einer einzigartigen Landschaft, die zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Von Emden in Ostfriesland bis Sylt, die Elbe hoch bis Hamburg geht die Reise, gedreht mit einer High-Definition-Helikopterkamera, die einst für (klar!) die CIA entwickelt wurde., Thementag: Wunderwelt Erde.
10:25
R: Ruth Omphalius, Charles Colville... Feuer ist das Element, das die Menschen am meisten fürchten. Kein Verbot wird so häufig ausgesprochen wie: Du sollst nicht mit dem Feuer spielen!. Feuer bedroht und ermöglicht Leben zugleich. Die vierteilige Reihe stellt die vier Urkräfte der Erde vor: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Kein Entwicklungsschritt des Menschen war nicht von mindestens einem dieser Elemente beeinflusst. Dirk Steffens macht sich auf die Suche – als erstes nach dem Feuer. Ganz gleich, ob die Feuerwehr ausrückt, um Keller auszupumpen oder Türen zu öffnen – beim Klang der Sirenen hat jeder zunächst das Bild eines brennenden Hauses im Kopf. Berichte von Flächenbränden in Kalifornien, Australien oder rund ums Mittelmeer verstärken die Angst vor dem Feuer als zerstörerische Kraft. Feuer ist aber auch das Element, das der Menschheit immer wieder Impulse für neue Entwicklungen gab. Schon unseren frühesten Vorfahren schenkte es Wärme, Schutz vor Tieren und die Möglichkeit, Nahrung zu kochen. Brennmaterialien wie Holz, Holzkohle, Steinkohle und Öl sorgten dafür, dass immer neue Technologien erfunden werden konnten. Heute hängt unsere gesamte Zivilisation letztlich von der Verbrennung von Materialien ab, also vom Feuer. Das Verhältnis der Menschen zum Feuer ist vielschichtig. Wie viel verdanken wir diesem Element tatsächlich? Dirk Steffens Suche führt ihn sogar mitten durchs Feuer.
11:10
R: Ruth Omphalius, Charles Colville... Um dem Element Erde wirklich nah zu kommen, begibt sich Dirk Steffens unter die Erdoberfläche in die dunklen Tiefen unseres Planeten. Nicht nur Wasser und die Entdeckung des Feuers waren nötig, um Hochkulturen entstehen zu lassen und die Entwicklung des Menschen entscheidend voranzubringen, sondern auch die Geschenke des Elementes Erde. Gemeint sind damit außer dem fruchtbaren Ackerboden, der es bereits frühen Zivilisationen erlaubte, sesshaft zu werden und Landwirtschaft zu betreiben, auch Gesteine und Metalle aus dem Erdinneren. In Ghana beispielsweise lässt sich Dirk Steffens in eine Goldmine hinab, in der das edle Metall noch wie vor Jahrtausenden in schweißtreibender Handarbeit abgebaut wird. Das Risiko, in den schmalen, nur durch Bambusstreben gesicherten Schächten verschüttet zu werden, ist groß. Trotzdem dringen Menschen seit Jahrtausenden in immer größere Tiefen vor. Kein Metall regt die Fantasie des Menschen so an wie Gold, trotzdem beeinflusste ein anderes Geschenk der Erde die Entstehung von frühen Hochkulturen viel stärker: Kupfer. Aus Kupfer und Zinn stellten unsere Vorfahren Bronze her. Und mit energiereicheren Brennmaterialien gelang es vor 3000 Jahren schließlich, Eisen zu schmelzen. Die Nutzung dieser Metalle erlaubte es den Menschen, vielfältige Werkzeuge für immer komplexere Arbeitsbereiche herzustellen und ihre Siedlungen mit immer effektiveren Waffen zu verteidigen. Die Bedeutung der Metallherstellung für die Entwicklung des Menschen ist vielfältig und viel umfassender als man bisher angenommen hat. Metalle fanden die frühen Bergleute überall dort, wo die Ränder der Kontinente aufeinandertreffen. Dort steigen heiße Materialien aus dem Erdinneren an die Oberfläche, zum Beispiel metallhaltige Gesteine. Sie lagern sich in geringen Tiefen ab und können vom Menschen abgebaut werden. Metallfunde wurden zum weiteren wichtigen Faktor bei der Entstehung früher Zivilisationen. Es könnte sogar sein, dass bereits die Bronze-Produktion den internationalen Seehandel nötig machte. Als vor rund 3000 Jahren die Bronzeherstellung in Schwung kam, stieg der Bedarf an Kupfer und Zinn in den großen Städten immer weiter an. Viele dieser Metallzentren lagen im Mittelmeerraum, wo man zwar über ausreichend Kupfer, aber viel zu wenig Zinn verfügte. Bergbaufachleute suchten überall in der damals bekannten Welt nach neuen Zinnfundorten und reisten auf wackeligen Holzbooten bis nach Großbritannien und Skandinavien, um den begehrten Rohstoff zu finden. Ein Volk, das damals offenbar zu den Global Playern im Zinnhandel gehörte, waren die Minoer. Von ihren Stamminseln Kreta und Santorini aus beherrschten sie ein gewaltiges Handelsimperium. Siedlungsorte in der Nähe von Plattengrenzen bergen allerdings auch Gefahren: Vor rund 3500 Jahren brach der Vulkan auf Santorini aus und zerstörte die herausragende Händlergesellschaft, die zuvor von den Schätzen der Erde enorm profitiert hatte. Neben Vulkanausbrüchen gehören auch Erdbeben zu den Risiken, die Gesellschaften eingehen, wenn sie nahe an Plattengrenzen siedeln. Die jüngsten Ereignisse im japanischen Fukushima machen deutlich, wie verheerend starke Beben auch für heutige Zivilisationen sein können. Ein Blick auf die 20 bevölkerungsreichsten Metropolen der Welt zeigt jedoch, dass die Hälfte von ihnen auf seismisch aktiven Plattengrenzen errichtet wurden. Offenbar überwiegen selbst im 21. Jahrhundert die Vorteile des Standortes. Wasser, Bodenschätze und mineralreiche Böden für die Landwirtschaft sorgen für Wohlstand. Selbst dort, wo Wissenschaftler schwere Beben für die unmittelbare Zukunft vorhersagen, wachsen die Städte weiter. Dirk Steffens besucht unter anderem eines der modernsten Bauwerke der Türkei, den neuen U-Bahntunnel in Istanbul, der unter dem Bosporus hindurchführen soll. Er gilt als erdbebensicher und wird parallel zu einer der gefährlichsten seismischen Zonen der Welt verlaufen.
11:55
R: Ruth Omphalius, Charles Colville... Das Vorhandensein von Wasser legt selbst heute noch fest, wo Menschen leben können und wo nicht. Betrachtet man die Erde vom Weltall aus, so scheint es reichlich Wasser zu geben. Dirk Steffens' zweiter Teil der Reise beginnt dort, wo man den Wert des Wassers am höchsten zu schätzen weiß: mitten in der Wüste. Nirgendwo sonst wird die Abhängigkeit von diesem besonderen Element so deutlich wie dort. Drei Viertel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, es verleiht dem Planeten seine charakteristische blaue Farbe. Die größte Menge ist für den Menschen bislang jedoch völlig nutzlos: Mehr als 97 Prozent der Wasservorkommen sind salziges Meerwasser. Meerwasser kann weder als Trinkwasser noch zum Bewässern von Nutzpflanzen verwendet werden. Von dem winzigen Rest Süßwasser hängt auch heute noch das Überleben der Menschheit ab.
12:35
Die Luft ist das Element, dem wir normalerweise am wenigsten Beachtung schenken. Obwohl wir kaum etwas so dringend benötigen wie die Luft zum Atmen, denken wir kaum über sie nach. Dass die Bewegungen der Luftmassen rund um den Planeten für den Aufstieg und Fall großer Reiche verantwortlich sein könnten, ist eine These, die Wissenschaftler erst seit Kurzem diskutieren. Dirk Steffens geht ihr auf dem schnellsten Segelschiff der Welt nach. Schon gleich zu Beginn der Sendung saust er mit über 100 Stundenkilometern über die Wellen des Ozeans und spürt die Macht dieses Elements. Wind scheint etwas völlig Chaotisches zu sein. Betrachtet man seine Bewegungen jedoch aus einer globalen Perspektive über einen längeren Zeitraum, erkennt man, dass bestimmte Windsysteme konstanten Routen rund um den Globus folgen. Und diese regelmäßigen Luftbewegungen sind für zahlreiche klimatische Besonderheiten unseres Planeten verantwortlich. Beispielsweise lassen bestimmte Windsysteme Wüsten entstehen, indem sie die Feuchtigkeit einer Region kontinuierlich in eine andere Weltgegend transportieren. Über Jahrtausende stellten Wüsten für den Menschen unüberwindbare Barrieren dar. Weder Hitze noch Wassermangel schränkten das Reisen so stark ein wie der Einfluss des Windes. Die Luftmassen verändern die Dünen einer Wüstenlandschaft ohne Pause, sodass eine Orientierung in dem wogenden, sich ständig neu formenden Sandmeer ohne moderne technische Hilfsmittel fast unmöglich ist. Zivilisationen konnten sich in der Wüste nur dort entwickeln, wo neben Wasser auch Orientierungspunkte zur Verfügung standen – entlang der Karawanenwege. Solche Siedlungen profitierten davon, dass jeder Reisende gezwungen war, einen ganz bestimmten Weg durch das Meer aus Sand zu nehmen. Meist kamen die Ressourcen großer Wüsten jedoch anderen Regionen zugute. Beispielsweise verdankt Zentralchina seine erfolgreiche Landwirtschaft ganz und gar dem Wind, der mineralreichen Sand aus den Wüsten Gobi und Taklamakan bringt. Dieses luftige Sand-Förderband ermöglichte es China schon früh, Millionen von Menschen zu ernähren. Die Voraussetzung für die Entstehung einer großen Zivilisation war geschaffen. Für viele Hochkulturen stand am Anfang ihrer Existenz der Wind als Zulieferer von Regen oder fruchtbarem Boden. In anderen Regionen der Welt verhinderte der Wind allerdings Ackerbau und Viehzucht. In Australien beispielsweise verbinden sich alle vorherrschenden Winde zu einer riesigen Spirale, die sich gegen den Uhrzeigersinn rund um den gesamten Kontinent dreht. Feuchtigkeit und Sand werden dem Boden hier fast völlig entzogen und erst im umliegenden Meer wieder freigesetzt. Eine landwirtschaftliche Nutzung war unter diesen Umständen unmöglich, die Ureinwohner Australiens blieben Jäger und Sammler. Mit der Erfindung des Segelschiffs änderte sich die Rolle des Windes für die Entwicklung des Menschen. Nun schufen die um die Erde strömenden Luftmassen nicht länger Barrieren, die den Lebensraum früherer Kulturen eingrenzten, vielmehr ermöglichten die Winde nun die Eroberung des gesamten Planeten.
13:20
Terra X geht – zehn Jahre nach Planet Erde – gemeinsam mit der BBC auf eine atemberaubende Weltreise, um extreme Lebensräume und ihre Bewohner in ihrer Einzigartigkeit zu dokumentieren. Auftakt der Reihe bilden die Inseln. Vom Meer umgeben, entwickelten sie Welten für sich. Sie sind Heimat hoch spezialisierter Wildtiere. Ob Wüsteneiland, Gletscher – oder Vulkaninsel: Durch ihre Isolation sind eigenständige Lebensformen entstanden. Internationale Kamerateams haben sich drei Jahre lang auf härteste Herausforderungen eingelassen, um diese geheimnisvolle Welt aus nächster Nähe zu erfassen. Mit Drohnen durchdringen sie Wälder und Schluchten, mit Kamerafallen, superstarken Teleobjektiven und Hochgeschwindigkeitskameras dokumentieren sie erstmals bislang unentdeckte und kaum wahrnehmbare Abläufe. 117 Drehreisen gingen durch 40 Länder. In 2089 Drehtagen testeten die Teams ihre Limits. Auf Madagaskar konnten sie Lemuren mit Fakir-Qualitäten beobachten: Larven-Sifakas, die mehrere Meter weit von Dornenstrauch zu Dornenstrauch springen, ohne sich zu verletzen. Eine ungewöhnliche Fähigkeit, die ihnen ihr Überleben sichert. Nur sie erreichen die exklusiven Futterplätze in luftiger Höhe. Um einen beinahe echten Drachen vor das Objektiv zu bekommen, mussten die Teams zu einigen der über 17 000 Inseln des Archipels Indonesiens reisen. Die größte und furchterregendste noch lebende Echse ist der Komodowaran. Er hatte vier Millionen Jahre lang Zeit für seine Entwicklung. Diese gigantischen Inseldrachen liefern sich heftige Kämpfe. Auf der Weihnachtsinsel führen die eingeschleppten Gelben Spinnerameisen einen chemischen Vernichtungsfeldzug gegen die Roten Inselkrabben. Zeuge eines dramatischen, noch nie gesehenen Wettlaufs ums Überleben wird das Team auf Fernandina. Kaum ist eine kleine Meerechse geschlüpft, jagen ganze Rudel von Galapagos-Nattern das Junge. Auf Zavodovski Island im Südpolarmeer beweisen Zügelpinguine Todesmut, um unter Einsatz ihres Lebens bei mörderischer Brandung auf Futtersuche für ihren Nachwuchs zu gehen. Inseln bieten in ihrer Isoliertheit Heimat für Arten, die nur in einer bestimmten Region, einem Archipel oder gar auf einer einzigen Insel leben. Daher kommen etwa 20 Prozent der Vogel-, Reptilien – und Pflanzenarten auf Inseln vor, obwohl diese weniger als ein Sechstel der Erdoberfläche ausmachen. Durch die oft hermetische Abgeschiedenheit reagieren die kleinen Welten und ihre Bewohner auf plötzliche Eingriffe von außen höchst empfindlich. Etwa 80 Prozent aller während der vergangenen Jahre ausgestorbenen Arten waren Inselarten.
14:20
Wüsten zählen zu den lebensfeindlichsten Gebieten der Erde. Dennoch behaupten sich geniale Anpassungskünstler in diesen extremen Arealen. Löwen setzen ihr Leben aufs Spiel bei der Giraffenjagd, Bussarde gehen in Gruppen zwischen tödlichen Kakteenstacheln auf Beutezug, Fledermäuse liefern sich Kämpfe mit Skorpionen. Um in dieser rauen Umgebung überleben zu können, bedarf es außergewöhnlicher Strategien. Wüsten bedecken etwa ein Drittel der Landmasse unseres Planeten. Die extremen Bedingungen verlangen den dort lebenden Tieren alles ab. Nahrung und Wasser sind knapp und fehlen zeitweise vollständig. Flughühner transportieren daher Wasser aus über 100 Kilometern Entfernung im Brustgefieder zu ihren Jungen. Nebeltrinkerkäfer machen eine Art Morgen-Yoga, um in genau gestylter Körperhaltung die Luftfeuchte an ihren Körpern kondensieren zu lassen. Chamäleons stillen ihren Durst, indem sie die betankten Käfer einfach fressen. Wüstenelefanten haben sich körperlich an die klimatischen Verhältnisse angepasst. Sie sind etwas kleiner und leichter, haben längere Beine und größere Füße und finden Wasserlöcher, die sie einst selbst gegraben haben, nach vielen Jahren wieder. Löwen wagen sich auch an sehr große Beute wie Giraffen heran, weil andere Tiere schwierig aufzufinden sind. Dabei riskieren sie ihr Leben, denn ein Tritt einer Giraffe kann eine Raubkatze töten. Erstmals gefilmt wurden die Jagd von Wüstenlangohr-Fledermäusen nach tödlichen Skorpionen in der Wüste Negev und der Wanderzug eines Super-Schwarms biblischen Ausmaßes von Milliarden Wüstenheuschrecken.
15:05
Die Rockys, die Anden, der Himalaja: Gebirgsregionen sind diesmal die Schauplätze der sechsteiligen BBC-Co-Produktion. An schwer zugänglichen Plätzen lockten Filmteams Bewohner in die Kamerafalle: den Nubischen Steinbock, eine Grizzly-Familie (o.) und gut getarnte Schneeleoparden. „Terra X“.
15:50
„Terra X“ präsentiert Entdeckungen im Dschungel: Die erst 2014 beschriebenen Araguaia-Delfine, Jaguare, die Kaimane fangen, Frösche, die in Ninja-Manier ihren Nachwuchs verteidigen, akrobatische Lemuren und Leuchtpilze, die den Waldboden mystisch illuminieren. Ausflug in magische Welten.
16:30
Überflutungen, Schnee, Feuer, Sandstürme und extreme Temperaturen: Die Graslandbewohner von Afrika über Südamerika bis Sibirien müssen zäh sein, um zu überleben.
17:15
Leoparden in Mumbai, Hyänen in Harar, Wanderfalken in New York, Starenschwärme in Rom: Der ?letzte Teil? der „Terra X“-Reihe über extreme Lebensräume zeigt, wie sich wilde Tiere in Städten eingerichtet haben. Die wohl frechsten Bewohner sind Rhesusaffen, die in Jaipur ganze Viertel beherrschen.
18:00
R: Jan Haft... Einst war ganz Mitteleuropa von dichten Urwäldern bedeckt, doch diese Zeiten sind vorbei, nur wenige grüne Inseln haben überdauert. Mythos Wald erzählt die Geschichte dieser letzten Oasen. Für den Film von den Machern der weltweit ausgezeichneten Produktion Die Wiese wurden Teile der Ausrüstung sogar eigens angefertigt, um mit sehr langen Zeitraffern, extremen Zeitlupen und neuen Makrooptiken Phänomene zu zeigen, die das Auge nicht sieht. So sieht man den Tanz der Lebermoose oder wie der Blütenstaub der Haselnuss durch den Wald weht. Mythos Wald ist eine opulente Reise in eine Welt, die wir zu kennen glaubten und nun nie wieder mit denselben Augen sehen werden. Der römische Autor Tacitus schrieb einst über den mitteleuropäischen Wald: Die Bäume waren so gewaltig, dass die Legionäre unter ihren Wurzeln hindurch reiten konnten. Doch diese Wälder sind lange verschwunden. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass selbst die Wälder in einem Nationalpark fern von echten Urwäldern sind. Nachdem die großen Pflanzenfresser wie Bison und Auerochse ausgerottet waren, haben wir ein Biotop verloren, das artenreicher war als jedes andere in Mitteleuropa. Die Sendung zeigt auf, wie dieses Paradies, das wir einst verloren haben, zurückgewonnen werden kann. Noch immer ist der Wald der Lebensraum für eine Vielzahl von Tier – und Pflanzenarten, die Bühne für die großen und kleinen Dramen der Natur: Der Film zeigt Füchse, die im Frühjahr unter der Erde ihre Jungen bekommen, und verspielte Welpen, die noch tapsig ihren Bau verlassen. Auch die Erlebnisse einer Wildschwein-Rotte werden dokumentiert.
18:45
R: Jan Haft... Die Macher des weltweit ausgezeichneten Films Die Wiese schaffen mit spezieller Kameratechnik ein völlig neues Bild des Waldes und erklären das enge Netzwerk zwischen unzähligen von Arten. Eindrucksvolle Bilder halten fest, wie ein Hirschkalb aufwächst, wie sich eine Fuchsfamilie durchschlägt und wie sich der Wald nach vermeintlicher Zerstörung durch einen Waldbrand oder den Borkenkäfer wieder regeneriert und artenreicher als je zuvor empor wächst. Im Herbst beginnt dann das Buhlen um die Weibchen: Krachend stoßen die Geweihkronen der Hirsche aufeinander, und auch die Wildschweinkeiler kämpfen aggressiv. Aber es gibt auch die kleinen Kämpfe, die genauso erbittert geführt werden, so etwa zwischen zwei Hirschkäfern.
19:30
R: James Honeyborne... Ein Wetterphänomen beherrscht ganz Südostasien von Tibet bis nach Australien: der Monsun. Er bringt Regenzeiten mit den größten Niederschlagsmengen der Erde, aber auch Trockenperioden. In seinem Einflussgebiet hat er der gesamten Natur seinen Stempel aufgedrückt. Aber der Monsun hat auch die Kulturen im Fernen Osten mitgestaltet. Die Dokumentation führt in eine Welt, die dem gewaltigen Wettersystem völlig unterworfen ist. Der Film steht ganz im Zeichen der Zeit vor dem großen Regen, der Jahreszeit, die von den australischen Aborigines Gunumeleng genannt wird: Noch ist es trocken im tropischen Norden des Kontinents, Wasser ist Mangelware. Flughunde versammeln sich am Roper River, der aus unterirdischen Quellen gespeist wird und auch um diese Zeit Wasser führt. Doch wo sie ihren Durst löschen, lauern auch Krokodile auf Beute. Die Hitze in Australien ist einer der Gründe für die Entstehung des Monsuns: Die heiße Luft über der riesigen Landmasse steigt auf, feuchte Luft vom Meer wird angezogen. Immer mehr Wolken türmen sich auf, bis sie sich endlich in heftigen Gewitterschauern ergießen. Doch bevor der erlösende Regen endlich kommt, droht dem ausgedörrten Land zusätzlich Gefahr: Immer wieder werden verheerende Buschfeuer durch Blitzschlag aus Trockengewittern ausgelöst. Weiter nördlich, auf der indonesischen Insel Sumatra, folgt auch das Leben der Orang-Utans dem Rhythmus des Monsuns. Die Muttertiere kennen ihren Lebensraum genau, sie wissen nicht nur, wo in ihrem Wald die Bäume stehen, die in der Trockenzeit essbare Früchte tragen, sie haben auch eine Art Kalender im Kopf, wo genau verzeichnet ist, wann es sich lohnt, die einzelnen Bäume aufzusuchen. Ein junger Orang-Utan bleibt jahrelang bei seiner Mutter und lernt von ihr auch andere nützliche Dinge, zum Beispiel, wie man ein großes Blatt als Regenschirm verwendet, wenn die schweren Niederschläge kommen. Für die Tiger in Zentralindien ist die Zeit vor den Monsunregen günstig, um ihre immer hungrigen Jungen mit genügend Nahrung zu versorgen: Ihre bevorzugte Beute, die Axishirsche, müssen sich in der Nähe der wenigen verbleibenden Wasserstellen aufhalten, um nicht zu verdursten. Doch die Hirsche haben ein Frühwarnsystem entwickelt: Sie äsen gern gemeinsam mit Hanuman-Languren. Die Affen sehen die Tiger oft frühzeitig und warnen die Axishirsche vor dem Angriff der Großkatzen. Mit eindrucksvollen Bildern zeigt die Sendung die Macht dieses großräumigen Wettersystems, seine Auswirkungen auf Asien und Australien, auf Tier und Mensch. So auch Holi, das Fest der Farben, eine der ältesten Feierlichkeiten Indiens. Mit diesem Fest möchten die Menschen den Monsun willkommen heißen, jene Kraft, die in der unmittelbar bevorstehenden Regenzeit die durstige und staubige Landschaft mit Wasser reich beschenken soll.
20:15
R: James Honeyborne... Am Höhepunkt des Sommermonsuns regnet es über dem Subkontinent Indien bis zu 17 Tonnen Wasser pro Minute. In Windeseile überzieht sich die ausgedörrte Landschaft mit frischem Grün. Flüsse wie der Mekong schwellen auf ein Vielfaches ihrer Größe an. Für landgebundene Vierbeiner werden die unablässig steigenden Wasserpegel bald zur tödlichen Bedrohung. Die Dokumentation zeigt die lebensbedrohliche und Leben spendende Macht des Monsunregens. Die ersten Regentropfen bringen Erlösung von der langen Trockenheit: Kleine Rinnsale und Tümpel entstehen. Junge Assam-Makaken können hier zum ersten Mal ausgelassen im Wasser planschen, während die älteren Affen im Schlamm nach schmackhaften Schnecken suchen. Für Frösche und Kröten ist jetzt Paarungszeit, in Scharen versammeln sie sich an den Laichplätzen. Grasfresser wie der Axishirsch finden überall frische Halme, Panzernashorn und Elefant tun sich an der Wasserhyazinthe gütlich, und auch für den Lippenbären – das Vorbild für den gemütlichen Balu im Dschungelbuch – bricht eine Zeit des Überflusses an. Die Zeit der Monsunregen ist auch die Zeit der Fiebermücken und der Malaria. Zwei Wochen nach Beginn der Regenzeit schlüpfen die ersten Mücken. Ihr Larvenleben haben sie unter Wasser zugebracht, als fliegende Insekten sind sie vollkommen wasserabstoßend. Superzeitlupen-Bilder zeigen: Selbst den Zusammenstoß mit – im Verhältnis – riesengroßen Regentropfen überstehen sie unbeschadet. Der Mekong führt jetzt so viel Wasser, dass er seinen Zulauf, den Fluss Tonle Sap in Kambodscha, in die Gegenrichtung zwingt. Die Wassermassen drängen flussaufwärts. Zahlreiche Fischschwärme erobern dabei neue Lebensräume – und der Tonle-Sap-See schwillt zum größten und fischreichsten Binnensee Südostasiens an. Die traditionellen Fischerdörfer Kambodschas sind auf Stelzen gebaut. Während der Trockenheit erreicht man die Hütten über lange Leitern – jetzt reicht das Wasser bis vor die Haustür. Aber der Mekong bringt nicht nur Nahrung für Fischerdörfer und Schlangenhalsvögel, er verteilt auch Schlick über das Land und sorgt damit wieder für frisch gedüngte Reisfelder. Der Kaziranga-Nationalpark im indischen Bundesstaat Assam ist einer der letzten Lebensräume des Panzernashorns. Hier ist es der Brahmaputra, der alljährlich Teile des Nationalparks überschwemmt und nährstoffreichen Schlamm ablagert. Das Elefantengras wird fast fünf Meter hoch, neben den Dickhäutern finden auch Wasserbüffel und Schweinshirsche reichlich Nahrung. Doch am Höhepunkt der Regenzeit, wenn der Pegel des Brahmaputra unbarmherzig steigt, müssen sie nicht selten um ihr Leben schwimmen.
20:55
R: Kathryn Jeffs... Monsun ist nicht gleich Regen. Das Wetterphänomen hat noch ein Gesicht: die langen Phasen der Dürre. Die Dokumentation zeigt, wie der Monsun das Dasein der Tier – und Pflanzenwelt bestimmt. In dieser Zeit sorgt der Monsun etwa in Australien für verheerende Brände, weiter nördlich, in Asien, stellen Tier – und Pflanzenwelt ihren Lebenszyklus gänzlich auf den Monsun ein. Alle Lebewesen müssen in dieser Phase ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Sehr gut angepasst an die erschwerten Bedingungen während der Dürreperiode sind die wilden Wellensittiche in Australien. In der Mitte des fünften Kontinents, dem Lebensbereich der kleinen grün-gelben Vögel, herrscht fast durchgängig Trockenheit. Nur sehr selten dringen Regenfälle bis dorthin vor. Nahrung finden die Wellensittiche in nährstoffreichen Samen. Um ihren Durst zu stillen, müssen sie weite Strecken zurücklegen. Zu Tausenden suchen sie dabei nach künstlichen Wasserlöchern. Wellensittiche, aber auch andere Vögel oder etwa Kängurus, werden von den Oasen in der Wüste, die zumeist Nutztieren als Tränke dienen sollen, schier magnetisch angezogen. Die Präsenz der Sittiche lockt aber auch Fressfeinde an: Es sind Falken, die in den Schwärmen nach Beute jagen. Das nasse Vergnügen ist für die Wellensittiche daher nicht ohne Gefahr. Ebenfalls nicht ungefährlich sind Dürre und Hitze für die Hirschziegenantilopen Indiens. Im Gegensatz zu den meisten Tieren weicht diese Antilopenart der stechenden Sonne nicht aus – stattdessen veranstalten die jungen Böcke mit dem teils schwarz gefärbten Fell in der Gluthitze ein besonderes Schauspiel: Nur wenn es ihnen gelingt, einen kleinen Streifen Grasland in der prallen Sonne gegen Konkurrenten zu verteidigen, haben sie auch Aussicht auf Paarung. In der brütenden Hitze, für die ebenfalls der Monsun verantwortlich ist, stehen sich die rivalisierenden Böcke gegenüber. Es geht bei diesen Kämpfen jedoch nicht nur um das Vorrecht auf die Antilopenweibchen – es geht genau genommen um Leben und Tod. Denn zusätzlich zu den Rivalen müssen sich die Böcke vor einer weiteren Gefahr in Acht nehmen: vor indischen Wölfen. Diese observieren gelassen das Wetteifern der Böcke – und halten Ausschau nach verletzten oder erschöpften Tieren.
21:40
R: Kathryn Jeffs... Die Sundainseln nördlich von Australien, die größtenteils zu Indonesien gehören, kommen zweimal im Jahr in den Genuss ausgiebiger Regenfälle. Davon profitiert auch die Tierwelt. Die Schopfmakaken auf Sulawesi etwa finden Nahrung im Überfluss – was ihnen ermöglicht, friedlich zusammenzuleben. Der Film zeigt aber auch, wie der Monsun das Leben der Menschen in seinem Einflussbereich bestimmt. Die Schopfmakaken auf der indonesischen Insel Sulawesi sind im Norden der Insel heimisch. Diese Makaken-Art ist vor allem für ihr Verhalten bekannt: Die Affen pflegen einen liebevollen Umgang miteinander. Sie leben friedlich oft in Gruppen von mehr als 100 Tieren zusammen, werfen einander Kusshändchen zu, umarmen einander und zeigen auch Artgenossen, die nicht zu ihrer Stammfamilie zählen, ihre Zuneigung. Einen Grund für diese ausgeprägte Friedfertigkeit sehen Wissenschaftler im Wirken des Monsuns. Er sorgt dafür, dass die Schopfmakaken auf Sulawesi immer ausreichend nahrhafte Früchte vorfinden. Sie müssen nicht so viel Energie in die Nahrungssuche investieren, vielmehr nutzen sie ihre Zeit, um Freundschaften zu pflegen. Der Lebensraum der Orang-Utans, der Dschungel auf der Nachbarinsel Borneo, profitiert ebenfalls vom Monsun. Auch hier sind die tiefgrünen Regenwälder üppig, sie beherbergen eine reichhaltige Tier – und Pflanzenwelt. Die Orang-Utans sind aber trotzdem in ihrer Existenz bedroht – denn auch hier werden die Regenwälder abgeholzt. Begehrt ist das Land, weil hier riesige Palmölplantagen entstehen. Der Bedarf nach diesem pflanzlichen Öl, das etwa in Lebensmitteln oder in Waschpulver enthalten ist, ist weltweit enorm gestiegen. Auf der Strecke bleiben die Orang-Utans. Ihr Lebensraum sind Baumkronen – und die Ölpalmen haben keine Äste. Doch mittlerweile gibt es Projekte, mit Hilfe derer die gestrandeten Menschenaffen in den Regenwald zurückgebracht werden. So versuchen einige Bewohner der Monsunregion auf Borneo, den Schaden wieder gut zu machen, den das menschliche Streben nach Profit verursacht.
23:20
R: Ruth Omphalius, Charles Colville... Feuer ist das Element, das die Menschen am meisten fürchten. Kein Verbot wird so häufig ausgesprochen wie: Du sollst nicht mit dem Feuer spielen!. Feuer bedroht und ermöglicht Leben zugleich. Die vierteilige Reihe stellt die vier Urkräfte der Erde vor: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Kein Entwicklungsschritt des Menschen war nicht von mindestens einem dieser Elemente beeinflusst. Dirk Steffens macht sich auf die Suche – als erstes nach dem Feuer. Ganz gleich, ob die Feuerwehr ausrückt, um Keller auszupumpen oder Türen zu öffnen – beim Klang der Sirenen hat jeder zunächst das Bild eines brennenden Hauses im Kopf. Berichte von Flächenbränden in Kalifornien, Australien oder rund ums Mittelmeer verstärken die Angst vor dem Feuer als zerstörerische Kraft. Feuer ist aber auch das Element, das der Menschheit immer wieder Impulse für neue Entwicklungen gab. Schon unseren frühesten Vorfahren schenkte es Wärme, Schutz vor Tieren und die Möglichkeit, Nahrung zu kochen. Brennmaterialien wie Holz, Holzkohle, Steinkohle und Öl sorgten dafür, dass immer neue Technologien erfunden werden konnten. Heute hängt unsere gesamte Zivilisation letztlich von der Verbrennung von Materialien ab, also vom Feuer. Das Verhältnis der Menschen zum Feuer ist vielschichtig. Wie viel verdanken wir diesem Element tatsächlich? Dirk Steffens Suche führt ihn sogar mitten durchs Feuer.
00:00
R: Ruth Omphalius, Charles Colville... Um dem Element Erde wirklich nah zu kommen, begibt sich Dirk Steffens unter die Erdoberfläche in die dunklen Tiefen unseres Planeten. Nicht nur Wasser und die Entdeckung des Feuers waren nötig, um Hochkulturen entstehen zu lassen und die Entwicklung des Menschen entscheidend voranzubringen, sondern auch die Geschenke des Elementes Erde. Gemeint sind damit außer dem fruchtbaren Ackerboden, der es bereits frühen Zivilisationen erlaubte, sesshaft zu werden und Landwirtschaft zu betreiben, auch Gesteine und Metalle aus dem Erdinneren. In Ghana beispielsweise lässt sich Dirk Steffens in eine Goldmine hinab, in der das edle Metall noch wie vor Jahrtausenden in schweißtreibender Handarbeit abgebaut wird. Das Risiko, in den schmalen, nur durch Bambusstreben gesicherten Schächten verschüttet zu werden, ist groß. Trotzdem dringen Menschen seit Jahrtausenden in immer größere Tiefen vor. Kein Metall regt die Fantasie des Menschen so an wie Gold, trotzdem beeinflusste ein anderes Geschenk der Erde die Entstehung von frühen Hochkulturen viel stärker: Kupfer. Aus Kupfer und Zinn stellten unsere Vorfahren Bronze her. Und mit energiereicheren Brennmaterialien gelang es vor 3000 Jahren schließlich, Eisen zu schmelzen. Die Nutzung dieser Metalle erlaubte es den Menschen, vielfältige Werkzeuge für immer komplexere Arbeitsbereiche herzustellen und ihre Siedlungen mit immer effektiveren Waffen zu verteidigen. Die Bedeutung der Metallherstellung für die Entwicklung des Menschen ist vielfältig und viel umfassender als man bisher angenommen hat. Metalle fanden die frühen Bergleute überall dort, wo die Ränder der Kontinente aufeinandertreffen. Dort steigen heiße Materialien aus dem Erdinneren an die Oberfläche, zum Beispiel metallhaltige Gesteine. Sie lagern sich in geringen Tiefen ab und können vom Menschen abgebaut werden. Metallfunde wurden zum weiteren wichtigen Faktor bei der Entstehung früher Zivilisationen. Es könnte sogar sein, dass bereits die Bronze-Produktion den internationalen Seehandel nötig machte. Als vor rund 3000 Jahren die Bronzeherstellung in Schwung kam, stieg der Bedarf an Kupfer und Zinn in den großen Städten immer weiter an. Viele dieser Metallzentren lagen im Mittelmeerraum, wo man zwar über ausreichend Kupfer, aber viel zu wenig Zinn verfügte. Bergbaufachleute suchten überall in der damals bekannten Welt nach neuen Zinnfundorten und reisten auf wackeligen Holzbooten bis nach Großbritannien und Skandinavien, um den begehrten Rohstoff zu finden. Ein Volk, das damals offenbar zu den Global Playern im Zinnhandel gehörte, waren die Minoer. Von ihren Stamminseln Kreta und Santorini aus beherrschten sie ein gewaltiges Handelsimperium. Siedlungsorte in der Nähe von Plattengrenzen bergen allerdings auch Gefahren: Vor rund 3500 Jahren brach der Vulkan auf Santorini aus und zerstörte die herausragende Händlergesellschaft, die zuvor von den Schätzen der Erde enorm profitiert hatte. Neben Vulkanausbrüchen gehören auch Erdbeben zu den Risiken, die Gesellschaften eingehen, wenn sie nahe an Plattengrenzen siedeln. Die jüngsten Ereignisse im japanischen Fukushima machen deutlich, wie verheerend starke Beben auch für heutige Zivilisationen sein können. Ein Blick auf die 20 bevölkerungsreichsten Metropolen der Welt zeigt jedoch, dass die Hälfte von ihnen auf seismisch aktiven Plattengrenzen errichtet wurden. Offenbar überwiegen selbst im 21. Jahrhundert die Vorteile des Standortes. Wasser, Bodenschätze und mineralreiche Böden für die Landwirtschaft sorgen für Wohlstand. Selbst dort, wo Wissenschaftler schwere Beben für die unmittelbare Zukunft vorhersagen, wachsen die Städte weiter. Dirk Steffens besucht unter anderem eines der modernsten Bauwerke der Türkei, den neuen U-Bahntunnel in Istanbul, der unter dem Bosporus hindurchführen soll. Er gilt als erdbebensicher und wird parallel zu einer der gefährlichsten seismischen Zonen der Welt verlaufen.
00:45
R: Ruth Omphalius, Charles Colville... Das Vorhandensein von Wasser legt selbst heute noch fest, wo Menschen leben können und wo nicht. Betrachtet man die Erde vom Weltall aus, so scheint es reichlich Wasser zu geben. Dirk Steffens' zweiter Teil der Reise beginnt dort, wo man den Wert des Wassers am höchsten zu schätzen weiß: mitten in der Wüste. Nirgendwo sonst wird die Abhängigkeit von diesem besonderen Element so deutlich wie dort. Drei Viertel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, es verleiht dem Planeten seine charakteristische blaue Farbe. Die größte Menge ist für den Menschen bislang jedoch völlig nutzlos: Mehr als 97 Prozent der Wasservorkommen sind salziges Meerwasser. Meerwasser kann weder als Trinkwasser noch zum Bewässern von Nutzpflanzen verwendet werden. Von dem winzigen Rest Süßwasser hängt auch heute noch das Überleben der Menschheit ab.
01:30
Die Luft ist das Element, dem wir normalerweise am wenigsten Beachtung schenken. Obwohl wir kaum etwas so dringend benötigen wie die Luft zum Atmen, denken wir kaum über sie nach. Dass die Bewegungen der Luftmassen rund um den Planeten für den Aufstieg und Fall großer Reiche verantwortlich sein könnten, ist eine These, die Wissenschaftler erst seit Kurzem diskutieren. Dirk Steffens geht ihr auf dem schnellsten Segelschiff der Welt nach. Schon gleich zu Beginn der Sendung saust er mit über 100 Stundenkilometern über die Wellen des Ozeans und spürt die Macht dieses Elements. Wind scheint etwas völlig Chaotisches zu sein. Betrachtet man seine Bewegungen jedoch aus einer globalen Perspektive über einen längeren Zeitraum, erkennt man, dass bestimmte Windsysteme konstanten Routen rund um den Globus folgen. Und diese regelmäßigen Luftbewegungen sind für zahlreiche klimatische Besonderheiten unseres Planeten verantwortlich. Beispielsweise lassen bestimmte Windsysteme Wüsten entstehen, indem sie die Feuchtigkeit einer Region kontinuierlich in eine andere Weltgegend transportieren. Über Jahrtausende stellten Wüsten für den Menschen unüberwindbare Barrieren dar. Weder Hitze noch Wassermangel schränkten das Reisen so stark ein wie der Einfluss des Windes. Die Luftmassen verändern die Dünen einer Wüstenlandschaft ohne Pause, sodass eine Orientierung in dem wogenden, sich ständig neu formenden Sandmeer ohne moderne technische Hilfsmittel fast unmöglich ist. Zivilisationen konnten sich in der Wüste nur dort entwickeln, wo neben Wasser auch Orientierungspunkte zur Verfügung standen – entlang der Karawanenwege. Solche Siedlungen profitierten davon, dass jeder Reisende gezwungen war, einen ganz bestimmten Weg durch das Meer aus Sand zu nehmen. Meist kamen die Ressourcen großer Wüsten jedoch anderen Regionen zugute. Beispielsweise verdankt Zentralchina seine erfolgreiche Landwirtschaft ganz und gar dem Wind, der mineralreichen Sand aus den Wüsten Gobi und Taklamakan bringt. Dieses luftige Sand-Förderband ermöglichte es China schon früh, Millionen von Menschen zu ernähren. Die Voraussetzung für die Entstehung einer großen Zivilisation war geschaffen. Für viele Hochkulturen stand am Anfang ihrer Existenz der Wind als Zulieferer von Regen oder fruchtbarem Boden. In anderen Regionen der Welt verhinderte der Wind allerdings Ackerbau und Viehzucht. In Australien beispielsweise verbinden sich alle vorherrschenden Winde zu einer riesigen Spirale, die sich gegen den Uhrzeigersinn rund um den gesamten Kontinent dreht. Feuchtigkeit und Sand werden dem Boden hier fast völlig entzogen und erst im umliegenden Meer wieder freigesetzt. Eine landwirtschaftliche Nutzung war unter diesen Umständen unmöglich, die Ureinwohner Australiens blieben Jäger und Sammler. Mit der Erfindung des Segelschiffs änderte sich die Rolle des Windes für die Entwicklung des Menschen. Nun schufen die um die Erde strömenden Luftmassen nicht länger Barrieren, die den Lebensraum früherer Kulturen eingrenzten, vielmehr ermöglichten die Winde nun die Eroberung des gesamten Planeten.
02:15
Terra X geht – zehn Jahre nach Planet Erde – gemeinsam mit der BBC auf eine atemberaubende Weltreise, um extreme Lebensräume und ihre Bewohner in ihrer Einzigartigkeit zu dokumentieren. Auftakt der Reihe bilden die Inseln. Vom Meer umgeben, entwickelten sie Welten für sich. Sie sind Heimat hoch spezialisierter Wildtiere. Ob Wüsteneiland, Gletscher – oder Vulkaninsel: Durch ihre Isolation sind eigenständige Lebensformen entstanden. Internationale Kamerateams haben sich drei Jahre lang auf härteste Herausforderungen eingelassen, um diese geheimnisvolle Welt aus nächster Nähe zu erfassen. Mit Drohnen durchdringen sie Wälder und Schluchten, mit Kamerafallen, superstarken Teleobjektiven und Hochgeschwindigkeitskameras dokumentieren sie erstmals bislang unentdeckte und kaum wahrnehmbare Abläufe. 117 Drehreisen gingen durch 40 Länder. In 2089 Drehtagen testeten die Teams ihre Limits. Auf Madagaskar konnten sie Lemuren mit Fakir-Qualitäten beobachten: Larven-Sifakas, die mehrere Meter weit von Dornenstrauch zu Dornenstrauch springen, ohne sich zu verletzen. Eine ungewöhnliche Fähigkeit, die ihnen ihr Überleben sichert. Nur sie erreichen die exklusiven Futterplätze in luftiger Höhe. Um einen beinahe echten Drachen vor das Objektiv zu bekommen, mussten die Teams zu einigen der über 17 000 Inseln des Archipels Indonesiens reisen. Die größte und furchterregendste noch lebende Echse ist der Komodowaran. Er hatte vier Millionen Jahre lang Zeit für seine Entwicklung. Diese gigantischen Inseldrachen liefern sich heftige Kämpfe. Auf der Weihnachtsinsel führen die eingeschleppten Gelben Spinnerameisen einen chemischen Vernichtungsfeldzug gegen die Roten Inselkrabben. Zeuge eines dramatischen, noch nie gesehenen Wettlaufs ums Überleben wird das Team auf Fernandina. Kaum ist eine kleine Meerechse geschlüpft, jagen ganze Rudel von Galapagos-Nattern das Junge. Auf Zavodovski Island im Südpolarmeer beweisen Zügelpinguine Todesmut, um unter Einsatz ihres Lebens bei mörderischer Brandung auf Futtersuche für ihren Nachwuchs zu gehen. Inseln bieten in ihrer Isoliertheit Heimat für Arten, die nur in einer bestimmten Region, einem Archipel oder gar auf einer einzigen Insel leben. Daher kommen etwa 20 Prozent der Vogel-, Reptilien – und Pflanzenarten auf Inseln vor, obwohl diese weniger als ein Sechstel der Erdoberfläche ausmachen. Durch die oft hermetische Abgeschiedenheit reagieren die kleinen Welten und ihre Bewohner auf plötzliche Eingriffe von außen höchst empfindlich. Etwa 80 Prozent aller während der vergangenen Jahre ausgestorbenen Arten waren Inselarten.
03:15
Wüsten zählen zu den lebensfeindlichsten Gebieten der Erde. Dennoch behaupten sich geniale Anpassungskünstler in diesen extremen Arealen. Löwen setzen ihr Leben aufs Spiel bei der Giraffenjagd, Bussarde gehen in Gruppen zwischen tödlichen Kakteenstacheln auf Beutezug, Fledermäuse liefern sich Kämpfe mit Skorpionen. Um in dieser rauen Umgebung überleben zu können, bedarf es außergewöhnlicher Strategien. Wüsten bedecken etwa ein Drittel der Landmasse unseres Planeten. Die extremen Bedingungen verlangen den dort lebenden Tieren alles ab. Nahrung und Wasser sind knapp und fehlen zeitweise vollständig. Flughühner transportieren daher Wasser aus über 100 Kilometern Entfernung im Brustgefieder zu ihren Jungen. Nebeltrinkerkäfer machen eine Art Morgen-Yoga, um in genau gestylter Körperhaltung die Luftfeuchte an ihren Körpern kondensieren zu lassen. Chamäleons stillen ihren Durst, indem sie die betankten Käfer einfach fressen. Wüstenelefanten haben sich körperlich an die klimatischen Verhältnisse angepasst. Sie sind etwas kleiner und leichter, haben längere Beine und größere Füße und finden Wasserlöcher, die sie einst selbst gegraben haben, nach vielen Jahren wieder. Löwen wagen sich auch an sehr große Beute wie Giraffen heran, weil andere Tiere schwierig aufzufinden sind. Dabei riskieren sie ihr Leben, denn ein Tritt einer Giraffe kann eine Raubkatze töten. Erstmals gefilmt wurden die Jagd von Wüstenlangohr-Fledermäusen nach tödlichen Skorpionen in der Wüste Negev und der Wanderzug eines Super-Schwarms biblischen Ausmaßes von Milliarden Wüstenheuschrecken.
03:55
Die Rockys, die Anden, der Himalaja: Gebirgsregionen sind diesmal die Schauplätze der sechsteiligen BBC-Co-Produktion. An schwer zugänglichen Plätzen lockten Filmteams Bewohner in die Kamerafalle: den Nubischen Steinbock, eine Grizzly-Familie (o.) und gut getarnte Schneeleoparden. „Terra X“.
04:40
„Terra X“ präsentiert Entdeckungen im Dschungel: Die erst 2014 beschriebenen Araguaia-Delfine, Jaguare, die Kaimane fangen, Frösche, die in Ninja-Manier ihren Nachwuchs verteidigen, akrobatische Lemuren und Leuchtpilze, die den Waldboden mystisch illuminieren. Ausflug in magische Welten.
05:25
Überflutungen, Schnee, Feuer, Sandstürme und extreme Temperaturen: Die Graslandbewohner von Afrika über Südamerika bis Sibirien müssen zäh sein, um zu überleben.
06:10
3satTextVision
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Riverboat
12:25
sonntags
13:00
ZIB
13:15
R: Gundi Lamprecht... In Nepal herrscht religiöse Toleranz. Buddhismus und Hinduismus haben sich dort stark vermischt. Es entstand eine einzigartige Form der Religionsausübung, die es nur im Kathmandutal gibt. Die Vermischung geht so weit, dass man den Glauben der Einheimischen oft nur daran erkennen kann, ob sie einen hinduistischen oder buddhistischen Hauspriester beschäftigen. Auch eine Heirat zwischen Buddhisten und Hindus der gleichen Kaste ist unproblematisch. Ein schönes Bonmot lautet wie folgt: Die Newar, wie sich die Bewohner Nepals nennen, antworteten auf die Frage, ob sie denn nun Hindu oder Buddhisten seien, stets mit Ja.
13:25
R: Siegfried Giuliani... Im Mai 1978 hat eine österreichische Expedition mit der Premiere Everest ohne Sauerstoffmaske Alpingeschichte geschrieben. Der Film erzählt nach 40 Jahren die Geschichte dieser Sensation. Unter der Leitung des Tirolers Wolfgang Nairz haben der Südtiroler Reinhold Messner und der Tiroler Peter Habeler als erste Menschen den höchsten Berg der Erde, den 8848 Meter hohen Mount Everest, ohne Sauerstoffmaske bestiegen. Diese extreme Leistung in den Bergen Nepals machte damals Schlagzeilen in aller Welt und gilt bis heute als Meilenstein im Höhenbergsteigen. Die österreichische Expedition war aber nicht nur wegen der Premiere Everest ohne Maske ein Erfolg. Fünf Tage zuvor standen Robert Schauer, Expeditionsleiter Wolfgang Nairz und Kameramann Horst Bergmann als erste Österreicher gemeinsam mit dem nepalesischen Sirdar Sherpa Ang Phu auf dem Mount Everest. Dem Tiroler Franz Oppurg gelang wenige Tage später der erste Gipfel-Alleingang. Neben Oswald Oelz erreichte auch der erste Deutsche, Reinhard Karl aus Heidelberg, den Gipfel des Chomolungma, wie die Tibeter den Everest nennen. Im April 2018 sind die acht noch lebenden Expeditionsteilnehmer ins Khumbu-Tal und in die imposante Bergarena rund um den Everest zurückgekehrt. Messner, Habeler, Nairz und die fünf weiteren Team-Mitglieder von damals erzählen noch einmal die Geschichte über den Sensationserfolg am Dritten Pol.
13:55
R: Hans Peter Stauber, Lutz Maurer, Bernd Seidel, Manfred Gabrielli... Gewaltige 6714 Meter ragt der Kailash in Westtibet in die Höhe. Für Pilger eine Stätte übernatürlicher Kräfte, in der das Göttliche irdische Formen annimmt. So wie die Erde die Sonne umrundet, zieht auch ein Großteil der Pilger um den Kailash, dessen Gipfel aus Ehrfurcht vor den Göttern nicht bestiegen werden darf. Der Film begleitet den österreichischen Abenteurer Sepp Eder auf seiner Pilgerreise. Durch Schluchten und über gewaltige Pässe pilgern alljährlich Tausende Gläubige zu diesem heiligen Berg und umrunden ihn, Körperlänge um Körperlänge in tiefer Ehrfurcht. Höhepunkt dieser Reise über 250 Kilometer ist das Saga-Dawa-Fest. Seit über tausend Jahren ist diese 6714 Meter hohe Pyramide aus Fels und Eis Ziel von unzähligen Pilgern. Heute kommen sie oft schon auf Lkw, früher zogen sie monatelang, oft auch Jahre, zu Fuß aus allen Himmelrichtungen zu diesem heiligen Berg. Nicht um ihn zu besteigen, sondern um ihn in der Kora zu umrunden. Der Sage nach soll hier vor vielen Jahrhunderten der entscheidende Kampf zwischen dem Bön-Schamanen Noro Bonchung und dem buddhistischen Heiligen Milarepa stattgefunden haben. Für die Gläubigsten unter ihnen sind die Anstrengungen dieser Pilgerfahrt selbstverständlich. Sich niederwerfend, Körperlänge für Körperlänge die etwa 54 Kilometer rund um den Berg messend, umrunden sie zwischen 4700 und 5700 Metern Höhe ihr Heiligtum, um sich von ihren Sünden freizumachen.
14:40
R: James Honeyborne... Ein Wetterphänomen beherrscht ganz Südostasien von Tibet bis nach Australien: der Monsun. Er bringt Regenzeiten mit den größten Niederschlagsmengen der Erde, aber auch Trockenperioden. In seinem Einflussgebiet hat er der gesamten Natur seinen Stempel aufgedrückt. Aber der Monsun hat auch die Kulturen im Fernen Osten mitgestaltet. Die Dokumentation führt in eine Welt, die dem gewaltigen Wettersystem völlig unterworfen ist. Der Film steht ganz im Zeichen der Zeit vor dem großen Regen, der Jahreszeit, die von den australischen Aborigines Gunumeleng genannt wird: Noch ist es trocken im tropischen Norden des Kontinents, Wasser ist Mangelware. Flughunde versammeln sich am Roper River, der aus unterirdischen Quellen gespeist wird und auch um diese Zeit Wasser führt. Doch wo sie ihren Durst löschen, lauern auch Krokodile auf Beute. Die Hitze in Australien ist einer der Gründe für die Entstehung des Monsuns: Die heiße Luft über der riesigen Landmasse steigt auf, feuchte Luft vom Meer wird angezogen. Immer mehr Wolken türmen sich auf, bis sie sich endlich in heftigen Gewitterschauern ergießen. Doch bevor der erlösende Regen endlich kommt, droht dem ausgedörrten Land zusätzlich Gefahr: Immer wieder werden verheerende Buschfeuer durch Blitzschlag aus Trockengewittern ausgelöst. Weiter nördlich, auf der indonesischen Insel Sumatra, folgt auch das Leben der Orang-Utans dem Rhythmus des Monsuns. Die Muttertiere kennen ihren Lebensraum genau, sie wissen nicht nur, wo in ihrem Wald die Bäume stehen, die in der Trockenzeit essbare Früchte tragen, sie haben auch eine Art Kalender im Kopf, wo genau verzeichnet ist, wann es sich lohnt, die einzelnen Bäume aufzusuchen. Ein junger Orang-Utan bleibt jahrelang bei seiner Mutter und lernt von ihr auch andere nützliche Dinge, zum Beispiel, wie man ein großes Blatt als Regenschirm verwendet, wenn die schweren Niederschläge kommen. Für die Tiger in Zentralindien ist die Zeit vor den Monsunregen günstig, um ihre immer hungrigen Jungen mit genügend Nahrung zu versorgen: Ihre bevorzugte Beute, die Axishirsche, müssen sich in der Nähe der wenigen verbleibenden Wasserstellen aufhalten, um nicht zu verdursten. Doch die Hirsche haben ein Frühwarnsystem entwickelt: Sie äsen gern gemeinsam mit Hanuman-Languren. Die Affen sehen die Tiger oft frühzeitig und warnen die Axishirsche vor dem Angriff der Großkatzen. Mit eindrucksvollen Bildern zeigt die Sendung die Macht dieses großräumigen Wettersystems, seine Auswirkungen auf Asien und Australien, auf Tier und Mensch. So auch Holi, das Fest der Farben, eine der ältesten Feierlichkeiten Indiens. Mit diesem Fest möchten die Menschen den Monsun willkommen heißen, jene Kraft, die in der unmittelbar bevorstehenden Regenzeit die durstige und staubige Landschaft mit Wasser reich beschenken soll.
15:25
R: James Honeyborne... Am Höhepunkt des Sommermonsuns regnet es über dem Subkontinent Indien bis zu 17 Tonnen Wasser pro Minute. In Windeseile überzieht sich die ausgedörrte Landschaft mit frischem Grün. Flüsse wie der Mekong schwellen auf ein Vielfaches ihrer Größe an. Für landgebundene Vierbeiner werden die unablässig steigenden Wasserpegel bald zur tödlichen Bedrohung. Die Dokumentation zeigt die lebensbedrohliche und Leben spendende Macht des Monsunregens. Die ersten Regentropfen bringen Erlösung von der langen Trockenheit: Kleine Rinnsale und Tümpel entstehen. Junge Assam-Makaken können hier zum ersten Mal ausgelassen im Wasser planschen, während die älteren Affen im Schlamm nach schmackhaften Schnecken suchen. Für Frösche und Kröten ist jetzt Paarungszeit, in Scharen versammeln sie sich an den Laichplätzen. Grasfresser wie der Axishirsch finden überall frische Halme, Panzernashorn und Elefant tun sich an der Wasserhyazinthe gütlich, und auch für den Lippenbären – das Vorbild für den gemütlichen Balu im Dschungelbuch – bricht eine Zeit des Überflusses an. Die Zeit der Monsunregen ist auch die Zeit der Fiebermücken und der Malaria. Zwei Wochen nach Beginn der Regenzeit schlüpfen die ersten Mücken. Ihr Larvenleben haben sie unter Wasser zugebracht, als fliegende Insekten sind sie vollkommen wasserabstoßend. Superzeitlupen-Bilder zeigen: Selbst den Zusammenstoß mit – im Verhältnis – riesengroßen Regentropfen überstehen sie unbeschadet. Der Mekong führt jetzt so viel Wasser, dass er seinen Zulauf, den Fluss Tonle Sap in Kambodscha, in die Gegenrichtung zwingt. Die Wassermassen drängen flussaufwärts. Zahlreiche Fischschwärme erobern dabei neue Lebensräume – und der Tonle-Sap-See schwillt zum größten und fischreichsten Binnensee Südostasiens an. Die traditionellen Fischerdörfer Kambodschas sind auf Stelzen gebaut. Während der Trockenheit erreicht man die Hütten über lange Leitern – jetzt reicht das Wasser bis vor die Haustür. Aber der Mekong bringt nicht nur Nahrung für Fischerdörfer und Schlangenhalsvögel, er verteilt auch Schlick über das Land und sorgt damit wieder für frisch gedüngte Reisfelder. Der Kaziranga-Nationalpark im indischen Bundesstaat Assam ist einer der letzten Lebensräume des Panzernashorns. Hier ist es der Brahmaputra, der alljährlich Teile des Nationalparks überschwemmt und nährstoffreichen Schlamm ablagert. Das Elefantengras wird fast fünf Meter hoch, neben den Dickhäutern finden auch Wasserbüffel und Schweinshirsche reichlich Nahrung. Doch am Höhepunkt der Regenzeit, wenn der Pegel des Brahmaputra unbarmherzig steigt, müssen sie nicht selten um ihr Leben schwimmen.
16:05
R: Kathryn Jeffs... Monsun ist nicht gleich Regen. Das Wetterphänomen hat noch ein Gesicht: die langen Phasen der Dürre. Die Dokumentation zeigt, wie der Monsun das Dasein der Tier – und Pflanzenwelt bestimmt. In dieser Zeit sorgt der Monsun etwa in Australien für verheerende Brände, weiter nördlich, in Asien, stellen Tier – und Pflanzenwelt ihren Lebenszyklus gänzlich auf den Monsun ein. Alle Lebewesen müssen in dieser Phase ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Sehr gut angepasst an die erschwerten Bedingungen während der Dürreperiode sind die wilden Wellensittiche in Australien. In der Mitte des fünften Kontinents, dem Lebensbereich der kleinen grün-gelben Vögel, herrscht fast durchgängig Trockenheit. Nur sehr selten dringen Regenfälle bis dorthin vor. Nahrung finden die Wellensittiche in nährstoffreichen Samen. Um ihren Durst zu stillen, müssen sie weite Strecken zurücklegen. Zu Tausenden suchen sie dabei nach künstlichen Wasserlöchern. Wellensittiche, aber auch andere Vögel oder etwa Kängurus, werden von den Oasen in der Wüste, die zumeist Nutztieren als Tränke dienen sollen, schier magnetisch angezogen. Die Präsenz der Sittiche lockt aber auch Fressfeinde an: Es sind Falken, die in den Schwärmen nach Beute jagen. Das nasse Vergnügen ist für die Wellensittiche daher nicht ohne Gefahr. Ebenfalls nicht ungefährlich sind Dürre und Hitze für die Hirschziegenantilopen Indiens. Im Gegensatz zu den meisten Tieren weicht diese Antilopenart der stechenden Sonne nicht aus – stattdessen veranstalten die jungen Böcke mit dem teils schwarz gefärbten Fell in der Gluthitze ein besonderes Schauspiel: Nur wenn es ihnen gelingt, einen kleinen Streifen Grasland in der prallen Sonne gegen Konkurrenten zu verteidigen, haben sie auch Aussicht auf Paarung. In der brütenden Hitze, für die ebenfalls der Monsun verantwortlich ist, stehen sich die rivalisierenden Böcke gegenüber. Es geht bei diesen Kämpfen jedoch nicht nur um das Vorrecht auf die Antilopenweibchen – es geht genau genommen um Leben und Tod. Denn zusätzlich zu den Rivalen müssen sich die Böcke vor einer weiteren Gefahr in Acht nehmen: vor indischen Wölfen. Diese observieren gelassen das Wetteifern der Böcke – und halten Ausschau nach verletzten oder erschöpften Tieren.
16:50
R: Kathryn Jeffs... Die Sundainseln nördlich von Australien, die größtenteils zu Indonesien gehören, kommen zweimal im Jahr in den Genuss ausgiebiger Regenfälle. Davon profitiert auch die Tierwelt. Die Schopfmakaken auf Sulawesi etwa finden Nahrung im Überfluss – was ihnen ermöglicht, friedlich zusammenzuleben. Der Film zeigt aber auch, wie der Monsun das Leben der Menschen in seinem Einflussbereich bestimmt. Die Schopfmakaken auf der indonesischen Insel Sulawesi sind im Norden der Insel heimisch. Diese Makaken-Art ist vor allem für ihr Verhalten bekannt: Die Affen pflegen einen liebevollen Umgang miteinander. Sie leben friedlich oft in Gruppen von mehr als 100 Tieren zusammen, werfen einander Kusshändchen zu, umarmen einander und zeigen auch Artgenossen, die nicht zu ihrer Stammfamilie zählen, ihre Zuneigung. Einen Grund für diese ausgeprägte Friedfertigkeit sehen Wissenschaftler im Wirken des Monsuns. Er sorgt dafür, dass die Schopfmakaken auf Sulawesi immer ausreichend nahrhafte Früchte vorfinden. Sie müssen nicht so viel Energie in die Nahrungssuche investieren, vielmehr nutzen sie ihre Zeit, um Freundschaften zu pflegen. Der Lebensraum der Orang-Utans, der Dschungel auf der Nachbarinsel Borneo, profitiert ebenfalls vom Monsun. Auch hier sind die tiefgrünen Regenwälder üppig, sie beherbergen eine reichhaltige Tier – und Pflanzenwelt. Die Orang-Utans sind aber trotzdem in ihrer Existenz bedroht – denn auch hier werden die Regenwälder abgeholzt. Begehrt ist das Land, weil hier riesige Palmölplantagen entstehen. Der Bedarf nach diesem pflanzlichen Öl, das etwa in Lebensmitteln oder in Waschpulver enthalten ist, ist weltweit enorm gestiegen. Auf der Strecke bleiben die Orang-Utans. Ihr Lebensraum sind Baumkronen – und die Ölpalmen haben keine Äste. Doch mittlerweile gibt es Projekte, mit Hilfe derer die gestrandeten Menschenaffen in den Regenwald zurückgebracht werden. So versuchen einige Bewohner der Monsunregion auf Borneo, den Schaden wieder gut zu machen, den das menschliche Streben nach Profit verursacht.
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Kulturzeit
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Tagesschau
20:15
Auf Safari in Afrika: Für viele ist das ein unvergessliches Erlebnis – oder ein langgehegter Traum. Kein Kontinent ist so umweht vom Nimbus der Wildheit, keiner so bekannt für seine Tierwelt. In diesen ungezähmten Kontinent entführt der spektakuläre Afrika-Fünfteiler. Dem äußerst trockenen Südwesten Afrikas widmet sich der erste Teil. Wasser bedeutet Leben. Und genau das ist das Problem im Südwesten Afrikas, einem der geologisch ältesten Teile des Kontinents. In der Kalahari mit ihren rätselhaften Feenkreisen sind Wasserstellen, wie sie hier nur sporadisch auftreten, zwangsläufig Treffpunkt aller vom Durst Geplagten – also von Jägern und potenziellen Opfern gleichermaßen. Ironischerweise gibt es eigentlich Wasser im Überfluss – nur ist es unerreichbar. 60 Meter in der Tiefe, am Grund des sogenannten Drachenhauchlochs in Namibia, liegt der größte unterirdische See der Erde. Die gerade einen Tag alten Straußen-Küken müssen die Wasserstelle in der Etosha-Pfanne erreichen, um nicht zu verdursten. Die Altvögel bringen ihre Schar zwar sicher ans Ziel, doch dann ist Vorsicht geboten, sonst werden die Winzlinge im Gedränge von all den anderen durstigen Besuchern noch zertrampelt. Ein kleiner Singvogel, der Drongo, lebt in der Kalahari in einer eigenartigen Symbiose mit den Erdmännchen. Von seinem Ausguck aus warnt er sie vor nahenden Gefahren – doch er missbraucht ihr Vertrauen gelegentlich auch, um sich einen nahrhaften Happen zu erschwindeln. Im Schutz der Dunkelheit versammeln sich ungeahnt viele Spitzmaulnashörner zu einem gesellschaftlichen Event am Wasserloch. Dank modernster Kameratechnik werden die Zuschauer Zeugen ihres Soziallebens, ihrer überraschenden Kontaktfreudigkeit und Zärtlichkeit – doch auch ihrer Misserfolge in Liebesangelegenheiten. Wie aus einem Science-Fiction-Film entstiegen wirken hingegen die fleischfressenden Heuschrecken. Langsam, jedoch unaufhaltsam, klettern sie in die Nester der Webervögel, um sich über die noch wehrlosen Küken herzumachen. Eile ist gar nicht nötig, denn auch wenn die Altvögel ihre Brut verteidigen, haben die Insekten eine wirksame Waffe parat: Sie verspritzen ihr eigenes, scharf riechendes Blut. Dramatisch ist auch das Duell zweier Giraffenbullen um das Vorrecht auf die spärliche Vegetation im Hoanib-Tal. Ihre Hörner sind zwar kurz, doch mit den langen Hälsen können sie zu vernichtenden Schlägen ausholen. Und auch wenn der jüngere Bulle mehr Kraft zur Verfügung hat, ist ihm der Alte doch an taktischer Erfahrung zumindest ebenbürtig.
21:00
Endlos weites Grasland unter sengender Sonne, vereinzelt Schatten spendende Bäume, unzählige Herden immerfort wandernder Gnus, geschmeidige Großkatzen und imposante Elefanten: die Savanne. Unerwartete Begegnungen und überraschende Einblicke garantiert der zweite Teil der spektakulären Dokumentationsreihe Afrika – Der ungezähmte Kontinent. Wer hätte gedacht, dass die wandernden Gnu-Herden ausgerechnet von den kleinen Agamen schon sehnlichst erwartet werden? Genau genommen sind es gar nicht die Gnus selbst, auf die die kleinen Eidechsen warten, sondern die Abermillionen Fliegen, von denen die Herden begleitet werden. Denn so viele Fliegen bedeuten aus Agamen-Perspektive Nahrung im Überfluss. Einige Agamen sind einer lohnenden, wenn auch ziemlich riskanten Form der Fliegenjagd verfallen: Sie pirschen sich vorsichtig an Löwen heran, die nach einer ausgiebigen Fleischmahlzeit Siesta halten und ebenfalls von unzähligen lästigen Fliegen umschwirrt werden. Was die Gnus zu ihrer fortwährenden Wanderung veranlasst, ist die Suche nach immer neuen Weidegründen. Das frische Grün wiederum verdankt seine Existenz nicht zuletzt dem Ascheregen, der aus den nach wie vor aktiven Vulkanen am Ostafrikanischen Grabenbruch niedergeht. Der Nyiragongo ist einer dieser Vulkane; in seinem Krater liegt der größte Lavasee der Erde. Mit einem Durchmesser von 200 Metern gewährt er einen eindrucksvollen Blick auf die feurigen Kräfte, die diesen Teil Afrikas auch unter der Oberfläche unaufhörlich umgestalten. Sodaseen sind eine weitere Besonderheit dieser unruhigen Landschaft. In ihrem alkalischen Wasser ist kaum Leben möglich, doch spezielle Algen gedeihen auch hier, und diese Algen verleihen nicht nur den Seen ihre fremdartige Färbung, sondern sind auch die Nahrung für unzählige Flamingos. In Sambia liegt der riesige Bangweulu-Sumpf, sein Name bedeutet wo das Wasser auf den Himmel trifft. In diesem Gebiet brütet der Schuhschnabel, ein seltsam prähistorisch anmutender, großer, grauer Vogel. Der Schnabel der frisch geschlüpften Küken ist so überproportional groß, dass sie mehrere Wochen brauchen, bis sie richtig stehen und den Kopf oben halten können. Wenn die Trockenzeit in Ostafrika ihren Höhepunkt erreicht, brechen oft unvermittelt Feuer aus. Die Brände verwüsten jedes Jahr riesige Flächen, doch auch hier gibt es unvermutete Nutznießer: Bienenfresser, Gabelracken und Drongos stürzen sich waghalsig mitten hinein, um die in Panik fliehenden Insekten zu fangen. Anhaltende Dürre lässt die Wasserlöcher schrumpfen und macht den Flusspferden das Leben schwer. Wenn das Gras verdorrt, müssen sich auch die Elefanten mit vertrockneten Wurzeln und Zweigen begnügen, die sie aus dem trockenen Boden scharren. Doch kommt der ersehnte Regen endlich, verwandelt sich Ostafrika erneut in eine paradiesische Region des Überflusses, in der neue Generationen findiger Überlebenskünstler gedeihen können.
21:45
Kongo – Das starke Herz der Wildnis führt in den tropischen Urwald entlang des Äquators in der Mitte des afrikanischen Kontinents. Dort, wo sich Lebewesen dichter drängen als irgendwo sonst in Afrika, herrscht ein beispielloser Konkurrenzdruck. Jedes Tier – vom Elefanten bis zum Frosch – muss Strategien anwenden, um seinen Platz zu erobern und zu verteidigen. Das Kongobecken umfasst ein Gebiet von der Größe Indiens und erstreckt sich über mehrere Staaten Zentralafrikas. Der Urwald ist hier so dicht, die Vegetation erzeugt so viel Wasserdampf, dass 95 Prozent des Regenwassers aus dem Wald selbst stammen. Der Fluss Kongo, in dem dieses Wasser letztendlich zusammenläuft, ist der wasserreichste Fluss Afrikas und stürzt auf seinem Weg nach Westen in spektakulären Kaskaden durch eines der letzten unerforschten Gebiete auf unserem Planeten. Ausgewaschene Felsüberhänge sind der Lebensraum des Felsenhüpfers. Nur dort baut dieser monogam lebende Vogel mit dem markant gezeichneten Kopf seine regensicheren Lehmnester, und das vermutlich schon seit 44 Millionen Jahren. Raffiniert ist auch die Strategie des Bananenfroschs: Um seine Nachkommen optimal zu versorgen, versiegelt das Männchen nach dem Regen die frisch gelegten Eier seiner Partnerin in einem länglichen Blatt, das er geschickt mit seinen Hinterbeinen zusammenfaltet und verklebt. In Windeseile entwickeln sich die kleinen Kaulquappen in dieser Blatthülse, denn schon der nächste Regen wird den Kleber wieder lösen und sie fortspülen. Große Urwaldbewohner hingegen, wie etwa die Waldelefanten, haben es im Dickicht besonders schwer. Doch auch sie entwickelten Überlebensstrategien: In der Zentralafrikanischen Republik liegt Dzanga Bai, eine riesige Waldlichtung, die die Elefanten selbst abgeholzt haben. Von weit her kommen sie hier zusammen, um ihre sozialen Beziehungen zu pflegen und nach Salz zu schürfen. Die prächtigen Blumen auf dem Waldboden sind nicht minder erfindungsreich: Sie rationieren ihren Nektar und nötigen so die Bienen, mindestens tausend Blüten am Tag anzufliegen und zu bestäuben, um genügend Nektar für ihre Honigproduktion zu sammeln. Diese Bienen haben keinen Stachel, um ihren kostbaren Honigvorrat vor Plünderern zu schützen; sie verbergen ihn deshalb in schwindelerregender Höhe unter der Rinde eines Baumes. Am Strand von Loango in Gabun, wo der Urwald bis an den Atlantischen Ozean reicht, bietet sich in raren Momenten auch für die Dschungelbewohner die Gelegenheit, dem fortwährenden Konkurrenzkampf für kurze Zeit zu entfliehen. Wenn das Flusspferd genüsslich in der Brandung badet und die Rotbüffel und Elefanten sich die salzige Seeluft um die Nasen wehen lassen, kommt nahezu Urlaubsstimmung auf. Doch auch die Tiere wissen, dass diese entspannten Momente die Ausnahme sind. Ihr Leben ist untrennbar mit dem Regenwald verbunden, und eines nach dem anderen kehren sie bald ins Dickicht zurück.
22:30
R: Gunnar Walther... Von 1929 bis 1931 durchquerte der wagemutige Fuhrwerksunternehmer Ludwig Zid mit einem Ford Modell A, Baujahr 1927, Südamerika für eine ungewöhnliche Werbekampagne des Automobilherstellers. Bei seiner spektakulären Tour bewältigte der Österreicher mit seiner Familie und einem Mechaniker die argentinische Pampa, Anden-Pässe, Sümpfe und Regenwälder. Regisseur Gunnar Walther reist die historische Reiseroute anhand von Tagebucheintragungen detailgenau nach. Die angespannte wirtschaftliche Lage in Europa brachte den Wiener Fuhrwerksunternehmer Ludwig Zid dazu, mit seiner Frau Luise und seinem zweijährigen Sohn Kurt nach Südamerika auszuwandern. Zu jener Zeit lief in der Motor City Detroit in den USA die Autoproduktion von Henry Ford auf Hochtouren. Das neue Ford A-Modell kam weltweit auf den Markt und brauchte auch in Südamerika noch eine zugkräftige Werbekampagne. Der abenteuerlustige Ludwig Zid kam genau zur rechten Zeit: Mit seiner Idee einer Südamerikareise mit der ganzen Familie rannte er bei Ford offene Türen ein und bekam einen verlockenden Deal angeboten: Als Werbeträger für das A-Modell sollte er auf eine spektakuläre Expedition gehen. Von Südamerika bis nach Detroit in den USA sollte die Reise gehen, eine halsbrecherische Strecke von nahezu 20 000 Kilometern mit teils unwegsamen Pässen und schmalen Dschungelpfaden. Mit seiner Autotour sollte der neue Wagen als Weltauto präsentiert werden: ein komfortables, modernes Auto, das Familien bisher ungeahnte Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten konnte. Mit der Kampagne für das Ford-A-Modell wollte das Imperium des Autoherstellers an die Erfolge des legendären T-Modells Tin Lizzy anknüpfen, das Henry Ford zu Weltruhm verholfen hatte. Reich und berühmt wollte auch Ludwig Zid werden, dies würde ihm jedoch nur gelingen, wenn alle Mitglieder der Familie Zid und ihr Wagen die riskante Tour unbeschadet überstehen würden. Mit seinen 40 PS und einem geschätzten Durchschnittstempo auf Offroad-Pisten von 20 Stundenkilometern war das Gefährt dem Paar und ihrem Kleinkind fahrender Untersatz und Schlafplatz zugleich. Aufgezeichnet wurden die enormen Strapazen der Reise in Luise Zids Tagebuch, das sich bis heute liest wie ein Abenteuerroman. Die reiseunerfahrene Familie gerät in zahlreiche brenzlige Situationen, bei denen sie immer wieder um ihr Leben bangen muss. Der Film folgt der historischen Reiseroute und konfrontiert die Menschen am Weg mit Fotos und Tagebucheindrücken der Familie Zid. Der Einzige, der für mich etwas Vergleichbares gemacht hat, war Christoph Kolumbus, sagt Oscar Ortega aus Peru, mit dem Unterschied, dass Kolumbus Pferde hatte, diese Familie aber war mit einem Auto unterwegs. Verrückt waren sie aber alle beide. Die Reiseroute der Familie Zid führt von Argentinien über Peru, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko bis nach Detroit, in den USA, wo die einzigartige Reise nach drei Jahren in Henry Fords Motor City endete. Der Dokumentarfilm zeichnet auch ein Bild vom heutigen Lateinamerika, abseits touristischer Pfade. Dabei trifft der Filmemacher Gunnar Walther auf Menschen, denen die Zids aus Österreich bis heute ein Begriff sind.
23:50
R: Doro Plutte... Leben auf dem Hausboot, im Camper oder im Mini-Haus – das klingt nach Abenteuer und Freiheit. Doch wer lebt dauerhaft in einem so ungewöhnlichen Zuhause? 37° begleitet drei Familien, die mobil wohnen: Eine fünfköpfige Familie, die in einen Camper zieht, ein junges Paar, das ein Haus auf 25 Quadratmetern baut, und eine Familie, die auf dem Wasser lebt.
00:15
10 vor 10
00:45
Willkommen Österreich
01:35
Die Reihe Now & Then – eine lebendige Zeitreise durch den Soundtrack unseres Lebens mit Christina Wolf und Fritz Egner. Die erste Folge führt zurück in Die Achtziger Stars dieses Jahrzehnts wie a-ha und Rick Astley touren wieder durchs Land. Zugleich feiern junge Bands wie Hurts, Chvrches und Drangsal mit dem unverwechselbaren Synthesizer-Sound der Achziger große Erfolge. Doch was ist das Erfolgsrezept dieses Jahrzehnts? Auf der Suche nach den Wurzeln des Achtziger-Revivals besucht Fritz Egner die britische Band Zoot Woman, die als eine der ersten Formationen den Synth-Pop erfolgreich in die heutige Musikszene zurückgebracht und damit viele junge Bands inspiriert hat. Musik-Legende Midge Ure erzählt aus der Zeit, als Synthesizer noch mühsam programmiert werden mussten. Mit seiner Band Ultravox stürmte er Anfang der Achtzigerjahre weltweit die Charts und begründete gemeinsam mit Gruppen wie Depeche Mode und Human League einen komplett neuen Musik-Stil. Es war eine technische Revolution. Unsere Musik klang total anders als die der Beatles oder von Led Zeppelin, erinnert sich Midge Ure. Christina Wolf besucht einen musikalischen Enkel der Achtziger Synth-Pop-Bands: Drangsal. Er hat schon mit 22 Jahren das perfekte Pop-Album geschrieben. Es klingt, als hätten sich Eurythmics mit The Smiths und Depeche Mode musikalisch zusammengetan. Die Folge Die Achtziger unternimmt einen wilden, schneller Ritt durch die Musikgeschichte und beschreibt, wie ein neues Instrument, der Synthesizer, gemeinsam mit einer neuen Art des Fernsehens, MTV, die Musikwelt revolutioniert hat und bis heute beeinflusst.
02:20
Was ist das Erfolgsrezept von Musik Made in Germany? Das wollen Fritz Egner und Christina Wolf wissen – und treffen Lou Bega, die Scorpions und Scooter zum Interview. Besonders in Osteuropa hat die Band Scooter um Frontmann H.P. Baxxter eine riesige Fangemeinde. Fritz Egner besucht die Musiker bei einem Konzert in Budapest Backstage und erfährt, warum Scooter national und international so erfolgreich geblieben sind. Von Deutschland in die USA, von Paraguay bis Südafrika: 2013 war das Jahr von Milky Chance. Ihr Hit Stolen Dance kam aus dem Nichts und hat die junge Band weltweit berühmt gemacht. Christina Wolf kennt Clemens und Philipp schon seit dem Beginn ihrer Karriere und hat sie auf ihrer Tour durch die USA begleitet. Darüber hinaus besuchen Fritz und Christina die legendären Hansa-Studios in Berlin und treffen Lou Bega, den Macher des Megahits Mambo No. 5.
03:05
Was ist das Erfolgsrezept von Musik Made in Germany? Noch einmal tauchen Fritz Egner und Christina Wolf in die deutsche Musikszene ein. Bei der Bear Family, einem der weltweit anerkanntesten Musiklabels, gehen sie der Frage nach, warum Künstler wie Johnny Cash, Marvin Gaye und Diana Ross ihre größten Hits auch auf Deutsch aufgenommen haben. Zusammen mit dem fünften Beatle Klaus Voormann erinnert sich Fritz Egner an die Anfänge der Pilzköpfe, bevor sich die Beatlemania wie ein Lauffeuer ausbreitete. Gemeinsam besuchen Christina Wolf und Fritz Egner die Rocklegenden Klaus Meine und Rudolf Schenker von den Scorpions in ihrem Studio bei Hannover. Oft belächelt und unterschätzt, zählt Frank Farian zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Produzenten der Popgeschichte und hat es sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Für seinen Freund Fritz Egner hat sich der Starproduzent in seiner Wahlheimat Miami noch einmal Zeit genommen, um auf seine Karriere zurückzublicken. Und er will es noch einmal wissen: Für Now and Then lässt er Fritz Egner exklusiv in sein Abschlusswerk hinein hören.
03:50
Elektronische Musik ist ein Massenphänomen. Millionen von Menschen lassen sich auch live von Künstlern wie Jean Michel Jarre, WestBam, Talla 2XLC und Steve Aoki begeistern. Christina Wolf und Fritz Egner treffen die Künstler und gehen dem Phänomen auf die Spur. Die erfolgreichste Single 2016 stammt von Alan Walker. Faded ist der Soundtrack einer neuen Generation von Musikern, die ihre Songs zu Hause am Laptop produzieren. Wegbereiter der elektronischen Musik, wie wir sie heute kennen, sind deutsche Bands wie Kraftwerk und Can. Die beiden Filmautoren treffen sich mit Holger Czukay, Gründungsmitglied von Can und einer der prägendsten deutschen Musikpioniere. Sieben Jahre nach ihrem letzten Album veröffentlicht das Schweizer Kultduo Yello 2016 ein neues Album. Ihre Musik ist mittlerweile Teil der Popkultur. In den Achtzigern waren ihre Musikvideos ihrer Zeit weit voraus. In Berlin haben sie das Video zu ihrer aktuellen Single Limbo gedreht. Fritz Egner war exklusiv am Set mit dabei.
04:35
Diesmal gehen Christina Wolf und Fritz Egner der Frage nach, welche großen Frauen es im Popbusiness geschafft haben und wie sie die Musik und die Gesellschaft geprägt haben. Bei seinem Treffen mit Madonna erzählt die Queen Of Pop Fritz Egner, warum sie nicht möchte, dass ihre Fans sie kopieren. Derweil trifft Christina Wolf auf Shirley Manson, die sich als Sängerin von Garbage in der von Männern dominierten Rockmusik durchgesetzt hat. Christina Wolf trifft außerdem auf Jasmine Thompson. Mit 15 ist sie schon ein Star und hat mit Ain't Nobody einen Welthit gelandet. Wie man sich über Jahrzehnte in der Popmusik halten kann, hört Fritz Egner von Petula Clark. Sie steht seit über 75 Jahren auf der Bühne und hat sicherlich ein paar Tipps für Jasmine.
05:25
Breitwandiger Soul aus Bremen und Hamburg? Das geht, beweist eine swingende groovige Combo, die mit ihrem Mix aus Retro-Soul und Beat aus der Indie-Rockband Trashmonkeys hervorging: Rhonda. Markenzeichen ist die gefühlvolle und ausdrucksstarke, mit einem tollen Vibrato gekrönte Stimme Milones. Zusammen mit der extrem coolen, pointierten und überaus groovigen Band, die einen warmen und entspannten Sound spielt, wird daraus das Klangrezept für Rhonda. Als sich die Gruppe 2012 auflöste, haben sich die vormalige Bassistin und neue Sängerin Milo Milone und drei Bandmitglieder zu neuen Ufern aufgemacht. Als neuer Bassist kam Jan Fabricius hinzu. Der erste Erfolg in England führte das Quintett ins Vorprogramm von Paul Weller, der sich jederzeit für Rhonda stark macht. Mehr Empfehlung geht nicht.
06:10
3satTextVision
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Hart aber fair
11:40
Natur im Garten
12:10
Alles für die Katz – Tierschutzvereine in Not
13:00
ZIB
13:20
R: Rolf J. Möltgen... Weit draußen vor der mittelamerikanischen Küste von Costa Rica ragt die Kokosinsel aus dem Pazifischen Ozean. Der Film taucht ein in die bunte Unterwasserwelt dieser Regenwaldinsel. Rund um die Insel wimmelt es von Meerestieren aller Art. Kaum ein Ziel ist weltweit so bekannt für seine zahllosen Großfische – allen voran Hammerhairudel, Riffhaie und nicht selten Hochseehaie. Während dichte Schnapperschwärme ganze Felsformationen verhüllen, werden draußen im freien Wasser Makrelen von großen Raubfischen auf engem Raum zusammengetrieben. Haie und Thunfische gehen in dieser Ansammlung von Köderfischen gern auf Jagd. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben sich die wendigen Weißspitzenriffhaie auf Beutezug. Mit der Deepsee, einem modernen Forschungs-U-Boot, tauchte der Filmemacher Rolf J. Möltgen auf 400 Meter Tiefe. Dabei gelangen ihm Aufnahmen von seltenen Tiefseefisch – und Hai-Arten.
14:05
Die Ozeane sind der Lebensraum der größten Säugetiere der Welt – der Wale. Leben und Verhalten der Ozeanriesen zu erforschen ist schwierig, denn viele der etwa 80 Walarten sind extrem scheu. Manche davon hat man sogar noch nie lebend gesehen – man kennt sie höchstens von Strandungen; einzelne Schnabelwal-Arten zum Beispiel. Um Wale in freier Wildbahn zu finden und beobachten zu können, startet der Meeresbiologe Oliver Boisseau eine Expedition. Mit einer kleinen Gruppe internationaler Wissenschaftler will er von einem Segelschiff aus im Atlantik Wale finden und ihr Verhalten untersuchen. Seine Idee: Nur anhand der Geräusche, die die Tiere unter Wasser von sich geben, wollen die Forscher sie orten. Modernste Technik und High-Tech-Unterwassermikrofone sollen ihnen dabei helfen. Zwischen Madeira und den Azoren gehen sie auf die Suche. Eine abenteuerliche Reise auf einem besonderen Forschungsschiff – in die faszinierende Welt der größten Säuger der Erde.
14:50
R: Florian Guthknecht... Die letzten Pilotwale des Mittelmeers kämpfen ums Überleben. Der Schiffsverkehr macht ihnen zu schaffen. Forscher versuchen, ihr Verhalten zu erkunden und Schutzgebiete einzurichten. Mitten in der Alboran See – wo sich Atlantik und Mittelmeer treffen – leben die letzten Pilotwale des Mittelmeers. Ricardo Sagarminaga verfolgt die Tiere mit seinem Forschungsschiff Toftewag, um ihre Wanderwege zu verstehen. Nur mit diesem kann er die Tiere schützen – und saisonale Schutzgebiete einrichten. Täglich braucht ein Pilotwal 50 Kilogramm Nahrung, die sich vor allem aus Tintenfischen und Fischen zusammensetzt. Bei der meist nächtlichen Nahrungssuche tauchen Pilotwale in Tiefen bis zu 600 Meter ab.
15:15
R: Florian Guthknecht... Die deutsche Schauspielerin Wolke Hegenbarth ist von der Schönheit von Haien, ihrer Eleganz und ihren Fähigkeiten fasziniert. Sie will etwas für das Überleben der Tiere tun. Denn der Herrscher der Meere zählt zu den am meisten bedrohten Arten unter Wasser. In Kapstadt in Südafrika will Wolke Hegenbarth gegen das Aussterben der Haie kämpfen. Dafür lernt sie das Tauchen. Wolke Hegenbarth trifft gleich bei ihrem ersten Tauchgang auf einen über vier Meter langen Sandtigerhai, wird von neugierigen Robben umlagert und hilft Biologen, den niedlichen Katzenhai zu retten. Jetzt erst traut sie sich an den Hai der Haie, den Weißen Hai – mit einer Spezialkamera kommt es zu einer einzigartigen Begegnung. In fast zweimonatigen Dreharbeiten entstand ein Film mit atemberaubenden Bildern, einer außergewöhnlichen Geschichte und einer außergewöhnlichen Frau. Weit über 100 Millionen Haie werden aus dem Wasser geholt für eine fragwürdige Spezialität – Haifischflossensuppe. Weltweit sind die Bestände durchschnittlich um bis zu 95 Prozent zurückgegangen – eine Bilanz, vernichtender als der Rückgang der Wale.
15:45
R: Florian Guthknecht... Wolke Hegenbarth hat die Faszination Hai nicht mehr losgelassen. auf ihren Spuren reist sie die gesamte südafrikanische Ostküste entlang, die auch die Küste der Haie genannt wird. Unterwegs trifft sie auf den größten Raubhai der Meere, den Tigerhai – und taucht mit ihm ohne Käfig, um ihn mit einem Sender auszustatten. An der Grenze zu Mozambique schwimmt die Schauspielerin mit den sanften Walhaien, den größten Fischen der Erde. Überall begleitet Wolke Hegenbarth Wissenschaftler, die sich mit unglaublichem Engagement für die Haie einsetzen. Wolkes Angst, ihre Hoffnung, ihre Fragen und ihre Erlebnisse vermitteln einen völlig neuen Zugang zu den angeblichen Monstern. Es ist ein poetisches Aufeinandertreffen zweier Extreme: die Schöne und der Hai.
16:15
R: Ulf Marquardt... Der junge Seekuhbulle Hamilton kam nach dem Tod seiner Mutter mit schweren Verletzungen in die Obhut von Tierschützern. Dadurch konnte das Verhalten von Seekühen genau studiert werden. Seekühe sind mit Sicherheit die friedlichsten Kolosse, die die glasklaren Flüsse und die Meeresküsten Floridas bewohnen. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Fressen von Wasserpflanzen. Auf den ersten Blick wirken sie wie übergewichtige Langweiler. Auf den zweiten Blick offenbaren sie sich jedoch als verspielte, intelligente und äußerst aktive Tiere. Besonders agil sind Manatis, wie Seekühe auch genannt werden, vor der Paarung, die vor Hamiltons Geschichte noch nie gezeigt wurde. Mehrere Männchen kämpfen über Wochen um die Gunst eines Weibchens. Früher glaubte man, diese Paarungshorden seien brutale Massenvergewaltigungen. Dank Hamilton weiß man: Viele Männchen müssen sich um die Paarung bemühen, damit jede Menge Testosteron ins Wasser gerät. Nur dann werden die Weibchen überhaupt paarungsbereit. Nach einem Jahr Tragzeit sind die Jungen auf der Welt und wenn dann der Winter hereinbricht, verlassen die Manatis die Küstenregionen, um in den Flüssen Floridas Warmwasserquellen aufzusuchen. Seekühe sehen zwar dick aus, aber ihnen fehlt eine wärmende Speckschicht. Deshalb frieren sie schnell. An einer dieser warmen Quellen, beginnt auch Hamiltons dramatische Lebensgeschichte.
17:00
R: Roland Gockel, Rosie Koch... An der Westküste Irlands leben ganz besondere Delfine. Sie leben allein und suchen die Nähe anderer Tierarten und des Menschen. Ute Margreff will ihr Geheimnis ergründen. Seit Jahren schon verbringt sie jeden Tag viele Stunden im eiskalten Irischen Meer. Dabei hat sie Freundschaft mit Mara geschlossen. Das Delfinweibchen nimmt sie mit in eine fremde Welt, animiert sie zum Spielen und bringt sogar immer wieder Freunde mit. Bei ihren stundenlangen gemeinsamen Tauchgängen mit dem Delfin erfährt Ute Margreff viel über die einzigartigen Meeressäuger. Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass Delfine von Werkzeugen im Wasser Gebrauch machen. Mara aber vollbringt noch eine viel spektakulärere Handlung. Das Delfinweibchen führt seine menschliche Gefährtin zu Blasentang. Das soll das Werkzeug werden. Aber Mara macht das Blasentang-Peeling nicht selbst, sondern fordert Ute Margreff auf, sie mit dem rauen Gewächs abzureiben.
17:45
R: Thomas Behrend... Mondfische sind die größten Knochenfische der Erde. Die bis zu drei Meter großen Giganten kommen in fast allen Weltmeeren vor, dennoch ist so gut wie nichts über sie bekannt. Bis heute rätseln Wissenschaftler, warum Mondfische so merkwürdig geformt sind und wie sie leben. Filmemacher Thomas Behrend begibt sich auf die Suche nach dem seltsamen Meeresbewohner. Bekannt sind einige Superlative: Die Haut des Mondfischs ist mit über zehn Zentimetern die dickste im Tierreich, der Mondfisch ist der größte und nahezu einzige Quallenfresser der Ozeane, und kaum ein anderer Fisch produziert so viele Eier.
18:30
nano
19:00
Anschl.: 3sat-Wetter.
19:20
Kulturzeit
20:00
Tagesschau
20:15
I: Hannes Jaenicke, Karolina Lodyga, Matti Schmidt-Schaller, Bella Bading, Wilfried Hochholdinger, Andreas Guenther, Michael Keseroglu, Alexander Hörbe, Adrian Topol, Stefan Faupel; S: Florian Schumacher, Holger Haase; R: Holger Haase... Hannes Jaenicke als Berliner Bauunternehmer in Not., Karlheinz Kluss (Jaenicke) droht die Pleite, die großen Aufträge schnappt sich die Konkurrenz mit Billigarbeitern aus dem Osten. Daheim muss der gestresste Witwer zwei Kinder versorgen. Da springt die Polin Wanda (Karolina Lodyga) als Kindermädchen ein – entpuppt sich aber rasch als Schwarzarbeiterin… Malocherstory – erst etwas mühsam und zu gewollt, später entspannter.
21:45
Erstausstrahlung.
22:00
ZIB 2
22:25
I: Sara Forestier, James Thiérrée, Louise Szpindel, Mahault Mollaret, Bill Leyshon; R: Jacques Doillon... Erotikdrama von Jacques Doillon („Auguste Rodin“, „Ponette“)., „Der Kampf ist so leise wie ein Tango. Man darf sich nur prügeln, du quatschst zu viel!“, erklärt der wie jeder im Film namenlose Lektor (James Thiérrée) der wüst um sich Schlagenden und Schimpfenden (Sara Forestier)… In „Love Battles – Mein erotischer Ringkampf“ (Alternativtitel) raufen sich die zwei über 100 Min. in einen Sinnesrausch, dazu gibts Küchenpsychologie und Geschwafel satt.
00:05
R: Helen Arnet... Man kennt ihn von seinen Auftritten als Experte für Armuts – und Reichtumsforschung: Ueli Mäder, emeritierter Soziologieprofessor und linkes Urgestein der Schweiz. Noch immer ist Mäder aktiv. 68 – was bleibt?: So heißt Mäders neuestes Buch. Dieselbe Frage stellte der 66-Jährige auch über 100 anderen Exponenten der Bewegung. Reporterin Helen Arnet begleitet Mäder unter anderem zu Verleger Jürg Marquard in dessen Villa Bellavista. Die Musik sei es gewesen, die ihn an der Jugendbewegung fasziniert und 1965 die Musikzeitschrift Pop habe gründen lassen, erzählt Marquard. Weder habe er sich damals vorstellen können, dass man mit einer Musikzeitschrift Geld verdienen könne, noch sei es ihm um Politik gegangen: Ich bin kein politischer Mensch, sagt Marquard im Interview mit Ueli Mäder. Ueli Mäder liebt den Disput mit Andersdenkenden. Seit einer hitzigen Fernsehdebatte trifft er sich beispielsweise regelmäßig mit Markus Somm, dem Chefredakteur und Mitbesitzer der Basler Zeitung. Dieser schätzt die Diskussionen mit Ueli Mäder trotz aller weltanschaulichen und politischen Differenzen. Ueli Mäder ist so etwas wie der Prototyp des Achtundsechzigers. Er war Militärdienstverweigerer, demonstrierte gegen den Vietnamkrieg und für fairen Tourismus in der dritten Welt, war Hausmann, Gründungsmitglied der linken Partei POCH, saß im Basler Großen Rat und lebte über 40 Jahre lang in Wohngemeinschaften. Dort wurden auch seine drei Kinder geboren. Heute wohnt Mäder mit seiner Frau, mit der er seit 1968 liiert ist, in einer Zweizimmermietwohnung im aargauischen Rheinfelden.
00:25
10 vor 10
00:55
R: Rolf J. Möltgen... Weit draußen vor der mittelamerikanischen Küste von Costa Rica ragt die Kokosinsel aus dem Pazifischen Ozean. Der Film taucht ein in die bunte Unterwasserwelt dieser Regenwaldinsel. Rund um die Insel wimmelt es von Meerestieren aller Art. Kaum ein Ziel ist weltweit so bekannt für seine zahllosen Großfische – allen voran Hammerhairudel, Riffhaie und nicht selten Hochseehaie. Während dichte Schnapperschwärme ganze Felsformationen verhüllen, werden draußen im freien Wasser Makrelen von großen Raubfischen auf engem Raum zusammengetrieben. Haie und Thunfische gehen in dieser Ansammlung von Köderfischen gern auf Jagd. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben sich die wendigen Weißspitzenriffhaie auf Beutezug. Mit der Deepsee, einem modernen Forschungs-U-Boot, tauchte der Filmemacher Rolf J. Möltgen auf 400 Meter Tiefe. Dabei gelangen ihm Aufnahmen von seltenen Tiefseefisch – und Hai-Arten.
01:40
Die Ozeane sind der Lebensraum der größten Säugetiere der Welt – der Wale. Leben und Verhalten der Ozeanriesen zu erforschen ist schwierig, denn viele der etwa 80 Walarten sind extrem scheu. Manche davon hat man sogar noch nie lebend gesehen – man kennt sie höchstens von Strandungen; einzelne Schnabelwal-Arten zum Beispiel. Um Wale in freier Wildbahn zu finden und beobachten zu können, startet der Meeresbiologe Oliver Boisseau eine Expedition. Mit einer kleinen Gruppe internationaler Wissenschaftler will er von einem Segelschiff aus im Atlantik Wale finden und ihr Verhalten untersuchen. Seine Idee: Nur anhand der Geräusche, die die Tiere unter Wasser von sich geben, wollen die Forscher sie orten. Modernste Technik und High-Tech-Unterwassermikrofone sollen ihnen dabei helfen. Zwischen Madeira und den Azoren gehen sie auf die Suche. Eine abenteuerliche Reise auf einem besonderen Forschungsschiff – in die faszinierende Welt der größten Säuger der Erde.
02:25
R: Florian Guthknecht... Die letzten Pilotwale des Mittelmeers kämpfen ums Überleben. Der Schiffsverkehr macht ihnen zu schaffen. Forscher versuchen, ihr Verhalten zu erkunden und Schutzgebiete einzurichten. Mitten in der Alboran See – wo sich Atlantik und Mittelmeer treffen – leben die letzten Pilotwale des Mittelmeers. Ricardo Sagarminaga verfolgt die Tiere mit seinem Forschungsschiff Toftewag, um ihre Wanderwege zu verstehen. Nur mit diesem kann er die Tiere schützen – und saisonale Schutzgebiete einrichten. Täglich braucht ein Pilotwal 50 Kilogramm Nahrung, die sich vor allem aus Tintenfischen und Fischen zusammensetzt. Bei der meist nächtlichen Nahrungssuche tauchen Pilotwale in Tiefen bis zu 600 Meter ab.
02:55
R: Florian Guthknecht... Die deutsche Schauspielerin Wolke Hegenbarth ist von der Schönheit von Haien, ihrer Eleganz und ihren Fähigkeiten fasziniert. Sie will etwas für das Überleben der Tiere tun. Denn der Herrscher der Meere zählt zu den am meisten bedrohten Arten unter Wasser. In Kapstadt in Südafrika will Wolke Hegenbarth gegen das Aussterben der Haie kämpfen. Dafür lernt sie das Tauchen. Wolke Hegenbarth trifft gleich bei ihrem ersten Tauchgang auf einen über vier Meter langen Sandtigerhai, wird von neugierigen Robben umlagert und hilft Biologen, den niedlichen Katzenhai zu retten. Jetzt erst traut sie sich an den Hai der Haie, den Weißen Hai – mit einer Spezialkamera kommt es zu einer einzigartigen Begegnung. In fast zweimonatigen Dreharbeiten entstand ein Film mit atemberaubenden Bildern, einer außergewöhnlichen Geschichte und einer außergewöhnlichen Frau. Weit über 100 Millionen Haie werden aus dem Wasser geholt für eine fragwürdige Spezialität – Haifischflossensuppe. Weltweit sind die Bestände durchschnittlich um bis zu 95 Prozent zurückgegangen – eine Bilanz, vernichtender als der Rückgang der Wale.
03:20
R: Florian Guthknecht... Wolke Hegenbarth hat die Faszination Hai nicht mehr losgelassen. auf ihren Spuren reist sie die gesamte südafrikanische Ostküste entlang, die auch die Küste der Haie genannt wird. Unterwegs trifft sie auf den größten Raubhai der Meere, den Tigerhai – und taucht mit ihm ohne Käfig, um ihn mit einem Sender auszustatten. An der Grenze zu Mozambique schwimmt die Schauspielerin mit den sanften Walhaien, den größten Fischen der Erde. Überall begleitet Wolke Hegenbarth Wissenschaftler, die sich mit unglaublichem Engagement für die Haie einsetzen. Wolkes Angst, ihre Hoffnung, ihre Fragen und ihre Erlebnisse vermitteln einen völlig neuen Zugang zu den angeblichen Monstern. Es ist ein poetisches Aufeinandertreffen zweier Extreme: die Schöne und der Hai.
03:50
R: Ulf Marquardt... Der junge Seekuhbulle Hamilton kam nach dem Tod seiner Mutter mit schweren Verletzungen in die Obhut von Tierschützern. Dadurch konnte das Verhalten von Seekühen genau studiert werden. Seekühe sind mit Sicherheit die friedlichsten Kolosse, die die glasklaren Flüsse und die Meeresküsten Floridas bewohnen. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Fressen von Wasserpflanzen. Auf den ersten Blick wirken sie wie übergewichtige Langweiler. Auf den zweiten Blick offenbaren sie sich jedoch als verspielte, intelligente und äußerst aktive Tiere. Besonders agil sind Manatis, wie Seekühe auch genannt werden, vor der Paarung, die vor Hamiltons Geschichte noch nie gezeigt wurde. Mehrere Männchen kämpfen über Wochen um die Gunst eines Weibchens. Früher glaubte man, diese Paarungshorden seien brutale Massenvergewaltigungen. Dank Hamilton weiß man: Viele Männchen müssen sich um die Paarung bemühen, damit jede Menge Testosteron ins Wasser gerät. Nur dann werden die Weibchen überhaupt paarungsbereit. Nach einem Jahr Tragzeit sind die Jungen auf der Welt und wenn dann der Winter hereinbricht, verlassen die Manatis die Küstenregionen, um in den Flüssen Floridas Warmwasserquellen aufzusuchen. Seekühe sehen zwar dick aus, aber ihnen fehlt eine wärmende Speckschicht. Deshalb frieren sie schnell. An einer dieser warmen Quellen, beginnt auch Hamiltons dramatische Lebensgeschichte.
04:35
R: Roland Gockel, Rosie Koch... An der Westküste Irlands leben ganz besondere Delfine. Sie leben allein und suchen die Nähe anderer Tierarten und des Menschen. Ute Margreff will ihr Geheimnis ergründen. Seit Jahren schon verbringt sie jeden Tag viele Stunden im eiskalten Irischen Meer. Dabei hat sie Freundschaft mit Mara geschlossen. Das Delfinweibchen nimmt sie mit in eine fremde Welt, animiert sie zum Spielen und bringt sogar immer wieder Freunde mit. Bei ihren stundenlangen gemeinsamen Tauchgängen mit dem Delfin erfährt Ute Margreff viel über die einzigartigen Meeressäuger. Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass Delfine von Werkzeugen im Wasser Gebrauch machen. Mara aber vollbringt noch eine viel spektakulärere Handlung. Das Delfinweibchen führt seine menschliche Gefährtin zu Blasentang. Das soll das Werkzeug werden. Aber Mara macht das Blasentang-Peeling nicht selbst, sondern fordert Ute Margreff auf, sie mit dem rauen Gewächs abzureiben.
05:20
R: Thomas Behrend... Mondfische sind die größten Knochenfische der Erde. Die bis zu drei Meter großen Giganten kommen in fast allen Weltmeeren vor, dennoch ist so gut wie nichts über sie bekannt. Bis heute rätseln Wissenschaftler, warum Mondfische so merkwürdig geformt sind und wie sie leben. Filmemacher Thomas Behrend begibt sich auf die Suche nach dem seltsamen Meeresbewohner. Bekannt sind einige Superlative: Die Haut des Mondfischs ist mit über zehn Zentimetern die dickste im Tierreich, der Mondfisch ist der größte und nahezu einzige Quallenfresser der Ozeane, und kaum ein anderer Fisch produziert so viele Eier.