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3 SAT
06:00
3satTextVision
06:05
R: Susanne Becker... Die kanadische Küste zwischen Vancouver und Alaska ist eine Landschaft der Sehnsucht: wild, unberührt. Dieses Naturparadies einmal im Leben vom Wasser aus zu erkunden, davon träumen viele. Der Schoner Maple Leaf segelt durch das Labyrinth aus Inseln und Fjorden. Nur eine Handvoll Gäste nimmt er mit in die geheimnisvolle Meeresregion. Auf ihrer magischen Reise erleben sie eine grandiose Natur – und das unvergessliche Fauchen der Buckelwale. Buckelwale kommen im Sommer zum Fressen in die kühlen Gewässer der Inside Passage. Um das Naturparadies tobt ein Streit, denn eine 1000 Kilometer lange Pipeline soll Öl aus den Athabasca-Ölsanden im Norden zum Hafen Kitimat an der Westküste bringen, damit es in großen Mengen nach Asien verschifft werden kann. Die Tanker müssten dann genau durch den Great Bear Rainforest, den letzten Regenwald auf der Nordhalbkugel, dieses unberührte Archipel aus Inseln und Fjorden. Für die wenigen Menschen, die dort leben, eine beängstigende Vorstellung. Die Maple Leaf will diese grandiose Landschaft erlebbar machen, aber nicht stören. Ihre Fahrten sind so umweltschonend und spurenlos, wie das nur möglich ist. Reisende lieben es, den Fisch, den sie auf dieser Tour essen wollen, selbst zu angeln. Landgänge führen in menschenleere Buchten ebenso wie in eine kleine Indianer-Siedlung – Orte, die nur über das Meer erreichbar sind. Oder zu einem Walforscher, dem Deutschen Hermann, der schon als Neunjähriger in Westfalen von Walen träumte und jetzt mit seiner Frau, einer kanadischen Biologin, am einsamen Whale Point jenseits jeglicher Zivilisation die Wale beobachtet und erforscht. Ein so spektakulärer Spot, dass mancher gern noch ein wenig bleiben würde. Die Überraschungen auf dieser Tour entschädigen für schmale Kojen – was zählt, ist das Abenteuer. Und die Faszination, in stillen Buchten zu ankern und an wilden Stränden anzulegen, die Touristen sonst niemals sehen würden.
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Frauen verdienen weniger als Männer, arbeiten Teilzeit, erziehen Kinder und stehen dann mit Renten da, die kaum das Überleben sichern. Der Film stellt Frauen aus drei Generationen vor. Gemeinsam mit Betroffenen und mit Fachleuten aus Wissenschaft und Politik ergründet der Film, wo die Ursachen dafür liegen, welche Kräfte einen Wandel verhindern, und wie Frauen der fatalen Rentenfalle entgehen können. Die durchschnittliche Rente einer Frau beträgt mit 645 Euro 60 Prozent weniger als die eines Mannes. Fast die Hälfte der westdeutschen Frauen, die zwischen 1966 und 1970 geboren sind, werden gerade mal um die 700 Euro monatlich bekommen. Frauen tappen in die Armutsfalle – auch weil der Staat das durch seine Gesetzgebung fördert. Es ist ein Problem, das alle Generationen betrifft: Die Hausfrauen der Wirtschaftswunderjahre, noch mehr jedoch ihre Töchter und ihre Enkelinnen. Filmemacherin Katarina Schickling fragt Bundesfamilienministerinnen aus drei Jahrzehnten – Rita Süssmuth, Renate Schmidt und Manuela Schwesig – warum nach fast einem halben Jahrhundert Debatten ein Problem noch immer so drängend ist, dessen Ursachen ebenso lange auf der Hand liegen. Haben deutsche Politiker tatsächlich jahrzehntelang Gesetze auf den Weg gebracht, die Frauen sehenden Auges in die Armutsfalle treiben? Denn das Problem ist auch strukturell bedingt. Die Alleinverdienerehe wird bis heute durch Ehegattensplitting und beitragsfreie Krankenversicherung für Ehepartner steuerlich hoch subventioniert, nach einer Scheidung jedoch durch das 2008 geänderte Unterhaltsgesetz bestraft. Der Film stellt Rentnerinnen vor, die mehrere Kinder großgezogen haben und wegen ihrer geringen Altersbezüge auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Sie kommen nur mit Spenden und Angeboten wie den kostenlosen Lebensmitteln der Tafeln über die Runden. Ebenso zeigt der Film eine geschiedene Frau aus der Baby-Boomer-Generation, die der Kinder wegen stets Teilzeit gearbeitet hat und sich nun, gebeutelt vom neuen Unterhaltsrecht, das auch bei langjährigen Ehen kaum noch Ausgleichzahlungen vorsieht, um ihren Lebensabend sorgt. Und eine junge Mutter, die erst zu ahnen beginnt, wie hoch der Preis sein kann, den sie für ihren Einsatz zu Hause bezahlen muss. An ihrem Beispiel rechnet der Film genau durch, welche finanziellen Folgen Babypause, Teilzeitarbeit und Mini-Jobs für die Rente haben.
11:00
Kai (54) sucht händeringend Arbeit. Die Visagistin und Reisekauffrau lebt seit zwei Jahren von Hartz IV. Auch Schlosser Martin (53) wurde nach zwanzig Jahren arbeitslos. Frage ans Jobcenter: „Welche Chancen haben Ü50-Jährige?“.
11:40
R: Martin Traxl... In der zweiten Folge begibt sich Lojze Wieser auf kulinarische Spurensuche in die Zentral-Schweiz – von Luzern über Schwyz bis nach Glarus. Er beschäftigt sich mit dem Rüttli-Schwur ebenso wie mit dem heimischen Ziger, erkundet Gegenden, in denen das Brot einst eine Seltenheit war und die Kartoffel schneller heimisch wurde als andernorts. Wieser trifft Sennen, macht Käse und erforscht, wie die Schweizer Söldner fremde Gerichte und Zutaten in die Schweiz brachten. Mit dem 104-jährigen Künstler Hans Erni unterhält er sich nicht nur über die Speisen seiner Kindheit.
12:10
Am Schauplatz Gericht
13:00
ZIB
13:20
R: Dörte Petsch... Helmut Eggers liegt die Population der Störche in Mecklenburg-Vorpommern am Herzen. Doch schon seit einigen Jahren sieht es mit dem Storchenbestand nicht gut aus. Im Frühjahr ist Storchenbetreuer Eggers mit einem Hubsteiger unterwegs, säubert und erneuert die Nester. Jedes Mal hofft er, dass ein Storchenpaar in den vorbereiteten Storchennestern brüten wird. Doch auch in diesem Jahr bleiben viele der Nester unbesetzt. Und dann passiert im Frühsommer auch noch etwas Schreckliches: Als Helmut Eggers die Jungstörche beringen will, liegen viele von ihnen tot in ihren Nestern. Der anhaltende Regen hat ihr Gefieder durchnässt, sodass sie erfroren sind. Das hat er noch nie erlebt. Steffen Hollerbach von der Storchenkate in Preten und Helmut Eggers versuchen, einigen Störchen ein Senderhalsband umzulegen. Sie wollen mehr über die Vogelart wissen, nur dann können sie sie besser schützen. Ihr Plan für das schwierige Unterfangen: Sie wollen mit einer Netzwurfpistole vom Trecker aus die Störche während der Futtersuche auf einer frisch gemähten Wiese fangen und mit einem Sender ausstatten. Doch lange warten die Naturschützer vergebens. Am Ende gelingt es aber, zumindest drei Störchen einen Sender umzulegen. Kurz darauf liefern diese schon die ersten Ergebnisse über das Verhalten der Störche. Helmut Eggers weiß aber auch, dass der beste Storchenschutz in Deutschland wenig nutzt, wenn die Zugvögel am Ende auf ihrem Flug in den Süden umkommen. Zum Teil verenden sie auf ungeschützten Hochspannungsmasten oder landen in manchen Ländern sogar im Kochtopf. Helmut Eggers und Steffen Hollerbach begleiten die mit Sendern ausgestatteten Störche auf ihrer Zug-Route durch Europa. Vor Ort treffen sie sich mit Naturschützern und wollen gemeinsam mit ihnen Strategien entwickeln, damit Störche überall in Europa besser geschützt werden.
13:50
R: Anja Schlegel... Arne Torkler ist Vogelschützer. Er kämpft dafür, dass der scheue Schwarzstorch im Wald Ruhe zum Brüten findet und Windkraftanlagen nicht in der Flugroute eines Rotmilans geplant werden. Sein Fachwissen ist gefragt. Wenn einer weiß, welcher Vogel in Norddeutschland wo fliegt oder brütet, ist es Arne Torkler. Das liegt auch daran, dass er neben seinem Job als Gutachter und Vogelbeauftragter jede freie Minute mit Vogelbeobachtungen verbringt. Eine absolute Lieblingsart von Arne Torkler ist der Sperlingskauz, die kleinste Eule Europas. Wenn der Vogelschützer im Kiefernwald steht und den Ruf nachahmt, kommt der Kauz sofort angeflattert. Schon 20 Reviere der kleinen Eulenart hat Torkler über die Jahre hinweg in Norddeutschland untersucht und kartiert. Die Dokumentation begleitet Arne Torkler bei seinem Einsatz für den Vogelschutz und gibt in beeindruckenden Bildern Einblick in den Lebensraum seltener Arten wie Schwarzstorch und Milan.
14:20
R: Matthias Schuch... Monatelang allein auf einer einsamen Insel leben: Was für viele Menschen ein Traum ist, wird jedes Jahr für einige Freiwillige der Naturschutzorganisation Mellumrat wahr. Jedes Frühjahr reisen sie auf abenteuerlichen Wegen auf die abgeschiedene und streng geschützte Vogelinsel Mellum im Herzen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, um dort zu leben und zu forschen. Manche bleiben nur ein paar Wochen, andere viele Monate. Für alle aber ist es eine Grenzerfahrung, vom Rest der Welt abgeschnitten zu leben. Doch nicht nur die Menschen, die auf Mellum leben und arbeiten, stehen im Mittelpunkt der Dokumentation, sondern vor allem auch die einzigartige Natur selbst: die faszinierende Vogelwelt, die sich im Wechsel der Jahreszeiten stetig im Wandel befindet. Von der Brutsaison im Frühling bis zu den großen Vogelzügen im Herbst verfolgt der Film den Jahreszyklus eines ganzen Ökosystems, einem der letzten Stücke echte Wildnis in Mitteleuropa. Er zeigt beeindruckende Naturaufnahmen und begleitet die Naturschützer und Biologen von der mühseligen Ankunft im Frühjahr bis zur Abreise im Herbst, wenn die kleine Insel wieder in einen Dornröschenschlaf verfällt.
14:50
R: Markus Schmidbauer... Der Falkner Willi Holzer hat sein Leben ganz dem Schutz der Greifvögel verschrieben. Nahezu alle gestrandeten Greifvögel im Großraum München und Freising landen bei ihm. Zuvor werden die Vögel eingehend in der Oberschleißheimer Vogelklinik untersucht und entsprechend behandelt. Gerade im Frühjahr geht es bei Willi Holzer rund. Es ist die Zeit, in der die Greife Nachwuchs haben. In den Stadtparks ausfliegende junge Waldkäuze sitzen tagsüber manchmal am Boden. Diese werden nicht selten von Passanten gefunden und abgegeben. Willi Holzer versucht sie dann wieder zu ihrer Familie zurückzubringen. Oft stürzen in den Städten auch junge Wanderfalken von Nistkästen, die an hohen Türmen angebracht wurden. Auch diese Bruchpiloten versucht der Falkner wieder auszuwildern. Zuvor müssen sie jedoch in seiner Voliere richtig fliegen lernen und gut fressen. Willi Holzer versucht aber vor allem auch, den nach wie vor zahlreichen Nachstellungen, denen Greifvögel ausgesetzt sind, entgegenzuwirken. Als Grundlage dafür kartiert er jedes Jahr die aktuellen Sperber-, Habichts- und Uhu-Horste. Er kontrolliert diese regelmäßig, um gezielte Störungsaktivitäten von Greifvogelgegnern rechtzeitig zu bemerken. Der Falkner sucht auch nach illegalen Fallen oder Gifteiern, die ausgelegt wurden, um Greifvögel zu vergiften.
15:20
R: Christian Herrmann... Sky ist der erste Steinadler, der von einem Falkner trainiert wird, um mit einer Kamera auf dem Rücken über den Alpengipfeln seine Kreise zu ziehen. Der Film zeigt Sky auf seinen Touren. Falkner Martin Reindl hat die ersten zwei Lebensmonate von Sky akribisch dokumentiert. Danach wurde der Vogel im Falkenhof Lenggries trainiert – beginnend mit dem Abtragen: Sky wurde gezähmt und daran gewöhnt, auf der Hand des Falkners zu sitzen. Eine Woche später startete das Flugtraining von Sky. Von Anfang an trug er einen Rucksack auf dem Rücken, in dem später die 320 Gramm schwere Kamera befestigt wurde. Sky lernte zuerst am Brauneck, damit zu fliegen und seine Heimat von oben zu dokumentieren. Ab August kreiste er auch im Karwendel: vom Juifen Richtung Falkenhütte, über dem Ahornboden und dem Rißbach.
15:45
R: Christina Walther... Ein Kranich-Jahr in Mecklenburg-Vorpommern – und zwei engagierte Naturschützer auf ihren Spuren: eine Begegnung mit den Vögeln des Glücks. Im Frühjahr beobachten die Naturschützer, wie die Tiere vom späten Wintereinbruch überrascht werden. Sie sind dabei, als während der Brutsaison das Hochwasser hereinbricht. Im Herbst sammeln sich rund 70 000 Kraniche in den Bodengewässern, um gen Süden zu ziehen.
16:15
R: Christian Herrmann... Jedes Jahr um den 28. April herum kommen die Mauersegler im Kloster Bernried an, erst die Vorhut, drei bis vier flinke Federknäuel, dann, einen Tag später, der Rest der Kolonie. Sie finden trotz der langen Reise von Südafrika zum immer selben Zeitpunkt zurück. Seitdem die Benediktinerinnen dort leben, beobachten sie diese Luftakrobaten, die ihre Nester unter dem Dachstuhl des Klosters haben. Dass dies weiterhin möglich ist, darauf haben die Nonnen auch bei der Renovierung des Klosters 2006 geachtet: Sie ließen besondere Luftschlitze zwischen Dach und Mauerwerk einbauen, um ihre Schützlinge weiterhin zu ihren Nestern zu lassen. Bis Ende Juli, manchmal auch Anfang August, leben die Nonnen und die Mauersegler unter einem Dach, dann ziehen die Vögel wieder auf ihren langen Weg nach Südafrika.
17:00
R: Andrea Rüthlein... Papageienliebe heißt: zärtlich sein, gemeinsam ein Nest bauen, Freunde treffen, dann eine Familie gründen. Ein Film über Brasiliens bunte Papageien in deren natürlichem Lebensraum. Im Morgengrauen zerreißen ihre rauen, durchdringenden Schreie die letzte Dämmerung und verkünden einen neuen Tag in Brasiliens Urwäldern und Savannen: Die Aras sind erwacht. Knallbunt sind die Papageien. Sie sind unmöglich zu überhören und zu übersehen. Der Gelbbrustara etwa hat einen sonnengelben Bauch und einen blauen Rücken, der Grünflügelara, auch Dunkelroter Ara genannt, hat einen roten Kopf, eine rote Brust und rot-grün-blaue Flügel. Der knallblaue Hyazinth-Ara ist der Größte der Vogelfamilie. Hyazinth-Aras sind schön, aber selten in Brasilien. Ihr leuchtend blaues Gefieder weckt Begehrlichkeiten und hat die Tiere in Brasilien an den Rand der Ausrottung gebracht. 2004 war der Bestand auf geschätzte 6500 Exemplare geschrumpft. Durch Schutzprojekte und nicht zuletzt durch die private Initiative von Farmbesitzern konnte er sich aber – wenigstens stellenweise – erholen.
17:30
R: Eberhard Meyer... Von jeher verehren die Völker Neuguineas ihre Paradiesvögel. Sie sind Teil ihres Ahnenglaubens. Doch die Vögel sind bedroht. Untu aus den Bergen hat eine Idee, wie er sie schützen könnte. Als Untu sieht, dass Jäger und Wildtierhändler den Vögeln immer stärker zusetzen, reift sein Entschluss, den nicht alle im Dorf sofort akzeptieren wollen: Er möchte Reisende ins Dorf bringen, um ihnen die Schätze der Wälder nahezubringen. Geht Untus Plan auf? Genau zu den geheimen Stellen im Wald will Untu andere Menschen bringen, dorthin, wo seit Generationen die Bewohner des Dorfes mit Ehrfurcht Paradiesvögel beobachten. Keine Wilderer oder Händler sollen es sein, sondern Reisende, die in diesen abgelegenen Teil Indonesiens kommen, um die einzigartigen Vögel mit Ergriffenheit betrachten zu können. Untus Überlegung ist einfach: Die Besucher lassen für Unterkunft, Versorgung und Führer Geld da – bitter nötig für das arme Dorf. Im Gegenzug kann Untu denen, die den Weg in sein Dorf finden, Einblicke in das Leben von allein sechs Arten von Paradiesvögeln garantieren.
18:00
R: Eberhard Meyer... Paradiesvögel sind für Zeth Wonggor ein fast alltäglicher Anblick. Mit Erfolg hat er in seinem Dorf auf Neuguinea dafür gesorgt, dass sie nicht mehr gejagt werden. Von den Besuchen der Vogelfreunde aus aller Welt profitiert das Dorf schließlich mehr als von Jagd und Tierhandel. Doch wie sieht es an anderen Stellen der Insel aus? Der Film begleitet eine Entdeckungsreise Zeth Wonggors. Zusammen mit Shita Patrivi, einer Spezialistin für Erkundungsreisen, stößt Zeth Wonggor in eine Region vor, die auch für diese beiden noch Neuland ist. Sie gehen in einem Dorf an Land, das mit einigen Überraschungen aufwartet. Noch tönen die Balzrufe der wohl bizarrsten Wesen der Vogelwelt aus den umliegenden Wäldern. Was aber führen einiger der Dorfbewohner im Schilde? Haben sie womöglich entdeckt, dass sich mit der exotischen Tierwelt auch dunkle Geschäfte machen lassen? Endet für Shita und Zeth die Reise vor einer Mauer des Schweigens – oder lassen sich Verbündete finden, die ihnen schließlich die Geheimisse ihres Waldes offenbaren?
18:30
nano
19:00
anschließend: 3sat-Wetter.
19:20
Kulturzeit
20:00
Tagesschau
20:15
I: Nina Kunzendorf, Benjamin Sadler, Alwara Höfels, Carlo Ljubek, Stephanie Japp, Paula Kalenberg, Heiner Lauterbach, Daan Lennard Liebrenz, Wladimir Tarasjanz, Kai Scheve, Dani Stein, Nicole Mercedes Müller, Paul Faßnacht, Kai-Ivo Baulitz; S: Holger Karsten Schmidt; R: Till Endemann... Eine Familie im Zeugenschutz., Um den Großkriminellen Darankow zu fassen, gewinnen die LKA-Ermittler Thern (Nina Kunzendorf) und Kreuzer (Carlo Ljubek) dessen Geldwäscher, den Banker Dreher (Benjamin Sadler), als Zeugen. Die ganze Familie (Stephanie Japp, Paula Kalenberg u. a.) wird umgesiedelt und erhält eine neue Identität. Aber: Unter den Augen der Polizistin Lenz (Alwara Höfels) findet der Schurke Drehers Spur… Anspannung innen, Bedrohung von außen – Regisseur Till Endemann und Autor Holger Karsten Schmidt gelang ein intensives, wendungsreiches Krimidrama, das die Spannung drei Stunden lang bis zum Finale hält.
23:10
I: Max Wagner, Aljoscha Stadelmann, Anna Grisebach, Gerhard Georg Jilka, Thomas Limpinsel, Annabel Faber, Leon Pfannenmüller, Florian Schmidt-Gahlen; S: Alexander Costea; R: Alexander Costea... Verdeckter Ermittler will Mordverdächtigen weichklopfen., Er sieht aus wie der letzte Penner, wird von allen gemieden und hat sich mit seinem Leben als Sonderling abgefunden. Werner (Aljoscha Stadelmann, „Harter Brocken“) galt der Polizei mal als Hauptverdächtiger in einem Mordfall, doch konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Nun fängt Ex-Knacki Roland (Max Wagner) in jenem Recyclingbetrieb an, wo auch Werner wortlos vor sich hin malocht. Roland interessiert sich für den Außenseiter, gewinnt peu a peu dessen Zutrauen. Der Zuschauer weiß indes früh: Roland ist ein Undercoverermittler… Alexander Costeas Abschlussfilm entpuppt sich als intensives Kammerspiel ohne Sympathiefiguren. Es fragt: Ist es ethisch vertretbar, sich das Vertrauen von Verdächtigen zu erschleichen? Und wie manipulativ darf man dabei vorgehen?
00:35
R: Simon Christen... Emil Trüeb hat das erreicht, wovon viele träumen: Er ist ausgewandert und erfolgreich geworden. Er gehört heute zu den drei größten Ananas-Produzenten der Dominikanischen Republik. Pro Woche erntet Emil Trüeb zwischen 50 000 und 60 000 Früchte. Zusammen mit 32 Arbeitern, die meisten davon Haitianer, bewirtschaftet er 180 Hektar Land. Mit anderen Worten: Er hat es weit gebracht. Er ist heute eine Art Ananas-König. Dabei hat er klein angefangen. Die Trüebs waren Gemüsebauern im Zürcher Unterland, wo sie 22 Hektar Land bewirtschafteten. Emil Trüeb wollte den Betrieb vergrößern. Da das nicht möglich war, entschloss er sich Anfang der 1980er-Jahre, in die Dominikanische Republik auszuwandern. Er war damals Mitte 20 und Teil einer Reisegruppe Kaufwilliger. Für 50 Rappen am Tag bekomme man in der Karibik einen Arbeiter und sei bald reich, wurde den Schweizern versprochen. Am Morgen des achten Tages war der Vertragsabschluss angesetzt, nachmittags: frei. Trüeb lehnte dankend ab. Er wollte sich zuerst genau informieren, bevor er kaufte. Viele andere waren weniger clever – und verloren alles.
01:00
10 vor 10
01:25
R: Dörte Petsch... Helmut Eggers liegt die Population der Störche in Mecklenburg-Vorpommern am Herzen. Doch schon seit einigen Jahren sieht es mit dem Storchenbestand nicht gut aus. Im Frühjahr ist Storchenbetreuer Eggers mit einem Hubsteiger unterwegs, säubert und erneuert die Nester. Jedes Mal hofft er, dass ein Storchenpaar in den vorbereiteten Storchennestern brüten wird. Doch auch in diesem Jahr bleiben viele der Nester unbesetzt. Und dann passiert im Frühsommer auch noch etwas Schreckliches: Als Helmut Eggers die Jungstörche beringen will, liegen viele von ihnen tot in ihren Nestern. Der anhaltende Regen hat ihr Gefieder durchnässt, sodass sie erfroren sind. Das hat er noch nie erlebt. Steffen Hollerbach von der Storchenkate in Preten und Helmut Eggers versuchen, einigen Störchen ein Senderhalsband umzulegen. Sie wollen mehr über die Vogelart wissen, nur dann können sie sie besser schützen. Ihr Plan für das schwierige Unterfangen: Sie wollen mit einer Netzwurfpistole vom Trecker aus die Störche während der Futtersuche auf einer frisch gemähten Wiese fangen und mit einem Sender ausstatten. Doch lange warten die Naturschützer vergebens. Am Ende gelingt es aber, zumindest drei Störchen einen Sender umzulegen. Kurz darauf liefern diese schon die ersten Ergebnisse über das Verhalten der Störche. Helmut Eggers weiß aber auch, dass der beste Storchenschutz in Deutschland wenig nutzt, wenn die Zugvögel am Ende auf ihrem Flug in den Süden umkommen. Zum Teil verenden sie auf ungeschützten Hochspannungsmasten oder landen in manchen Ländern sogar im Kochtopf. Helmut Eggers und Steffen Hollerbach begleiten die mit Sendern ausgestatteten Störche auf ihrer Zug-Route durch Europa. Vor Ort treffen sie sich mit Naturschützern und wollen gemeinsam mit ihnen Strategien entwickeln, damit Störche überall in Europa besser geschützt werden.
01:55
R: Anja Schlegel... Arne Torkler ist Vogelschützer. Er kämpft dafür, dass der scheue Schwarzstorch im Wald Ruhe zum Brüten findet und Windkraftanlagen nicht in der Flugroute eines Rotmilans geplant werden. Sein Fachwissen ist gefragt. Wenn einer weiß, welcher Vogel in Norddeutschland wo fliegt oder brütet, ist es Arne Torkler. Das liegt auch daran, dass er neben seinem Job als Gutachter und Vogelbeauftragter jede freie Minute mit Vogelbeobachtungen verbringt. Eine absolute Lieblingsart von Arne Torkler ist der Sperlingskauz, die kleinste Eule Europas. Wenn der Vogelschützer im Kiefernwald steht und den Ruf nachahmt, kommt der Kauz sofort angeflattert. Schon 20 Reviere der kleinen Eulenart hat Torkler über die Jahre hinweg in Norddeutschland untersucht und kartiert. Die Dokumentation begleitet Arne Torkler bei seinem Einsatz für den Vogelschutz und gibt in beeindruckenden Bildern Einblick in den Lebensraum seltener Arten wie Schwarzstorch und Milan.
02:25
R: Matthias Schuch... Monatelang allein auf einer einsamen Insel leben: Was für viele Menschen ein Traum ist, wird jedes Jahr für einige Freiwillige der Naturschutzorganisation Mellumrat wahr. Jedes Frühjahr reisen sie auf abenteuerlichen Wegen auf die abgeschiedene und streng geschützte Vogelinsel Mellum im Herzen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, um dort zu leben und zu forschen. Manche bleiben nur ein paar Wochen, andere viele Monate. Für alle aber ist es eine Grenzerfahrung, vom Rest der Welt abgeschnitten zu leben. Doch nicht nur die Menschen, die auf Mellum leben und arbeiten, stehen im Mittelpunkt der Dokumentation, sondern vor allem auch die einzigartige Natur selbst: die faszinierende Vogelwelt, die sich im Wechsel der Jahreszeiten stetig im Wandel befindet. Von der Brutsaison im Frühling bis zu den großen Vogelzügen im Herbst verfolgt der Film den Jahreszyklus eines ganzen Ökosystems, einem der letzten Stücke echte Wildnis in Mitteleuropa. Er zeigt beeindruckende Naturaufnahmen und begleitet die Naturschützer und Biologen von der mühseligen Ankunft im Frühjahr bis zur Abreise im Herbst, wenn die kleine Insel wieder in einen Dornröschenschlaf verfällt.
02:55
R: Christian Herrmann... Sky ist der erste Steinadler, der von einem Falkner trainiert wird, um mit einer Kamera auf dem Rücken über den Alpengipfeln seine Kreise zu ziehen. Der Film zeigt Sky auf seinen Touren. Falkner Martin Reindl hat die ersten zwei Lebensmonate von Sky akribisch dokumentiert. Danach wurde der Vogel im Falkenhof Lenggries trainiert – beginnend mit dem Abtragen: Sky wurde gezähmt und daran gewöhnt, auf der Hand des Falkners zu sitzen. Eine Woche später startete das Flugtraining von Sky. Von Anfang an trug er einen Rucksack auf dem Rücken, in dem später die 320 Gramm schwere Kamera befestigt wurde. Sky lernte zuerst am Brauneck, damit zu fliegen und seine Heimat von oben zu dokumentieren. Ab August kreiste er auch im Karwendel: vom Juifen Richtung Falkenhütte, über dem Ahornboden und dem Rißbach.
03:20
R: Christina Walther... Ein Kranich-Jahr in Mecklenburg-Vorpommern – und zwei engagierte Naturschützer auf ihren Spuren: eine Begegnung mit den Vögeln des Glücks. Im Frühjahr beobachten die Naturschützer, wie die Tiere vom späten Wintereinbruch überrascht werden. Sie sind dabei, als während der Brutsaison das Hochwasser hereinbricht. Im Herbst sammeln sich rund 70 000 Kraniche in den Bodengewässern, um gen Süden zu ziehen.
03:50
R: Christian Herrmann... Jedes Jahr um den 28. April herum kommen die Mauersegler im Kloster Bernried an, erst die Vorhut, drei bis vier flinke Federknäuel, dann, einen Tag später, der Rest der Kolonie. Sie finden trotz der langen Reise von Südafrika zum immer selben Zeitpunkt zurück. Seitdem die Benediktinerinnen dort leben, beobachten sie diese Luftakrobaten, die ihre Nester unter dem Dachstuhl des Klosters haben. Dass dies weiterhin möglich ist, darauf haben die Nonnen auch bei der Renovierung des Klosters 2006 geachtet: Sie ließen besondere Luftschlitze zwischen Dach und Mauerwerk einbauen, um ihre Schützlinge weiterhin zu ihren Nestern zu lassen. Bis Ende Juli, manchmal auch Anfang August, leben die Nonnen und die Mauersegler unter einem Dach, dann ziehen die Vögel wieder auf ihren langen Weg nach Südafrika.
04:35
R: Andrea Rüthlein... Papageienliebe heißt: zärtlich sein, gemeinsam ein Nest bauen, Freunde treffen, dann eine Familie gründen. Ein Film über Brasiliens bunte Papageien in deren natürlichem Lebensraum. Im Morgengrauen zerreißen ihre rauen, durchdringenden Schreie die letzte Dämmerung und verkünden einen neuen Tag in Brasiliens Urwäldern und Savannen: Die Aras sind erwacht. Knallbunt sind die Papageien. Sie sind unmöglich zu überhören und zu übersehen. Der Gelbbrustara etwa hat einen sonnengelben Bauch und einen blauen Rücken, der Grünflügelara, auch Dunkelroter Ara genannt, hat einen roten Kopf, eine rote Brust und rot-grün-blaue Flügel. Der knallblaue Hyazinth-Ara ist der Größte der Vogelfamilie. Hyazinth-Aras sind schön, aber selten in Brasilien. Ihr leuchtend blaues Gefieder weckt Begehrlichkeiten und hat die Tiere in Brasilien an den Rand der Ausrottung gebracht. 2004 war der Bestand auf geschätzte 6500 Exemplare geschrumpft. Durch Schutzprojekte und nicht zuletzt durch die private Initiative von Farmbesitzern konnte er sich aber – wenigstens stellenweise – erholen.
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R: Eberhard Meyer... Von jeher verehren die Völker Neuguineas ihre Paradiesvögel. Sie sind Teil ihres Ahnenglaubens. Doch die Vögel sind bedroht. Untu aus den Bergen hat eine Idee, wie er sie schützen könnte. Als Untu sieht, dass Jäger und Wildtierhändler den Vögeln immer stärker zusetzen, reift sein Entschluss, den nicht alle im Dorf sofort akzeptieren wollen: Er möchte Reisende ins Dorf bringen, um ihnen die Schätze der Wälder nahezubringen. Geht Untus Plan auf? Genau zu den geheimen Stellen im Wald will Untu andere Menschen bringen, dorthin, wo seit Generationen die Bewohner des Dorfes mit Ehrfurcht Paradiesvögel beobachten. Keine Wilderer oder Händler sollen es sein, sondern Reisende, die in diesen abgelegenen Teil Indonesiens kommen, um die einzigartigen Vögel mit Ergriffenheit betrachten zu können. Untus Überlegung ist einfach: Die Besucher lassen für Unterkunft, Versorgung und Führer Geld da – bitter nötig für das arme Dorf. Im Gegenzug kann Untu denen, die den Weg in sein Dorf finden, Einblicke in das Leben von allein sechs Arten von Paradiesvögeln garantieren.
05:35
R: Eberhard Meyer... Paradiesvögel sind für Zeth Wonggor ein fast alltäglicher Anblick. Mit Erfolg hat er in seinem Dorf auf Neuguinea dafür gesorgt, dass sie nicht mehr gejagt werden. Von den Besuchen der Vogelfreunde aus aller Welt profitiert das Dorf schließlich mehr als von Jagd und Tierhandel. Doch wie sieht es an anderen Stellen der Insel aus? Der Film begleitet eine Entdeckungsreise Zeth Wonggors. Zusammen mit Shita Patrivi, einer Spezialistin für Erkundungsreisen, stößt Zeth Wonggor in eine Region vor, die auch für diese beiden noch Neuland ist. Sie gehen in einem Dorf an Land, das mit einigen Überraschungen aufwartet. Noch tönen die Balzrufe der wohl bizarrsten Wesen der Vogelwelt aus den umliegenden Wäldern. Was aber führen einiger der Dorfbewohner im Schilde? Haben sie womöglich entdeckt, dass sich mit der exotischen Tierwelt auch dunkle Geschäfte machen lassen? Endet für Shita und Zeth die Reise vor einer Mauer des Schweigens – oder lassen sich Verbündete finden, die ihnen schließlich die Geheimisse ihres Waldes offenbaren?
06:05
3satTextVision
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Am 9. September 2011 stattete Komiker Ralf Schmitz der NDR Talk Show einen Besuch ab. Im launigen Gespräch mit Hubertus Meyer-Burckhardt ging es um seine geliebte Mutter, die gern schmutzige Witze erzählt, wenn sie aufgeregt ist, und Königsberger Klopse zuweilen mit Cocktailkirschen würzt. Schauspielerin Heike Makatsch erzählte Hubertus Meyer-Burckhardt am 5. Februar 1999 von ihrem Vater, dem berühmten Eishockey-Torwart, dem Kampf gegen ihr Girlie-Image und dass Dinge ihr am besten gelingen, wenn sie gar nicht so wild drauf ist. Am 9. Januar 2009 sprach Guildo Horn mit Barbara Schöneberger darüber, wie er vom Pop-Schlagzeuger zum Schlagersänger wurde, vom Schlager als Essenz allen Seins und was man von Behinderten lernen kann. Sängerin Vicky Leandros war bereits am 1. Juli 1988 zu Gast in der NDR Talk Show. Moderator Hermann Schreiber befragte sie unter anderem zu ihrem Leben auf ländlichen Gütern mit ihrem damaligen Ehemann Freiherr Enno von Ruffin und wie sie sich durch die Ehe verändert hat. Leopold Prinz von Bayern, genannt Poldi, war am 10. März 1995 zu Gast in der NDR Talk Show. Im Gespräch mit Sabine Sauer erzählte der passionierte Rennfahrer von Spritztouren, die in Apfelbäumen endeten, und seinem fünfjährigen Hausverbot im Hotel Kempinski. Familienbande in der NDR Talk Show: Am 30. Januar 2004 sprachen Eva-Maria Hagen, Tochter Nina Hagen und ihr damaliger frisch angetrauter Ehemann Lucas Alexander mit Moderatorin unter anderem über die kurzfristig anberaumte Hochzeit und Nina Hagens skandalöse Masturbations-Demonstration im Fernsehen im Jahr 1979. Musikalisch enden die NDR Talk Show classics mit Nina Hagen und Lucas Alexander und dem Song The Lady Loves Me vom 30. Januar 2004.
11:15
S: Melitta Müller-Hansen; R: Melitta Müller-Hansen... Zwei Frauen, zwei Lebenswege – doch eines haben die evangelische Pfarrfrau und die evangelische Pastorin gemeinsam: Sie haben gelernt, die eigene Stimme zu finden und zu stärken. Er hängt seit 500 Jahren in St. Lorenz in Nürnberg: der Engelsgruß von Veit Stoß. Das Schnitzwerk zeigt die Szene, in der der Engel Gabriel der Jungfrau Maria verkündet, den Sohn Gottes zu gebären – eine bedeutende Szene für Pfarrfrau Barbara Dietzfelbinger. Sie erzählt, wie sie im Laufe ihres Lebens gelernt hat, mit eigener Stimme zu sprechen – auch innerhalb der evangelischen Kirche. Jahrzehntelang hat sie Frauen darin unterstützt, selbstbestimmt ihre Rolle im Leben und in der Welt zu finden – und wie die biblische Maria Rede und Antwort zu stehen. Mit eigener Stimme reden, mit eigener Stimme beten: Dafür stehen die Perlen des Glaubens, die im Leben der Pastorin Kirstin Faupel-Drevs eine besondere Rolle spielen. Anders als der Rosenkranz mit seinen tradierten Gebetsformen, der den Engelsgruß in der Lorenzkirche umrahmt, regen die farbigen Perlen dazu an, das ganze Leben mit seinen Wüstenzeiten und Aufbrüchen zu meditieren.
11:45
R: Juri Köster... Die Dokumentation versucht eine Annäherung an die biblisch überlieferte Gestalt Mariens und ihre Zeit, aber auch an die kirchlich-ökumenische Lehre von der jungfräulichen Gottesmutter. Wie lebten die Menschen zur Zeit Jesu, und wie war die Stellung der Frau? Was berichten die Evangelien von Maria? Wie entfaltet sich die Marienlehre der Kirche, und welches sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konfessionen? Was kann Maria uns heute sagen? Als Experten nehmen vier bekannte Theologen zu diesen vier großen Fragen Stellung: der Dogmatiker und Marien-Spezialist Professor Wolfgang Beinert, der Bibelwissenschaftler Professor Thomas Söding, die Dominikanerin Sr. Dr. Aurelia Spendel sowie der Lutheraner und Ökumene-Kenner Professor Gunther Wenz.
12:15
Als vor rund 2000 Jahren das Vaterunser formuliert wurde, sprachen aus den sieben Fürbitten die Sorgen und Ängste genauso wie auch die Hoffnungen der Menschen ihrer Zeit. Und heute? Fürbitten wie Dein Reich komme und Dein Wille geschehe sind schnell heruntergebetet. Aber wer denkt noch darüber nach, was mit dem Reich Gottes gemeint ist? Wo befindet sich dieses Reich: Jenseits der Wolken? In den Herzen der Menschen? Der Film Vaterunser nimmt sich Fragen wie diesen an und bietet Denkanstöße, die zwei ausgewiesene Experten formulieren: Maria Jepsen, bis Juli 2010 Bischöfin von Hamburg-Lübeck, und Kardinal Walter Kasper, ehemaliger Ökumene-Chef der katholischen Kirche. Als Theologen und Seelsorger bauen die beiden seit Jahrzehnten Brücken zwischen gelehrter und gelebter Religion. Das Böse ist eine Macht, die uns in Versuchung führen und von Gott abbringen will. Das Böse ist aber auch im Menschen selbst: Es geht auch um einen Kampf in einem selbst, und der Mensch bittet Gott, ihm in dieser Auseinandersetzung beizustehen. Die Erlösung ist die Befreiung zum Guten, nicht erst im Jenseits, sondern bereits im Alltag.
12:30
Die junge Rebecca Clopath aus Graubünden gilt als Ausnahmetalent der Schweizer Kochszene. Sie scheint für eine große Koch-Karriere prädestiniert. Doch Rebecca will lieber Bäuerin werden. Sie möchte mit Produkten arbeiten, die nach ihren Vorstellungen hergestellt werden: nachhaltig und fair. In ihrem Heimatdorf will sie eine neue Existenz aufzubauen, für sich und für andere – mit kulinarischen Events, die ihrer Philosophie entsprechen. Was bedeutet das für die 28-jährige Frau, die ihren Freundes- und Bekanntenkreis im Unterland hat, in die Abgeschiedenheit ihres kleinen Heimatdorfes zurückzukehren? Was sagen die Eltern zur ihrer Tochter, die den Hof übernehmen möchte, als Kind aber keine Lust an der Heuernte hatte? Und mit wem will sie ihr Projekt realisieren?
13:00
ZIB
13:10
R: Susanne Freitag... Das Moulin Rouge ist das wohl bekannteste Revuetheater der Welt. 1889 gegründet, galt es zunächst als frivole und unschickliche Lasterhöhle, in der sich die Pariser Boheme traf. Heute ist es ein knallhart durchstrukturiertes Unternehmen: 400 Mitarbeiter bereiten täglich das Amüsierprogramm vor, 1700 Gäste kommen jeden Abend, das Theater gilt als größter Champagner-Konsument ganz Frankreichs. In eigenen Werkstätten werden Schuhe gefertigt, die Federräder und Kostüme genäht. Größe und Gewicht der Tänzerinnen sind vorgeschrieben – nur so lässt sich der perfekte Can Can tanzen, der das Moulin Rouge weltberühmt machte.
13:25
R: Robert Wiezorek... „Schloss Heidelberg“ ist im Auftakt der Dokureihe mehr als eine Ikone der Romantik. Jedenfalls für die Tierwelt inner- und außerhalb der Schlossmauern. Das Gemäuer ist Zufluchtsort für seltene Fledermäuse, Amphibien und Wanderfalken. Die rasenden Raubvögel erreichen im Sturzflug Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h.
14:05
Die Ammergauer Alpen am Fuß von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, sind ein wahres Naturparadies, dessen König der Steinadler ist. Die Region ist nicht nur berühmt für ihre Schluchten, wilden Flüsse und artenreiche Tierwelt, sondern auch für Neuschwanstein, das Märchenschloss Ludwigs II. Es diente ihm als Rückzugsort, um die Natur zu genießen und sich von den Menschen zu erholen. Doch das Verhältnis des Bayernkönigs zur Natur war von Beginn an zweischneidig: Für seinen Mammutbau ließ er 1869 die gesamte Bergspitze wegsprengen und baute eine mittelalterlich Pseudo-Ritterburg, allerdings mit Zentralheizung und Telefon. Die Bauarbeiten an diesem abenteuerlichen Gipfel kosteten 39 Arbeiter das Leben. Europas Burgen und Schlösser sind weltberühmt. Weniger bekannt ist die Tierwelt, die außerhalb und innerhalb ihrer Mauern lebt. Die Dokumentationsreihe zeigt die Schönheit der Natur rund um einige der bekanntesten Bauwerke.
14:50
R: Franziska Boeing... Die Burgenstraße von Mannheim nach Bamberg – diese Traumstraße führt über 400 Kilometer durch das Neckartal bis in die Fränkische Schweiz, vorbei an Dutzenden Burgen und Schlössern. Neben historischen Städten wie Heidelberg und Bad Wimpfen stellt der Film Menschen vor, die in der Region ungewöhnlichen und sogar nahezu ausgestorbenen Berufen nachgehen – wie Turmuhrbauer Gernot Dürr. Für spektakuläre Feuerwerke verantwortlich ist Frank Hotz aus Heidelberg. Während sich Tausende Menschen in der Stadt am Neckar versammeln, um der Zerstörung des Heidelberger Schlosses zu gedenken, erleuchtet Hotz mit Hunderten Raketen und Böllern den Himmel über Heidelberg. Wenige Kilometer weiter thront die Burg Guttenberg hoch über der Burgenstraße. Die Familie von Bernolph Freiherr zu Gemmingen-Guttenberg lebt hier in der 17. Generation. Das Burggemäuer beherbergt seit 30 Jahren die deutsche Greifenwarte mit Bussarden, Adlern und Geiern. Das Leben in mittelalterlichen Bauten ist auch für Bianca Knodel zur Lebensaufgabe geworden. Als Türmerin führt sie in Bad Wimpfen eine 650 Jahre alte Tradition fort. In Deutschland ist sie die einzige ihrer Zunft, die noch auf einem Turm residiert – immerhin in 58 Metern Höhe. In traumhafter und ur-romantischer Umgebung trifft man auch auf Menschen mit sportlichen Leidenschaften: passionierte Vespa-Fahrer, einen Flugzeugbauer ohne Pilotenschein und Stand-Up-Paddler, die in Franken die idealen Gewässer für ihren Trendsport gefunden haben.
15:35
R: Franziska Boeing, Dominic Egizzi... Von Rügen über die Müritz-Region bis in die Lutherstadt Wittenberg – diese Reise führt durch die deutschen Bundesländer mit dem höchsten Alleen-Bestand: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Einst sollten Eichen, Kastanien, Buchen und Linden die fürstlichen Reisewege verschönern. Entlang der Deutschen Alleenstraße vieler Landstriche prägen sie heute ein besonderes Reiseerlebnis. Der Film verbindet spektakuläre Aufnahmen von Landschaften, Städten und historischen Bauten mit Geschichten von Menschen, die mit traditionellen und modernen Lebensweisen überraschen. Porträtiert werden ein Landschaftsarchitekt, der seit 30 Jahren historische Gärten restauriert, ein innovativer Bootsbauer, der solarbetriebene Hausboote ertüftelt, ein Kleinunternehmer, der mit seinen Säften die Früchte von Obstalleen wieder nutzbar macht, und der Berufsfeuerwehrmann Karl Heinz Voigt, der Haus und Garten zu einer Krokodilstation umgebaut hat – mitten in einem Wohngebiet.
16:20
R: Dominic Egizzi, Martin Groß... Über 460 Kilometer windet sich die Deutsche Alpenstraße durch die südlichsten Winkel des Landes – von Lindau am Bodensee bis zum Königssee: eine Reise quer durch Bayern. Vom Bodensee aus steigt die Alpenstraße über viele Kurven auf über 1000 Meter an. Hier verwirklichen Biker mit Oldtimer-Motorrädern ihre Träume, genauso wie Städter, die sich über die Sommermonate als Alphirten verdingen. Seit einigen Jahren sind Marc Lerchenmüller und seine Familie auf der Alpe im Riemle für die Versorgung der Kühe verantwortlich. Die Familie lebt dort den Sehnsuchtstraum vieler Großstädter. Abseits der Zivilisation – ohne Strom, Internet und Handy. Höhepunkt für die Familie ist der Viehscheid, bei dem die Kühe ins Tal zurückgeführt und den Bauern übergeben werden: ein Fest, dem die ganze Region entgegengefiebert. Das Spektakel kennt die Allgäuer Künstlerin Waltraut Funk schon lange. Im nahe gelegenen Immenstadt kreiert sie seit vielen Jahren bemerkenswerte Skulpturen – mit einer Kettensäge und Holz aus der Region. Weiter östlich, ganz in der Nähe des Märchenschlosses Neuschwanstein, ist das Einsatzgebiet des Bergführers Thomas Hafenmaier. Für die Reparatur von Wanderwegen verantwortet er einen Einsatz mit einem Lastenhubschrauber. Baumaterial zur Ausbesserung der Wege soll auf einen Berg gebracht werden. Der Einsatz muss wegen schlechten Wetters über Monate immer wieder verschoben werden. Auch am Tag X wird das Wetter zur Herausforderung für den Bergführer. Die Region entlang der Alpenstraße beheimatet auch Menschen, die ihre Tradition lieben und ihr trotzdem ab und zu einen kleinen Tritt verpassen. Wie die Band LaBrassBanda, die mit ihrer ganz speziellen Mischung aus Volksmusik, Ska, Reggae und Punk in den letzten Jahren international für Furore gesorgt hat. Auch Nicky Sitaram Sabnis entspricht nicht den gängigen Klischees: Der gebürtige Inder ist vor gut 20 Jahren in Deutschland heimisch geworden. In einer Abtei auf der Fraueninsel gibt er nun ayurvedische Kochkurse. Nicky Sitaram Sabnis bereichert das kulinarische Angebot der Region genauso wie Frater Vitalis – ein abstinenter Benediktiner-Mönch, der für die Likörherstellung des Klosters in Ettal verantwortlich ist.
17:00
R: Franziska Boeing... Die Deutsche Weinstraße führt über 85 Kilometer von Bockenheim bis an die französische Grenze – nach Schweigen-Rechtenbach in der Pfalz. Es ist eine abwechslungsreiche Gegend. Exotische Tiere, Ballonfahrer, Jugendliche auf Longboards und traditionsverbundene Tabakbauern zeigen, dass es entlang dieser Traumstraße zwischen Rheinebene und Pfälzer Bergland Vieles zu entdecken gibt. Auch der Wein spielt natürlich eine große Rolle. Seit der Römerzeit ist die Region vom Weinbau geprägt. Die Überreste eines fast 2000 Jahre alten Weingutes bei Bad Dürkheim sind Zeugnisse dieser Geschichte. Der Winzer Markus Schneider ist einer, der trotz aller Heimatliebe auch mit Traditionen bricht. Mit 15 Jahren hat er seine Winzerausbildung begonnen. Von da an war ihm klar, was er wollte: Wein machen, nach seinen eigenen Regeln. Ganz nah bei der Weinstraße genießen die leidenschaftlichen Ballonfahrer Uwe Hilzendegen und seine Frau Katrin ihre Heimat von oben. In rund 600 Metern Höhe gewinnen sie eine neue Perspektive auf eine alte Kulturlandschaft. Ein einzigartiger Ausblick über Weinreben, sanfte Täler – und den Pfälzer Wald. Der hat seit 2011 neue, ganz besondere Bewohner: Heckrinder. Peter Hiery kümmert sich um die scheuen Tiere, die den im 17. Jahrhundert ausgerotteten Auerochsen ähneln. Die urigen Rinder sind Teil eines neuen Beweidungsprojektes. Entlang der Route dient das Hambacher Schloss – Sinnbild der deutschen Demokratiebewegung – heute unter anderem als Kulisse für Traumhochzeiten. Eventmanagerin Silvana Gattschau hat dort alle Hände voll zu tun. Ein Hochzeitsfest mit über 100 Gästen steht an. Alles läuft zunächst wie geplant – bis das Wetter umschlägt. Auf ganz eigene Art nutzen Kilian Schröer und seine Freunde die Weinstraße. An einem Tag im Jahr ist die Straße für ein Fest komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt. Dann rauschen die Jugendlichen mit ihren Longboards die Piste entlang. In Herxheim bei Landau kümmern sich Bauern um eine weniger bekannte Spezialität der Region – Tabak. Sowohl Klima als auch Boden bieten seit mehr als 400 Jahren ideale Bedingungen für den Tabakanbau in der Pfalz.
17:45
R: Michael Fräntzel, Martin Groß... Über 150 Kilometer führt die Silberstraße von Zwickau nach Dresden. Seit dem Mittelalter schlängelt sie sich durch die schönsten Erzgebirgslandschaften Sachsens. Die Straße verbindet traditionelle Handelswege und Bergbaustädte. Wie man mit dem Erbe umgeht und es in die Moderne führt, zeigen Menschen im Umfeld von charmanten Herrensitzen, Prachtbauten und außergewöhnlicher Natur. Im Bergwerk Weißer Hirsch hält der Bergmann Gerd Lorenz ein beeindruckendes unterirdisches Labyrinth in mehreren hundert Metern Tiefe in Schuss und erkundet immer wieder alte Schächte. Bereits im 17. Jahrhundert besaß Schneeberg eines der reichsten Silbervorkommen – und entwickelte sich zum mittelalterlichen Eldorado. In Schneeberg bewahrt die ehemalige Klöppel-Weltmeisterin Beatrice Müller die Handwerkstradition der Region auf ganz eigene Weise: Sie fertigt ihren Klöppel-Schmuck mit Silberfäden. Weniger beschaulich geht es bei Marco Neubert zu. Der zweifache deutsche Enduro-Vizemeister aus Lößnitz trainiert hart, um an der europäischen Spitze seines Sports mitzufahren. Das heißt, dass er viele Stunden in atemberaubendem Tempo über den Parcours rast und dabei waghalsige Sprünge vollführt. Wie ein Adrenalin-Kick sich anfühlt, weiß auch der Fallschirmtrainer Steffen Rüdig: Er hängt seit knapp 20 Jahren regelmäßig am seidenen Faden, wenn er aus 4000 Metern Höhe abspringt. Beim ersten Mal hatte er Todesangst. Ein Gefühl, das auch Julia Brade und Nico Reinhold kennenlernen – bei ihrem ersten Tandemsprung. In Großschirma bei Freiberg leben seit über zehn Jahren afrikanische Strauße. Gezüchtet werden sie von Udo Lippmann und seiner Familie. Mit der Zucht der Riesenvögel leben die Lippmanns ihre Sehnsucht nach Afrika aus – ohne je dort gewesen zu sein. Mittlerweile gibt es nirgendwo außerhalb Afrikas so viele Straußenzuchten wie in Deutschland. Die meisten davon entstanden nach der Wende im Osten. Zwischen Freiberg und Dresden führt die Silberstraße durch den Tharandter Wald. Der französische Geologe Richard Gloaguen sucht dort auf seinem Mountainbike Entspannung. Als Wissenschaftler am Helmholtz Institut in Freiberg erkundet er mit seinen Kollegen alte Bergbaustätten der Region – mit einer Drohne. Die Forscher vermuten hier einen Schatz: Rohstoffe, die früher nicht gefragt waren, heute aber für Handys und Computer dringend gebraucht werden. Im Herzen Dresdens endet die Reise. Prunkanlagen wie der Zwinger und die Sempergalerie haben einst vom Silber und dem damit einhergehenden Reichtum und technischen Fortschritt profitiert – und der Stadt den Namen Elbflorenz eingebracht.
18:30
nano
19:00
anschließend: 3sat-Wetter.
19:20
Kulturzeit
20:00
Tagesschau
20:15
R: Dave D. Leins... Eine Reise in die raue, aber wunderschöne Wildnis – und zu netten Menschen., Russland-Korrespondent Chris­tof Franzen liebt Ostsibirien seit seiner ersten Reise dorthin. Er mag die bizarre Landschaft, die Gastfreundschaft und den Humor der Einwohner. Mit Doku-Filmer Dave D. Leins reist er zu einem Nomadenjungen, den er vor Jahren kennenlernte. Ein Durchkommen ist nur mit einer Art Panzer möglich: dem Vezdehod.
21:50
R: Beat Bieri... Der Sankt Gotthard ist der bekannteste Pass der Schweiz. Er befindet sich im Herzen der Alpen und Europas. Ein Filmteam hat das Leben der Bewohner auf dem Gotthard während eines Jahres verfolgt. Im Winter verschwinden alle Gebäude unter einer dicken weißen Schneeschicht. Von Minute zu Minute verwandelt der Wind dieses Niemandsland in immer neue bizarre Schneelandschaften. Jeweils im Mai räumen die Arbeiter mit ihren Schneefräsen die Passstraße. Von der Öffnung an im Frühling bis zum ersten Schnee im Herbst, treffen sich auf dem Gotthardpass die unterschiedlichsten Menschen: Touristen, Bauern, Arbeiter, Motorradfahrer, Schweizer und Ausländer. Auch wenn der zweite Eisenbahntunnel eröffnet wird, hat der Gotthardpass nichts von seiner Einmaligkeit eingebüßt. Dieser Pass hat seit jeher eine strategische Bedeutung zwischen Norden und Süden. Als Verkehrsachse hatte er schon immer einen starken Einfluss auf die Geschichte der Schweiz und Europas. Vier große europäische Flüsse entspringen in dieser Region, durchqueren einen Großteil des Kontinents und münden schließlich in die Nordsee und ins Mittelmeer: Rhein, Reuss, Ticino und Rhone. Er ist aber auch einfach Heimat für eine Handvoll Menschen, die dort oben ihr Leben bestreiten: Ein Hotelier, der seit seiner Kindheit davon träumte, das Hospiz auf der Passhöhe zu führen. Eine Tessinerin, die seit 50 Jahren an der Straße ihre Grillwürste anbietet. Ein Urner, der für die Sicherheit der Strecke verantwortlich ist. Ein Rentner, der in der letzten Kurve vor dem Pass Erfrischungsgetränke verkauft. Ein Bauer, der dort oben käst, und ein Fotograf, der mehrere Winter in der verlassenen Landschaft verbracht hat, um die Schließung des Gotthardpasses zu dokumentieren.
22:40
I: Tobias Moretti, Paula Nocker, Bernadette Heerwagen, Tilo Prückner, Heio von Stetten, Maria Happel, Patrick von Blume, Johannes Krisch, Michael Moritz, Kristian Wanzl, Antonia Jung, Andreas Schlager, Sven Pippig, Jevgenij Sitochin; S: Rupert Henning, Uli Brée; R: Wolfgang Murnberger... TV-Krimi von Wolfgang Murnberger („Das ewige Leben“)., Für Landwirt Andi Gruber (Tobias Moretti) kommts knüppeldick: Seine Frau lässt ihn und Tochter Lena sitzen, und Lebensmittelchemiker Dr. Kroetz (Tilo Prückner) beschlagnahmt seine Rinder. Sie sollen mit illegalen Nanopartikeln verseucht sein. Dann wird Kroetz ermordet – mit einem Bolzenschussgerät, das Andi gehört… Routinekrimi mit sympathischem Sturkopf als Helden und viel Ösi-Schmäh.
00:10
R: Martina Treuter... Die vor 40 Jahren von Terroristen entführte Boeing 737 soll als Mahnmal in Friedrichshafen landen.
00:40
10 vor 10
01:05
Erstausstrahlung.
01:30
R: Franziska Boeing... Die Burgenstraße von Mannheim nach Bamberg – diese Traumstraße führt über 400 Kilometer durch das Neckartal bis in die Fränkische Schweiz, vorbei an Dutzenden Burgen und Schlössern. Neben historischen Städten wie Heidelberg und Bad Wimpfen stellt der Film Menschen vor, die in der Region ungewöhnlichen und sogar nahezu ausgestorbenen Berufen nachgehen – wie Turmuhrbauer Gernot Dürr. Für spektakuläre Feuerwerke verantwortlich ist Frank Hotz aus Heidelberg. Während sich Tausende Menschen in der Stadt am Neckar versammeln, um der Zerstörung des Heidelberger Schlosses zu gedenken, erleuchtet Hotz mit Hunderten Raketen und Böllern den Himmel über Heidelberg. Wenige Kilometer weiter thront die Burg Guttenberg hoch über der Burgenstraße. Die Familie von Bernolph Freiherr zu Gemmingen-Guttenberg lebt hier in der 17. Generation. Das Burggemäuer beherbergt seit 30 Jahren die deutsche Greifenwarte mit Bussarden, Adlern und Geiern. Das Leben in mittelalterlichen Bauten ist auch für Bianca Knodel zur Lebensaufgabe geworden. Als Türmerin führt sie in Bad Wimpfen eine 650 Jahre alte Tradition fort. In Deutschland ist sie die einzige ihrer Zunft, die noch auf einem Turm residiert – immerhin in 58 Metern Höhe. In traumhafter und ur-romantischer Umgebung trifft man auch auf Menschen mit sportlichen Leidenschaften: passionierte Vespa-Fahrer, einen Flugzeugbauer ohne Pilotenschein und Stand-Up-Paddler, die in Franken die idealen Gewässer für ihren Trendsport gefunden haben.
02:15
R: Franziska Boeing, Dominic Egizzi... Von Rügen über die Müritz-Region bis in die Lutherstadt Wittenberg – diese Reise führt durch die deutschen Bundesländer mit dem höchsten Alleen-Bestand: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Einst sollten Eichen, Kastanien, Buchen und Linden die fürstlichen Reisewege verschönern. Entlang der Deutschen Alleenstraße vieler Landstriche prägen sie heute ein besonderes Reiseerlebnis. Der Film verbindet spektakuläre Aufnahmen von Landschaften, Städten und historischen Bauten mit Geschichten von Menschen, die mit traditionellen und modernen Lebensweisen überraschen. Porträtiert werden ein Landschaftsarchitekt, der seit 30 Jahren historische Gärten restauriert, ein innovativer Bootsbauer, der solarbetriebene Hausboote ertüftelt, ein Kleinunternehmer, der mit seinen Säften die Früchte von Obstalleen wieder nutzbar macht, und der Berufsfeuerwehrmann Karl Heinz Voigt, der Haus und Garten zu einer Krokodilstation umgebaut hat – mitten in einem Wohngebiet.
03:00
R: Dominic Egizzi, Martin Groß... Über 460 Kilometer windet sich die Deutsche Alpenstraße durch die südlichsten Winkel des Landes – von Lindau am Bodensee bis zum Königssee: eine Reise quer durch Bayern. Vom Bodensee aus steigt die Alpenstraße über viele Kurven auf über 1000 Meter an. Hier verwirklichen Biker mit Oldtimer-Motorrädern ihre Träume, genauso wie Städter, die sich über die Sommermonate als Alphirten verdingen. Seit einigen Jahren sind Marc Lerchenmüller und seine Familie auf der Alpe im Riemle für die Versorgung der Kühe verantwortlich. Die Familie lebt dort den Sehnsuchtstraum vieler Großstädter. Abseits der Zivilisation – ohne Strom, Internet und Handy. Höhepunkt für die Familie ist der Viehscheid, bei dem die Kühe ins Tal zurückgeführt und den Bauern übergeben werden: ein Fest, dem die ganze Region entgegengefiebert. Das Spektakel kennt die Allgäuer Künstlerin Waltraut Funk schon lange. Im nahe gelegenen Immenstadt kreiert sie seit vielen Jahren bemerkenswerte Skulpturen – mit einer Kettensäge und Holz aus der Region. Weiter östlich, ganz in der Nähe des Märchenschlosses Neuschwanstein, ist das Einsatzgebiet des Bergführers Thomas Hafenmaier. Für die Reparatur von Wanderwegen verantwortet er einen Einsatz mit einem Lastenhubschrauber. Baumaterial zur Ausbesserung der Wege soll auf einen Berg gebracht werden. Der Einsatz muss wegen schlechten Wetters über Monate immer wieder verschoben werden. Auch am Tag X wird das Wetter zur Herausforderung für den Bergführer. Die Region entlang der Alpenstraße beheimatet auch Menschen, die ihre Tradition lieben und ihr trotzdem ab und zu einen kleinen Tritt verpassen. Wie die Band LaBrassBanda, die mit ihrer ganz speziellen Mischung aus Volksmusik, Ska, Reggae und Punk in den letzten Jahren international für Furore gesorgt hat. Auch Nicky Sitaram Sabnis entspricht nicht den gängigen Klischees: Der gebürtige Inder ist vor gut 20 Jahren in Deutschland heimisch geworden. In einer Abtei auf der Fraueninsel gibt er nun ayurvedische Kochkurse. Nicky Sitaram Sabnis bereichert das kulinarische Angebot der Region genauso wie Frater Vitalis – ein abstinenter Benediktiner-Mönch, der für die Likörherstellung des Klosters in Ettal verantwortlich ist.
03:40
R: Franziska Boeing... Die Deutsche Weinstraße führt über 85 Kilometer von Bockenheim bis an die französische Grenze – nach Schweigen-Rechtenbach in der Pfalz. Es ist eine abwechslungsreiche Gegend. Exotische Tiere, Ballonfahrer, Jugendliche auf Longboards und traditionsverbundene Tabakbauern zeigen, dass es entlang dieser Traumstraße zwischen Rheinebene und Pfälzer Bergland Vieles zu entdecken gibt. Auch der Wein spielt natürlich eine große Rolle. Seit der Römerzeit ist die Region vom Weinbau geprägt. Die Überreste eines fast 2000 Jahre alten Weingutes bei Bad Dürkheim sind Zeugnisse dieser Geschichte. Der Winzer Markus Schneider ist einer, der trotz aller Heimatliebe auch mit Traditionen bricht. Mit 15 Jahren hat er seine Winzerausbildung begonnen. Von da an war ihm klar, was er wollte: Wein machen, nach seinen eigenen Regeln. Ganz nah bei der Weinstraße genießen die leidenschaftlichen Ballonfahrer Uwe Hilzendegen und seine Frau Katrin ihre Heimat von oben. In rund 600 Metern Höhe gewinnen sie eine neue Perspektive auf eine alte Kulturlandschaft. Ein einzigartiger Ausblick über Weinreben, sanfte Täler – und den Pfälzer Wald. Der hat seit 2011 neue, ganz besondere Bewohner: Heckrinder. Peter Hiery kümmert sich um die scheuen Tiere, die den im 17. Jahrhundert ausgerotteten Auerochsen ähneln. Die urigen Rinder sind Teil eines neuen Beweidungsprojektes. Entlang der Route dient das Hambacher Schloss – Sinnbild der deutschen Demokratiebewegung – heute unter anderem als Kulisse für Traumhochzeiten. Eventmanagerin Silvana Gattschau hat dort alle Hände voll zu tun. Ein Hochzeitsfest mit über 100 Gästen steht an. Alles läuft zunächst wie geplant – bis das Wetter umschlägt. Auf ganz eigene Art nutzen Kilian Schröer und seine Freunde die Weinstraße. An einem Tag im Jahr ist die Straße für ein Fest komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt. Dann rauschen die Jugendlichen mit ihren Longboards die Piste entlang. In Herxheim bei Landau kümmern sich Bauern um eine weniger bekannte Spezialität der Region – Tabak. Sowohl Klima als auch Boden bieten seit mehr als 400 Jahren ideale Bedingungen für den Tabakanbau in der Pfalz.
04:25
R: Michael Fräntzel, Martin Groß... Über 150 Kilometer führt die Silberstraße von Zwickau nach Dresden. Seit dem Mittelalter schlängelt sie sich durch die schönsten Erzgebirgslandschaften Sachsens. Die Straße verbindet traditionelle Handelswege und Bergbaustädte. Wie man mit dem Erbe umgeht und es in die Moderne führt, zeigen Menschen im Umfeld von charmanten Herrensitzen, Prachtbauten und außergewöhnlicher Natur. Im Bergwerk Weißer Hirsch hält der Bergmann Gerd Lorenz ein beeindruckendes unterirdisches Labyrinth in mehreren hundert Metern Tiefe in Schuss und erkundet immer wieder alte Schächte. Bereits im 17. Jahrhundert besaß Schneeberg eines der reichsten Silbervorkommen – und entwickelte sich zum mittelalterlichen Eldorado. In Schneeberg bewahrt die ehemalige Klöppel-Weltmeisterin Beatrice Müller die Handwerkstradition der Region auf ganz eigene Weise: Sie fertigt ihren Klöppel-Schmuck mit Silberfäden. Weniger beschaulich geht es bei Marco Neubert zu. Der zweifache deutsche Enduro-Vizemeister aus Lößnitz trainiert hart, um an der europäischen Spitze seines Sports mitzufahren. Das heißt, dass er viele Stunden in atemberaubendem Tempo über den Parcours rast und dabei waghalsige Sprünge vollführt. Wie ein Adrenalin-Kick sich anfühlt, weiß auch der Fallschirmtrainer Steffen Rüdig: Er hängt seit knapp 20 Jahren regelmäßig am seidenen Faden, wenn er aus 4000 Metern Höhe abspringt. Beim ersten Mal hatte er Todesangst. Ein Gefühl, das auch Julia Brade und Nico Reinhold kennenlernen – bei ihrem ersten Tandemsprung. In Großschirma bei Freiberg leben seit über zehn Jahren afrikanische Strauße. Gezüchtet werden sie von Udo Lippmann und seiner Familie. Mit der Zucht der Riesenvögel leben die Lippmanns ihre Sehnsucht nach Afrika aus – ohne je dort gewesen zu sein. Mittlerweile gibt es nirgendwo außerhalb Afrikas so viele Straußenzuchten wie in Deutschland. Die meisten davon entstanden nach der Wende im Osten. Zwischen Freiberg und Dresden führt die Silberstraße durch den Tharandter Wald. Der französische Geologe Richard Gloaguen sucht dort auf seinem Mountainbike Entspannung. Als Wissenschaftler am Helmholtz Institut in Freiberg erkundet er mit seinen Kollegen alte Bergbaustätten der Region – mit einer Drohne. Die Forscher vermuten hier einen Schatz: Rohstoffe, die früher nicht gefragt waren, heute aber für Handys und Computer dringend gebraucht werden. Im Herzen Dresdens endet die Reise. Prunkanlagen wie der Zwinger und die Sempergalerie haben einst vom Silber und dem damit einhergehenden Reichtum und technischen Fortschritt profitiert – und der Stadt den Namen Elbflorenz eingebracht.
05:10
Die Ammergauer Alpen am Fuß von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, sind ein wahres Naturparadies, dessen König der Steinadler ist. Die Region ist nicht nur berühmt für ihre Schluchten, wilden Flüsse und artenreiche Tierwelt, sondern auch für Neuschwanstein, das Märchenschloss Ludwigs II. Es diente ihm als Rückzugsort, um die Natur zu genießen und sich von den Menschen zu erholen. Doch das Verhältnis des Bayernkönigs zur Natur war von Beginn an zweischneidig: Für seinen Mammutbau ließ er 1869 die gesamte Bergspitze wegsprengen und baute eine mittelalterlich Pseudo-Ritterburg, allerdings mit Zentralheizung und Telefon. Die Bauarbeiten an diesem abenteuerlichen Gipfel kosteten 39 Arbeiter das Leben. Europas Burgen und Schlösser sind weltberühmt. Weniger bekannt ist die Tierwelt, die außerhalb und innerhalb ihrer Mauern lebt. Die Dokumentationsreihe zeigt die Schönheit der Natur rund um einige der bekanntesten Bauwerke.
05:55
3satTextVision
06:05
R: Susanne Freitag... Das Moulin Rouge ist das wohl bekannteste Revuetheater der Welt. 1889 gegründet, galt es zunächst als frivole und unschickliche Lasterhöhle, in der sich die Pariser Boheme traf. Heute ist es ein knallhart durchstrukturiertes Unternehmen: 400 Mitarbeiter bereiten täglich das Amüsierprogramm vor, 1700 Gäste kommen jeden Abend, das Theater gilt als größter Champagner-Konsument ganz Frankreichs. In eigenen Werkstätten werden Schuhe gefertigt, die Federräder und Kostüme genäht. Größe und Gewicht der Tänzerinnen sind vorgeschrieben – nur so lässt sich der perfekte Can Can tanzen, der das Moulin Rouge weltberühmt machte.
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Sie begrüßen in dieser Ausgabe die Moderatorin Ruth Moschner, die Kölner Band Die Höhner, das Moderatoren-Paar Jennifer Sieglar und Tim Schreder und den ehemaligen Obdachlosen Dominik Bloh, der über seinen Weg aus der Obdachlosigkeit geschrieben hat.
11:45
Aufgetischt geht auf Entdeckungsreise durch Oberösterreich. Sie führt entlang der Donau von Engelhartszell bis nach Enns. Die Menschen, die an ihren Ufern leben und arbeiten, prägen die Region. Sie sind es, die das Abenteuer wagen, aus ihrem Beruf Berufung zu machen, aus ihrem Wohnort Heimat. Der Film stellt Hydrologen, Malerinnen, Wirte, Glasbläser, Köchinnen und Bildhauer vor. Natürlich werden auch kulinarische Leckerbissen der Region probiert.
12:30
R: Raphaëlle Aellig... Der Herbst ist die Jahreszeit der Kastanien. Auf der Alpensüdseite der Schweiz wachsen die majestätischen Bäume in den Himmel. Ihre Früchte sind heute wieder gefragt. Mit dem Siegeszug der Industrialisierung wurde den Menschen die Arbeit in den Baumhainen zu aufwendig. Mitte des 20. Jahrhunderts entvölkerten sich die Dörfer, und die Bäume verwilderten. Ohne Pflege sind die Bäume anfällig für Krankheiten und Pilzbefall. Viele sind so in den letzten Jahrzehnten einen langsamen Tod gestorben. Heute besinnt sich die Bevölkerung wieder auf die Vorzüge der Edelkastanie. Ein Projekt nimmt sich der Riesenkastanien an. Das sind Bäume mit einem Umfang von mehr als sieben Metern, die teilweise mehrere Hundert Jahre alt sind. Sie werden inventarisiert und gepflegt.
13:00
ZIB
13:25
R: Marc Szeglat... Erdbeben verursachen erhebliche Schäden. Spätestens seit der Reaktorkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die Erdbebensicherheit weltweit wieder in den Fokus gerückt. Das Terra X-Team begleitet Forscher in die seismisch aktivsten Gebiete der Erde. Mit den unterschiedlichsten Methoden versuchen die Wissenschaftler herauszufinden, wie ein Beben tatsächlich entsteht. Nur so kann ein effizienter Erdbebenschutz entwickelt werden. In Chile untersucht beispielsweise der Geophysiker Professor Dr. Stephen Miller von der Universität Bonn mit seinem Team eine Region in den chilenischen Anden. In dieser seismisch hochaktiven Gegend stellen die Wissenschaftler erstaunliche Dinge fest: 2010 hatte ein Erdbeben der Magnitude 8,8 den Seeboden vor der Küste Chiles erschüttert. Der Boden brach auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern auf und hätte eigentlich einen gewaltigen Tsunami auslösen müssen. In Panik flüchteten die Bewohner aus der Küstenregion, doch wie durch ein Wunder blieb der Tsunami aus. Der Grund dafür: Das Beben selbst verhinderte die Katastrophe. Innerhalb weniger Sekunden hob es die Küste um 2,5 Meter und errichtete so einen Schutzwall gegen die Überflutung. Solche überraschenden Beobachtungen machen deutlich, wie wenig vorhersehbar die gewaltigen Kräfte der Erde noch immer sind. Miller sieht vor allem in dem Zusammenwirken von Erdbeben und Vulkanen ein wichtiges Forschungsgebiet. Dass Erdbeben längst nicht immer im Zusammenhang mit Vulkanen stehen müssen, zeigt das Projekt USArray. In Michigan, mitten in der nordamerikanischen Prärie, begleitet Terra X ein USArray-Team. Die Männer versenken einen hochempfindlichen Seismographen in der Erde, Teil eines Netzwerks von 400 solcher Geräte, die überall in den USA Messungen durchführen. Die Seismographen haben keinen festen Platz, vielmehr wird das Netz nach einer festgelegten Zeit immer weiter von Westen nach Osten bewegt. Auf diese Weise soll mit nie da gewesener Genauigkeit die amerikanische Unterwelt erforscht werden. Vor allem die Frage, warum Erdbeben gelegentlich auch weit entfernt von den tektonisch aktiven Grenzen der Kontinentalplatten ausgelöst werden können, kann nun beantwortet werden. Offenbar tauchen nicht alle Platten, wie bisher angenommen, als Ganzes an einer sogenannten Subduktionszone in den Erdmantel ein, um wieder eingeschmolzen zu werden. Die gewaltige Ozeanplatte, die seit mehr als 100 Millionen Jahren vor der Westküste der USA in die Tiefe sinkt, tut dies beispielsweise ganz und gar nicht in einem Stück. Im Verlauf der USArray-Forschung wurden stattdessen Fragmente nachgewiesen, die in geringer Tiefe unter dem Kontinent bis nach New York reichen. Diese Bruchstücke sind in der Lage, den Kontinent zu destabilisieren und bis hin zur Ostküste Erdbeben auszulösen, weit weg von der eigentlichen Subduktionszone an der Westküste Amerikas. All diese Forschungen lassen die Möglichkeit sinnvoller Erdbebenvorhersage immer unwahrscheinlicher werden. Allerdings gibt es manchmal überraschende Hilfe. Im Umland der italienischen Stadt L'Aquila erforscht die britische Biologin Rachel Grant seit über vier Jahren das Verhalten von Kröten. Wenige Tage vor dem Beben im Jahr 2009 verschwanden sämtliche Kröten aus dem nahegelegenen See. Zwei Wochen nach dem Beben tauchten sie wieder auf. Grant vermutet, dass sich im Vorfeld des Bebens die chemische Zusammensetzung des Seewassers geändert haben könnte. Vielleicht eröffnen die sensiblen Amphibien ganz neue Möglichkeiten für die Vorhersage von Erdbeben. In Disaster City in Texas steht nicht die Vorhersage von Erdbeben im Vordergrund, hier übt man vielmehr, was zu tun ist, wenn die Erde bereits gebebt hat. 70 000 Spezialisten aus aller Welt kommen jedes Jahr in die texanische Katastrophenstadt, um hier das ABC des Rettens zu trainieren. Was passiert, wenn bei einem Erdbeben Gebäude über ihren Bewohnern einstürzen? Wo könnten Überlebende verborgen sein, und wie kann man sie bergen? Auf einer Fläche von 30 Fußballfeldern wird der Horror so echt wie nur möglich nachgespielt, damit die Rettungskräfte handlungsfähig sind, wenn es zum Ernstfall kommt. Über die besondere Bedrohung, die von Atomkraftwerken in Erdbeben gefährdeten Gebieten ausgehen, denkt man seit dem Reaktorunglück von Fukushima fast überall auf der Welt ernsthaft nach. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: In Akkuyu, im Süden der Türkei, beginnt ein russisches Konsortium mit dem Bau des ersten türkischen Atomkraftwerks in unmittelbarer Nähe einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten 100 Jahre ein Beben vergleichbar mit dem in Fukushima zu erwarten ist.
14:05
R: Florian Breier, Stefan Schneider... Vulkane sind faszinierend: Ein eben noch friedlicher Berg verwandelt sich zum todbringenden Feuerspucker. Vulkanasche verdunkelt den Himmel, und rotglühende Lava bahnt sich ihren Weg. Aus der Ferne betrachtet mögen Vulkanausbrüche spektakuläre Naturschauspiele sein, nicht selten jedoch werden sie zum tödlichen Inferno. Insgesamt 1900 Vulkane gelten heute nach Meinung von Wissenschaftlern als aktiv und könnten jederzeit ausbrechen. Es ist noch nicht lange her, da meldeten sich einige Feuerberge mit Eruptionen zurück, unter anderem der Ätna auf Sizilien und der Sakura-jima in Japan. Welche Bedeutung haben die Feuerberge für uns heute, und wie versuchen moderne Forscher, den rätselhaften Glutriesen ihre letzten Geheimnisse zu entreißen? Weitgehend unbekannt ist beispielsweise der Nyragongo in der Republik Kongo. In 3500 Meter Höhe brodelt in seinem Krater ein 1000 Grad Celsius heißer Lavasee – ein außergewöhnliches Naturschauspiel und zugleich einer der größten natürlichen Umweltverschmutzer der Welt. Täglich spuckt der Vulkan so viel Schwefeldioxid aus wie alle anderen Vulkane der Erde zusammen. Die gesamte europäische Industrie hat ungefähr den gleichen Ausstoß wie der Klimakiller. Aber nicht nur die Luft verpestet der Feuerberg: Zu dem Vulkankomplex gehört auch der rund 2500 Quadratkilometer große Kiwusee. In diesem Gewässer haben sich im Lauf der Zeit riesige Mengen Kohlendioxid und Methan angesammelt. Wissenschaftler fürchten nun, dass bei einer größeren Eruption die Gase plötzlich freigesetzt werden könnten. Die geruch- und farblose, tödliche Wolke wäre schwerer als Luft und würde direkt über dem Boden dahintreiben und alles Leben auf ihrem Weg auslöschen. Das Fernseh-Team begleitet den italienischen Vulkanologen Dario Tedesco bei seiner gefährlichen Expedition in den Krater und trifft den deutschen Physiker Klaus Peter Tietze, der eine Möglichkeit sucht, den tödlichen See zu entgasen. Dass Vulkane auch in den Eiswüsten der Antarktis höchst aktiv sein können, ist den Experten seit langem bekannt, trotzdem halten die Feuerriesen im Eis immer wieder Überraschungen für die Forscher bereit. Seit neun Jahren reist der britische Vulkanologe Clive Oppenheimer in die Eiswüste der Antarktis, um den südlichsten Lavasee-Vulkan der Erde zu erforschen. Mit seinem internationalen Expertenteam trotzt er Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius. Die Mühe lohnt sich. Ein Vulkan wie der Mount Erebus ist wie eine offene Tür in die verborgene Welt des Erdinneren. Oppenheimer hofft, dass seine Forschung es ermöglicht, besser zu verstehen, welche Prozesse genau im Herz der Erde ablaufen. Bei seinen Erkundungstouren entdeckt er verzauberte Welten – Eishöhlen vom Feuer geschaffen, erstarrt in bizarrer Schönheit. Supervulkane sind seit ihrer Entdeckung vor einigen Jahren immer wieder Thema wissenschaftlicher Forschung. Kaum jemand weiß jedoch, dass einer dieser Vulkane quasi direkt in Europas Vorgarten steht. Im Jahr 79 begrub der Vesuv die antike Stadt Pompeji unter einer meterdicken Aschewolke, heute überragt er majestätisch die Stadt Neapel und droht hin und wieder mit einer kleineren Eruption. Tatsächlich ist der Vesuv, wie man ihn heute kennt, jedoch nur ein einzelner Schlot eines viel größeren Vulkans. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der gesamte Golf von Neapel die Caldera eines Supervulkans ist. Vor 35 000 Jahren brach der Gigant zuletzt aus und zerstörte große Teile Süditaliens. Das Eis in Grönland zeigt deutlich globale Klimaveränderungen in dieser Zeit. Vulkanologe Giuseppe Mastrolorenzo warnt seit Langem, dass das Ausmaß der Gefahr von Behörden und Anwohnern gleichermaßen unterschätzt wird. Seit einiger Zeit hebt sich die Erde über der gewaltigen Caldera wieder zentimeterweise an, und Schwefelquellen brechen aus dem Boden hervor. Steht ein neuer Superausbruch bevor?
14:50
R: Paul Olding, Ruth Omphalius... Vulkane gelten allgemein als gefährlich und zerstörerisch. Sie bedrohen den Menschen und dessen Habe durch Lavaströme, Ascheregen und giftige Gase. Die Dokumentation belegt entgegen dieser Vorurteile, dass die Feuer spuckenden Berge während der langen Geschichte der Erde nicht nur für Negativschlagzeilen sorgten. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter besucht einige der vulkanisch aktivsten Zonen unseres Planeten. Er macht deutlich, welche wichtige Rolle Vulkane bei der Entstehung des Lebens spielten. Keine andere Kraft hatte in der Erdgeschichte so großen Anteil an der Gestaltung und Umgestaltung der Welt wie sie. Die Expedition beginnt in Island. Hier erkundet Thomas Reiter aus der Luft und unter Wasser die Wirkungsweise vulkanischer Aktivität. Die Klippen von Thingvellir sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Hitze aus dem Erdinneren die Oberfläche verändert. Aus dem Helikopter kann man deutlich sehen, wie der massive Fels auseinandergerissen wurde, aber erst beim Tauchgang in der Silfra-Spalte wird deutlich, welche gigantischen Kräfte hier tatsächlich am Werke sind. Thomas Reiter taucht hier zwischen zwei Kontinentalplatten. Quer durch Island verläuft die Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte, die in jedem Jahr einige Zentimeter auseinanderdriften. Was sich zunächst wenig spektakulär anhört, hat im Laufe der Jahrmillionen massive Felswände auseinandergesprengt und immer wieder zu Vulkanausbrüchen geführt. Noch wichtiger für das Leben auf der Erde ist es allerdings, wenn Kontinentalplatten aufeinandergeschoben werden. An solchen Stellen falten die Platten Gebirge auf und erschaffen so ständig neue Landmassen. Käme dieser Prozess irgendwann zum Erliegen, wäre alles Land auf dem Planeten dem Untergang geweiht. Die Erosion würde im Laufe der Zeit jeden Kontinent abtragen, bis die Oberfläche der Erde gleichmäßig mit einer vier Kilometer dicken Wasserschicht bedeckt wäre. Neueste Forschung belegt außerdem, dass der Vulkanismus die Erde schon mindestens einmal vor einer weltumspannenden Katastrophe gerettet hat. Der Geologe Paul Hoffman fand in Namibia Hinweise auf eine globale Vereisung des Planeten. Sogar am Äquator gab es Gletscher und Eisberge. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass der gesamte Globus im Schnitt unter einer Kilometer dicken Eisschicht begraben war. Aus dieser frostigen Umklammerung hätte sich unser Heimatplanet ohne die Aktivität der Vulkane bis heute nicht befreien können. Durch ihren Ausstoß von Kohlendioxid veränderten sie das Klima und tauten den Kühlschrank Erde wieder auf. Eine Sensation sind die extremen Zeitrafferaufnahmen vom äthiopischen Vulkan Erta Ale. Er gehört zu den wenigen Vulkanen, die kontinuierlich so viel Hitze erzeugen, dass sich ein Lavasee aus flüssigem Gestein im Inneren des Kraters bildet. Nur durch die Zeitrafferaufnahmen ist es möglich, die dynamischen Prozesse in dem außergewöhnlichen See zu verstehen.
15:35
R: Annabel Gillings, Ruth Omphalius... Die Ozeane der Welt sind fast so alt wie die Erde selbst. Aber sie sind viel mehr als ein uraltes Wasserreservoir. Sie formen und verändern den Planeten. Die Weltmeere sind für das Klima verantwortlich, und in ihren Tiefen soll sogar das Leben entstanden sein. Die Reise von Thomas Reiter beginnt auf dem offenen Ozean. Hier verfolgt er den Weg der Wellen, die sich weit draußen auf den Meeren bilden, die Energie des Windes einfangen und weitertragen, bis sie schließlich auf Land treffen. Der uralte Kampf zwischen Ozeanen und Kontinenten wird durch Superzeitrafferaufnahmen eindrucksvoll in Szene gesetzt. Eine weitere uralte Kraft, durch die die Ozeane die Welt beeinflussen, sind die vielfach vernetzten und verzweigten Strömungssysteme. Thomas Reiter erklärt die neueste Forschungsrichtung, die einen kuriosen Ursprung hat: Gummientchen. Die schwimmfesten Tiere waren bei einem Schiffsunglück in den Pazifik gefallen und hatten von dort aus eine unglaubliche Reise um die Erde angetreten. Sie lenkten die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf ein weltumfassendes Strömungssystem, das heute als Globales Förderband bezeichnet wird. Diese gewaltige Strömung ist für den Wärmeaustausch auf der gesamten Erde von enormer Bedeutung. Dass die Ozeane genauso wie die Kontinente einem ständigen Wandel unterliegen, zeigt die Forschung von Tim Wright. Der Geologe untersucht Erdspalten in Äthiopien, die erst vor Kurzem entstanden sind. Diese ständig wachsenden Risse in der Oberfläche Ostafrikas interpretiert der Wissenschaftler als erste Prozesse, die zur Bildung eines Meeres führen. Das ist der einzige Ort der Welt, an dem man die Geburt eines neuen Ozeans beobachten kann, kommentiert Wright den Befund. Neue Meere entstehen, andere sterben. Ausgerechnet die Tage unseres liebsten Urlaubsmeeres sind gezählt. Das Mittelmeer verliert schon jetzt durch Verdunstung mehr Wasser, als Regen und die großen Flusssysteme wieder auffüllen können. Glücklicherweise wird es einige Millionen Jahre dauern, bis sich dort, wo sich heute Wassermassen ausdehnen, eine Salzwüste bildet.
16:20
R: Annabel Gillings, Ruth Omphalius... Man kann sie weder sehen noch riechen oder schmecken, trotzdem wäre alles Leben auf der Erde ohne sie zum Untergang verurteilt: Die Atmosphäre ist der Schutzschild unseres Heimatplaneten. Sie hüllt den Globus in eine warme, feuchte Schicht, bewahrt uns vor gefährlichen Strahlen aus dem All und hält den Sauerstoff bereit, den wir zum Leben brauchen. Thomas Reiter ist in dieser Folge völlig in seinem Element. Er nimmt den Zuschauer mit auf einen Flug im Tornado und berichtet von seinen Erlebnissen im Weltraum. Gemeinsam mit dem Moderator reist das Publikum durch die vier wichtigsten Schichten der Atmosphäre und lernt deren Bedeutung kennen. In Westaustralien besucht Thomas Reiter die ältesten Lebensformen der Welt: die Stromatolithen. Diese einfachen Einzeller sind für eine Revolution in der Erdgeschichte verantwortlich. Als eine der ersten Arten überhaupt nutzten sie Sonnenlicht als Energiequelle und betrieben Fotosynthese. Als Abfallprodukt ihres Stoffwechsels produzierten sie gigantische Mengen von Sauerstoff, der heute Lebensgrundlage für zahllose Lebewesen ist. Aber Sauerstoff ist nicht das einzige Gas, das eine überlebenswichtige Funktion für uns erfüllt. Auch Kohlendioxid ist von großer Bedeutung als Teil eines globalen Wärmeregelungssystems. Seine Eigenschaft, als Treibhausgas zu wirken und Sonnenlicht auf die Erde zurückzuspiegeln, wird im Zuge der Klimadiskussion stets als negativ beurteilt. Tatsächlich hat genau diese Eigenschaft die Erde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach vor der totalen Vereisung gerettet. Besondere Highlights dieser Folge sind die ungewöhnlichen Demonstrationen von Troy Hartman. Er ist Skysurfer und stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass Luft nicht einfach gasförmig ist, sondern auch Eigenschaften einer Flüssigkeit aufweist. Seine große Welle findet er nicht auf dem Meer, sondern am wolkenreichen Himmel im Norden Kaliforniens. Jim Edds bleibt zwar auf dem Boden, aber seine Forschungsarbeit ist deshalb nicht ungefährlicher: Edds ist Sturmjäger. Mit ihm reist das Team in den Anden geradewegs ins Zentrum einer gigantischen Gewitterfront. Die dabei entstandenen spektakulären Aufnahmen von Blitzen dokumentieren, wie viel Energie während eines Gewitters in der Atmosphäre freigesetzt wird.
17:00
R: Sophie Harris, Ruth Omphalius... Für viele ist Eis nicht mehr als gefrorenes Wasser – eine fatale Fehleinschätzung. Seit Menschen auf der Erde leben, war Eis die dominante Kraft. Eiszeiten lösten Massensterben aus, und Gletscher gaben den Landschaften, die wir bewohnen, ihre Form. Vermutlich haben die Eismassen sogar mehrfach die Entwicklung unserer Art beeinflusst. Thomas Reiter untersucht einen der größten Gletscher der Welt. Abgeseilt in einer Gletscherspalte des Vatnajökull im Südosten Islands lernt Thomas Reiter das Eis als eine der außergewöhnlichsten Substanzen der Erde kennen, die ganz verschiedene, zum Teil widersprüchliche Eigenschaften in sich vereint. Einerseits ist Eis sehr fest. Thomas Reiter und das Film-Team verlassen sich darauf, dass es so viel Festigkeit wie Fels besitzt und beim Abseilen ihr Gewicht problemlos trägt. Andererseits verhält sich das Eis eines Gletschers aber auch wie eine Flüssigkeit. Über längere Zeiträume betrachtet, überwindet es weite Strecken und gleitet ins Tal hinunter. Diese Fließbewegung konnte mithilfe extremer Zeitrafferaufnahmen sichtbar gemacht werden. Mehrere Monate beobachtete eine Spezialkamera beispielsweise den Argentiere-Gletscher in den französischen Alpen. Zusammengedrängt auf wenige Sekunden, ermöglichen die Aufnahmen, dass die Dynamik des Gletschereises für das menschliche Auge sichtbar wird. Welche gewaltigen Energien tatsächlich im Eis schlummern, kann man an den Landschaften sehen, die einst von Eis bedeckt waren. Joe Houlding ist einer der besten Extrembergsteiger der Welt. Er bezwingt für die Sendung den El Capitan, einen Monolithen im kalifornischen Yosemite-Nationalpark. Der Fels wurde zum Eldorado der Kletter-Szene, weil die Wände des Giganten fast senkrecht aufragen und erstaunlich glatt geschliffen sind. Es gibt nur sehr wenige Bergsteiger, die dieser Herausforderung gewachsen sind. Ohne den Einfluss des Eises wäre der El Capitan allerdings ein Allerweltshügel geblieben. Während einer der letzten Eiszeiten schliffen die Eismassen eines gigantischen Gletschers den Fels in Form. Eine ganz besondere Perspektive auf ihren Gletscher hat die Glaziologin Miriam Jackson. Ihr Arbeitsplatz liegt mehrmals im Jahr bis zu 200 Meter tief unter den Eismassen des norwegischen Svartisen-Gletschers. In dem Eislabor am Gletscherboden versucht sie herauszufinden, warum das Eis sich überhaupt talwärts bewegt und welche Geschwindigkeiten es erreichen kann. Dabei macht sie eine sensationelle Entdeckung: Auf dem Boden des Gletschers gibt es trotz konstanter Minusgrade Wasser, das nicht gefroren ist. Ebenfalls einem Gletscher auf den Grund gehen möchte Konrad Steffen. Seit 30 Jahren untersucht der Wissenschaftler den Jacobshavn-Gletscher in Grönland. In den Eisgiganten kann man allerdings kein Eislabor schmelzen. Steffen versucht stattdessen, eine Kamera, die die NASA für die Erkundung fremder Planeten entwickelt hat, auf den Grund des Gletschers hinabzulassen.
17:45
R: Ben Lawrie, Ruth Omphalius... Innerhalb von viereinhalb Milliarden Jahren verwandelte sich der Planet Erde von einem leblosen Gesteinsbrocken in die bunte Welt, die wir heute kennen. Diese Entwicklung geschah keineswegs linear, die Geschichte der Erde ist eine Abfolge von Zerstörung und Neuanfang. Der Film fragt nach der speziellen Rolle der Erde, die durch eine Vielzahl von besonderen Bedingungen Heimat für das Leben werden konnte. Thomas Reiter hat sich auf die Suche nach Hinweisen gemacht, die die wichtigsten Wendepunkte in der Erdgeschichte illustrieren. Im Dschungel Mexikos wurde er fündig. Dort taucht der Moderator in einer Höhle, die sich als Teil eines weitläufigen Tunnelsystems entpuppt. Erst kürzlich stellten Höhlentaucher fest, dass dieses System aus Durchgängen und überschwemmten Höhlen fast die gesamte Halbinsel Yucatan durchzieht. Aber erst moderne Geosatellitentechnologie ermöglichte den Wissenschaftlern herauszufinden, welchen Ursprung die geheimnisvollen Höhlen haben. Messungen aus dem All zeigen, dass sich die Höhlen am Rand einer gewaltigen trichterförmigen Struktur gebildet haben. Diesen Krater hatte vor 65 Millionen Jahren der Asteroid geschlagen, der vielleicht den Untergang der Dinosaurier besiegelte. Am Ende seiner spannenden Reise durch die Geschichte der Erde stößt Thomas Reiter auch auf Spuren, die eine vergleichsweise neue Kraft auf dem Planeten hinterlassen: unsere Spuren. Der Mensch ist zum bedeutenden Faktor für die Erde geworden. Er ist dazu in der Lage, ihre Oberfläche und ihr Klima zu verändern. Aus dem All konnte Thomas Reiter vor allem auf der Nachtseite der Erde erkennen, wie dominant der Mensch tatsächlich ist. Die Lichtermassen der Städte und Siedlungen verdeutlichen die Ausbreitung des Menschen auf dem Globus. Er ist der nächste entscheidende Faktor in der langen Geschichte der Erde.
18:30
nano
19:00
anschließend: 3sat-Wetter.
19:20
Kulturzeit
20:00
Tagesschau
20:15
R: Christian Bock... Wie müde Muskeln wieder munter werden., Per Mertesacker machte die Eistonne bei der WM 2014 populär („Ich lege mich da jetzt drei Tage rein“). Doch welche Maßnahmen zur Regeneration helfen wirklich? Das groß angelegte Programm „REGman“ untersucht die komplexen Prozesse. Dr. Hanno Felder zum Beispiel will Muskeln via Spannungsmessung zum Sprechen bringen. Im Anschluss diskutieren Gert Scobel und Gäste über den „Körper als Arzt“.
21:00
Der Körper ist ein wahres Meisterwerk. Er ist in der Lage, sich selbst zu reparieren und Heilungsprozesse anzukurbeln. Wie funktionieren Regeneration und Selbstheilung? Welche neuen Erkenntnisse haben Gesundheitsforscher, Psychologen, Resilienz-Forscher und Psychoneuroimmunologen für die Prozesse der Selbstheilung, und wie kann man sie fördern? Darüber spricht Gert Scobel mit seinen Gästen. Der Körper kann Wunden schließen und bakterielle Eindringlinge in Schach halten. Er kann mechanische Schädigungen beseitigen, Krebszellen bekämpfen – und viele Krankheiten heilen. Was dabei manchmal aus dem Blick gerät: Selbstheilung ist ein natürlicher, physiologischer Vorgang, ein Anpassungsverhalten des Körpers, keine Magie. Oft braucht es dazu nur einen einfachen Antrieb: die zuversichtlichen Worte eines Arztes oder eine Pille, die nicht einmal wirksame Arzneistoffe enthalten muss. Die Psyche hat einen fundamentalen Anteil an Selbstheilungsprozessen, eine Erkenntnis, die nicht zuletzt die Placebo-Forschung belegt. Und Stress, beziehungsweise die gestörte Verarbeitung von Stress, ist einer der größten Widersacher dieser Selbstregulation. Wie funktionieren Regeneration und Selbstheilung, welche zentrale Rolle spielt dabei die sogenannte Homöostase, ein besonderer Mechanismus der Selbstregulation. Und wodurch können Selbstheilungsprozesse gestört und verhindert werden? Gesundheitsforschung, Integrative Medizin und Mind-Body-Medicine sind die Disziplinen, die diese Prozesse wissenschaftlich zu verstehen und in neue Behandlungsmodelle zu übersetzen versuchen.
22:00
ZIB 2
22:25
I: Robert De Niro, Milla Jovovich, Edward Norton, Frances Conroy, Liam Ferguson, Enver Gjokaj, Pepper Binkley; R: John Curran... Drama mit Robert De Niro und Edward Norton., Zwei Männer, zwei Leben: Der Beauftragte für Bewährungsangelegenheiten Jack Mabry (De Niro) glaubt an ein strafendes Rechtssystem, steht kurz vor der Pensionierung und lebt mit seiner desillusionierten Frau (Frances Conroy) ein ereignisloses Leben. Mörder und Brandstifter Gerald „Stone“ Creeson (Norton) sitzt seit Jahren hinter Gittern und hofft, mithilfe von Mabry freizukommen. Doch der integre Beamte hat Zweifel. Grund genug für Stone, seine laszive Frau Lucetta (Milla Jovovich) auf Mabry anzusetzen… Während die akzentuierten Wortduelle überzeugen, fällt die Darstellung des Innenlebens der Figuren zu seicht aus.
00:05
10 vor 10
00:30
R: Simon Christen... Emil Trüeb hat das erreicht, wovon viele träumen: Er ist ausgewandert und erfolgreich geworden. Er gehört heute zu den drei größten Ananas-Produzenten der Dominikanischen Republik. Pro Woche erntet Emil Trüeb zwischen 50 000 und 60 000 Früchte. Zusammen mit 32 Arbeitern, die meisten davon Haitianer, bewirtschaftet er 180 Hektar Land. Mit anderen Worten: Er hat es weit gebracht. Er ist heute eine Art Ananas-König. Dabei hat er klein angefangen. Die Trüebs waren Gemüsebauern im Zürcher Unterland, wo sie 22 Hektar Land bewirtschafteten. Emil Trüeb wollte den Betrieb vergrößern. Da das nicht möglich war, entschloss er sich Anfang der 1980er-Jahre, in die Dominikanische Republik auszuwandern. Er war damals Mitte 20 und Teil einer Reisegruppe Kaufwilliger. Für 50 Rappen am Tag bekomme man in der Karibik einen Arbeiter und sei bald reich, wurde den Schweizern versprochen. Am Morgen des achten Tages war der Vertragsabschluss angesetzt, nachmittags: frei. Trüeb lehnte dankend ab. Er wollte sich zuerst genau informieren, bevor er kaufte. Viele andere waren weniger clever – und verloren alles.
00:55
R: Juliane Meyer, Oliver Schmid
01:25
R: Paul Olding, Ruth Omphalius... Vulkane gelten allgemein als gefährlich und zerstörerisch. Sie bedrohen den Menschen und dessen Habe durch Lavaströme, Ascheregen und giftige Gase. Die Dokumentation belegt entgegen dieser Vorurteile, dass die Feuer spuckenden Berge während der langen Geschichte der Erde nicht nur für Negativschlagzeilen sorgten. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter besucht einige der vulkanisch aktivsten Zonen unseres Planeten. Er macht deutlich, welche wichtige Rolle Vulkane bei der Entstehung des Lebens spielten. Keine andere Kraft hatte in der Erdgeschichte so großen Anteil an der Gestaltung und Umgestaltung der Welt wie sie. Die Expedition beginnt in Island. Hier erkundet Thomas Reiter aus der Luft und unter Wasser die Wirkungsweise vulkanischer Aktivität. Die Klippen von Thingvellir sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Hitze aus dem Erdinneren die Oberfläche verändert. Aus dem Helikopter kann man deutlich sehen, wie der massive Fels auseinandergerissen wurde, aber erst beim Tauchgang in der Silfra-Spalte wird deutlich, welche gigantischen Kräfte hier tatsächlich am Werke sind. Thomas Reiter taucht hier zwischen zwei Kontinentalplatten. Quer durch Island verläuft die Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte, die in jedem Jahr einige Zentimeter auseinanderdriften. Was sich zunächst wenig spektakulär anhört, hat im Laufe der Jahrmillionen massive Felswände auseinandergesprengt und immer wieder zu Vulkanausbrüchen geführt. Noch wichtiger für das Leben auf der Erde ist es allerdings, wenn Kontinentalplatten aufeinandergeschoben werden. An solchen Stellen falten die Platten Gebirge auf und erschaffen so ständig neue Landmassen. Käme dieser Prozess irgendwann zum Erliegen, wäre alles Land auf dem Planeten dem Untergang geweiht. Die Erosion würde im Laufe der Zeit jeden Kontinent abtragen, bis die Oberfläche der Erde gleichmäßig mit einer vier Kilometer dicken Wasserschicht bedeckt wäre. Neueste Forschung belegt außerdem, dass der Vulkanismus die Erde schon mindestens einmal vor einer weltumspannenden Katastrophe gerettet hat. Der Geologe Paul Hoffman fand in Namibia Hinweise auf eine globale Vereisung des Planeten. Sogar am Äquator gab es Gletscher und Eisberge. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass der gesamte Globus im Schnitt unter einer Kilometer dicken Eisschicht begraben war. Aus dieser frostigen Umklammerung hätte sich unser Heimatplanet ohne die Aktivität der Vulkane bis heute nicht befreien können. Durch ihren Ausstoß von Kohlendioxid veränderten sie das Klima und tauten den Kühlschrank Erde wieder auf. Eine Sensation sind die extremen Zeitrafferaufnahmen vom äthiopischen Vulkan Erta Ale. Er gehört zu den wenigen Vulkanen, die kontinuierlich so viel Hitze erzeugen, dass sich ein Lavasee aus flüssigem Gestein im Inneren des Kraters bildet. Nur durch die Zeitrafferaufnahmen ist es möglich, die dynamischen Prozesse in dem außergewöhnlichen See zu verstehen.
02:10
R: Annabel Gillings, Ruth Omphalius... Die Ozeane der Welt sind fast so alt wie die Erde selbst. Aber sie sind viel mehr als ein uraltes Wasserreservoir. Sie formen und verändern den Planeten. Die Weltmeere sind für das Klima verantwortlich, und in ihren Tiefen soll sogar das Leben entstanden sein. Die Reise von Thomas Reiter beginnt auf dem offenen Ozean. Hier verfolgt er den Weg der Wellen, die sich weit draußen auf den Meeren bilden, die Energie des Windes einfangen und weitertragen, bis sie schließlich auf Land treffen. Der uralte Kampf zwischen Ozeanen und Kontinenten wird durch Superzeitrafferaufnahmen eindrucksvoll in Szene gesetzt. Eine weitere uralte Kraft, durch die die Ozeane die Welt beeinflussen, sind die vielfach vernetzten und verzweigten Strömungssysteme. Thomas Reiter erklärt die neueste Forschungsrichtung, die einen kuriosen Ursprung hat: Gummientchen. Die schwimmfesten Tiere waren bei einem Schiffsunglück in den Pazifik gefallen und hatten von dort aus eine unglaubliche Reise um die Erde angetreten. Sie lenkten die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf ein weltumfassendes Strömungssystem, das heute als Globales Förderband bezeichnet wird. Diese gewaltige Strömung ist für den Wärmeaustausch auf der gesamten Erde von enormer Bedeutung. Dass die Ozeane genauso wie die Kontinente einem ständigen Wandel unterliegen, zeigt die Forschung von Tim Wright. Der Geologe untersucht Erdspalten in Äthiopien, die erst vor Kurzem entstanden sind. Diese ständig wachsenden Risse in der Oberfläche Ostafrikas interpretiert der Wissenschaftler als erste Prozesse, die zur Bildung eines Meeres führen. Das ist der einzige Ort der Welt, an dem man die Geburt eines neuen Ozeans beobachten kann, kommentiert Wright den Befund. Neue Meere entstehen, andere sterben. Ausgerechnet die Tage unseres liebsten Urlaubsmeeres sind gezählt. Das Mittelmeer verliert schon jetzt durch Verdunstung mehr Wasser, als Regen und die großen Flusssysteme wieder auffüllen können. Glücklicherweise wird es einige Millionen Jahre dauern, bis sich dort, wo sich heute Wassermassen ausdehnen, eine Salzwüste bildet.
02:50
R: Annabel Gillings, Ruth Omphalius... Man kann sie weder sehen noch riechen oder schmecken, trotzdem wäre alles Leben auf der Erde ohne sie zum Untergang verurteilt: Die Atmosphäre ist der Schutzschild unseres Heimatplaneten. Sie hüllt den Globus in eine warme, feuchte Schicht, bewahrt uns vor gefährlichen Strahlen aus dem All und hält den Sauerstoff bereit, den wir zum Leben brauchen. Thomas Reiter ist in dieser Folge völlig in seinem Element. Er nimmt den Zuschauer mit auf einen Flug im Tornado und berichtet von seinen Erlebnissen im Weltraum. Gemeinsam mit dem Moderator reist das Publikum durch die vier wichtigsten Schichten der Atmosphäre und lernt deren Bedeutung kennen. In Westaustralien besucht Thomas Reiter die ältesten Lebensformen der Welt: die Stromatolithen. Diese einfachen Einzeller sind für eine Revolution in der Erdgeschichte verantwortlich. Als eine der ersten Arten überhaupt nutzten sie Sonnenlicht als Energiequelle und betrieben Fotosynthese. Als Abfallprodukt ihres Stoffwechsels produzierten sie gigantische Mengen von Sauerstoff, der heute Lebensgrundlage für zahllose Lebewesen ist. Aber Sauerstoff ist nicht das einzige Gas, das eine überlebenswichtige Funktion für uns erfüllt. Auch Kohlendioxid ist von großer Bedeutung als Teil eines globalen Wärmeregelungssystems. Seine Eigenschaft, als Treibhausgas zu wirken und Sonnenlicht auf die Erde zurückzuspiegeln, wird im Zuge der Klimadiskussion stets als negativ beurteilt. Tatsächlich hat genau diese Eigenschaft die Erde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach vor der totalen Vereisung gerettet. Besondere Highlights dieser Folge sind die ungewöhnlichen Demonstrationen von Troy Hartman. Er ist Skysurfer und stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass Luft nicht einfach gasförmig ist, sondern auch Eigenschaften einer Flüssigkeit aufweist. Seine große Welle findet er nicht auf dem Meer, sondern am wolkenreichen Himmel im Norden Kaliforniens. Jim Edds bleibt zwar auf dem Boden, aber seine Forschungsarbeit ist deshalb nicht ungefährlicher: Edds ist Sturmjäger. Mit ihm reist das Team in den Anden geradewegs ins Zentrum einer gigantischen Gewitterfront. Die dabei entstandenen spektakulären Aufnahmen von Blitzen dokumentieren, wie viel Energie während eines Gewitters in der Atmosphäre freigesetzt wird.
03:35
R: Sophie Harris, Ruth Omphalius... Für viele ist Eis nicht mehr als gefrorenes Wasser – eine fatale Fehleinschätzung. Seit Menschen auf der Erde leben, war Eis die dominante Kraft. Eiszeiten lösten Massensterben aus, und Gletscher gaben den Landschaften, die wir bewohnen, ihre Form. Vermutlich haben die Eismassen sogar mehrfach die Entwicklung unserer Art beeinflusst. Thomas Reiter untersucht einen der größten Gletscher der Welt. Abgeseilt in einer Gletscherspalte des Vatnajökull im Südosten Islands lernt Thomas Reiter das Eis als eine der außergewöhnlichsten Substanzen der Erde kennen, die ganz verschiedene, zum Teil widersprüchliche Eigenschaften in sich vereint. Einerseits ist Eis sehr fest. Thomas Reiter und das Film-Team verlassen sich darauf, dass es so viel Festigkeit wie Fels besitzt und beim Abseilen ihr Gewicht problemlos trägt. Andererseits verhält sich das Eis eines Gletschers aber auch wie eine Flüssigkeit. Über längere Zeiträume betrachtet, überwindet es weite Strecken und gleitet ins Tal hinunter. Diese Fließbewegung konnte mithilfe extremer Zeitrafferaufnahmen sichtbar gemacht werden. Mehrere Monate beobachtete eine Spezialkamera beispielsweise den Argentiere-Gletscher in den französischen Alpen. Zusammengedrängt auf wenige Sekunden, ermöglichen die Aufnahmen, dass die Dynamik des Gletschereises für das menschliche Auge sichtbar wird. Welche gewaltigen Energien tatsächlich im Eis schlummern, kann man an den Landschaften sehen, die einst von Eis bedeckt waren. Joe Houlding ist einer der besten Extrembergsteiger der Welt. Er bezwingt für die Sendung den El Capitan, einen Monolithen im kalifornischen Yosemite-Nationalpark. Der Fels wurde zum Eldorado der Kletter-Szene, weil die Wände des Giganten fast senkrecht aufragen und erstaunlich glatt geschliffen sind. Es gibt nur sehr wenige Bergsteiger, die dieser Herausforderung gewachsen sind. Ohne den Einfluss des Eises wäre der El Capitan allerdings ein Allerweltshügel geblieben. Während einer der letzten Eiszeiten schliffen die Eismassen eines gigantischen Gletschers den Fels in Form. Eine ganz besondere Perspektive auf ihren Gletscher hat die Glaziologin Miriam Jackson. Ihr Arbeitsplatz liegt mehrmals im Jahr bis zu 200 Meter tief unter den Eismassen des norwegischen Svartisen-Gletschers. In dem Eislabor am Gletscherboden versucht sie herauszufinden, warum das Eis sich überhaupt talwärts bewegt und welche Geschwindigkeiten es erreichen kann. Dabei macht sie eine sensationelle Entdeckung: Auf dem Boden des Gletschers gibt es trotz konstanter Minusgrade Wasser, das nicht gefroren ist. Ebenfalls einem Gletscher auf den Grund gehen möchte Konrad Steffen. Seit 30 Jahren untersucht der Wissenschaftler den Jacobshavn-Gletscher in Grönland. In den Eisgiganten kann man allerdings kein Eislabor schmelzen. Steffen versucht stattdessen, eine Kamera, die die NASA für die Erkundung fremder Planeten entwickelt hat, auf den Grund des Gletschers hinabzulassen.
04:20
R: Ben Lawrie, Ruth Omphalius... Innerhalb von viereinhalb Milliarden Jahren verwandelte sich der Planet Erde von einem leblosen Gesteinsbrocken in die bunte Welt, die wir heute kennen. Diese Entwicklung geschah keineswegs linear, die Geschichte der Erde ist eine Abfolge von Zerstörung und Neuanfang. Der Film fragt nach der speziellen Rolle der Erde, die durch eine Vielzahl von besonderen Bedingungen Heimat für das Leben werden konnte. Thomas Reiter hat sich auf die Suche nach Hinweisen gemacht, die die wichtigsten Wendepunkte in der Erdgeschichte illustrieren. Im Dschungel Mexikos wurde er fündig. Dort taucht der Moderator in einer Höhle, die sich als Teil eines weitläufigen Tunnelsystems entpuppt. Erst kürzlich stellten Höhlentaucher fest, dass dieses System aus Durchgängen und überschwemmten Höhlen fast die gesamte Halbinsel Yucatan durchzieht. Aber erst moderne Geosatellitentechnologie ermöglichte den Wissenschaftlern herauszufinden, welchen Ursprung die geheimnisvollen Höhlen haben. Messungen aus dem All zeigen, dass sich die Höhlen am Rand einer gewaltigen trichterförmigen Struktur gebildet haben. Diesen Krater hatte vor 65 Millionen Jahren der Asteroid geschlagen, der vielleicht den Untergang der Dinosaurier besiegelte. Am Ende seiner spannenden Reise durch die Geschichte der Erde stößt Thomas Reiter auch auf Spuren, die eine vergleichsweise neue Kraft auf dem Planeten hinterlassen: unsere Spuren. Der Mensch ist zum bedeutenden Faktor für die Erde geworden. Er ist dazu in der Lage, ihre Oberfläche und ihr Klima zu verändern. Aus dem All konnte Thomas Reiter vor allem auf der Nachtseite der Erde erkennen, wie dominant der Mensch tatsächlich ist. Die Lichtermassen der Städte und Siedlungen verdeutlichen die Ausbreitung des Menschen auf dem Globus. Er ist der nächste entscheidende Faktor in der langen Geschichte der Erde.
05:05
R: Marc Szeglat... Erdbeben verursachen erhebliche Schäden. Spätestens seit der Reaktorkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die Erdbebensicherheit weltweit wieder in den Fokus gerückt. Das Terra X-Team begleitet Forscher in die seismisch aktivsten Gebiete der Erde. Mit den unterschiedlichsten Methoden versuchen die Wissenschaftler herauszufinden, wie ein Beben tatsächlich entsteht. Nur so kann ein effizienter Erdbebenschutz entwickelt werden. In Chile untersucht beispielsweise der Geophysiker Professor Dr. Stephen Miller von der Universität Bonn mit seinem Team eine Region in den chilenischen Anden. In dieser seismisch hochaktiven Gegend stellen die Wissenschaftler erstaunliche Dinge fest: 2010 hatte ein Erdbeben der Magnitude 8,8 den Seeboden vor der Küste Chiles erschüttert. Der Boden brach auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern auf und hätte eigentlich einen gewaltigen Tsunami auslösen müssen. In Panik flüchteten die Bewohner aus der Küstenregion, doch wie durch ein Wunder blieb der Tsunami aus. Der Grund dafür: Das Beben selbst verhinderte die Katastrophe. Innerhalb weniger Sekunden hob es die Küste um 2,5 Meter und errichtete so einen Schutzwall gegen die Überflutung. Solche überraschenden Beobachtungen machen deutlich, wie wenig vorhersehbar die gewaltigen Kräfte der Erde noch immer sind. Miller sieht vor allem in dem Zusammenwirken von Erdbeben und Vulkanen ein wichtiges Forschungsgebiet. Dass Erdbeben längst nicht immer im Zusammenhang mit Vulkanen stehen müssen, zeigt das Projekt USArray. In Michigan, mitten in der nordamerikanischen Prärie, begleitet Terra X ein USArray-Team. Die Männer versenken einen hochempfindlichen Seismographen in der Erde, Teil eines Netzwerks von 400 solcher Geräte, die überall in den USA Messungen durchführen. Die Seismographen haben keinen festen Platz, vielmehr wird das Netz nach einer festgelegten Zeit immer weiter von Westen nach Osten bewegt. Auf diese Weise soll mit nie da gewesener Genauigkeit die amerikanische Unterwelt erforscht werden. Vor allem die Frage, warum Erdbeben gelegentlich auch weit entfernt von den tektonisch aktiven Grenzen der Kontinentalplatten ausgelöst werden können, kann nun beantwortet werden. Offenbar tauchen nicht alle Platten, wie bisher angenommen, als Ganzes an einer sogenannten Subduktionszone in den Erdmantel ein, um wieder eingeschmolzen zu werden. Die gewaltige Ozeanplatte, die seit mehr als 100 Millionen Jahren vor der Westküste der USA in die Tiefe sinkt, tut dies beispielsweise ganz und gar nicht in einem Stück. Im Verlauf der USArray-Forschung wurden stattdessen Fragmente nachgewiesen, die in geringer Tiefe unter dem Kontinent bis nach New York reichen. Diese Bruchstücke sind in der Lage, den Kontinent zu destabilisieren und bis hin zur Ostküste Erdbeben auszulösen, weit weg von der eigentlichen Subduktionszone an der Westküste Amerikas. All diese Forschungen lassen die Möglichkeit sinnvoller Erdbebenvorhersage immer unwahrscheinlicher werden. Allerdings gibt es manchmal überraschende Hilfe. Im Umland der italienischen Stadt L'Aquila erforscht die britische Biologin Rachel Grant seit über vier Jahren das Verhalten von Kröten. Wenige Tage vor dem Beben im Jahr 2009 verschwanden sämtliche Kröten aus dem nahegelegenen See. Zwei Wochen nach dem Beben tauchten sie wieder auf. Grant vermutet, dass sich im Vorfeld des Bebens die chemische Zusammensetzung des Seewassers geändert haben könnte. Vielleicht eröffnen die sensiblen Amphibien ganz neue Möglichkeiten für die Vorhersage von Erdbeben. In Disaster City in Texas steht nicht die Vorhersage von Erdbeben im Vordergrund, hier übt man vielmehr, was zu tun ist, wenn die Erde bereits gebebt hat. 70 000 Spezialisten aus aller Welt kommen jedes Jahr in die texanische Katastrophenstadt, um hier das ABC des Rettens zu trainieren. Was passiert, wenn bei einem Erdbeben Gebäude über ihren Bewohnern einstürzen? Wo könnten Überlebende verborgen sein, und wie kann man sie bergen? Auf einer Fläche von 30 Fußballfeldern wird der Horror so echt wie nur möglich nachgespielt, damit die Rettungskräfte handlungsfähig sind, wenn es zum Ernstfall kommt. Über die besondere Bedrohung, die von Atomkraftwerken in Erdbeben gefährdeten Gebieten ausgehen, denkt man seit dem Reaktorunglück von Fukushima fast überall auf der Welt ernsthaft nach. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: In Akkuyu, im Süden der Türkei, beginnt ein russisches Konsortium mit dem Bau des ersten türkischen Atomkraftwerks in unmittelbarer Nähe einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten 100 Jahre ein Beben vergleichbar mit dem in Fukushima zu erwarten ist.