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3 SAT
05:35
Wasser und Wind, Inseln und Halbinseln, Strand und Dünen – all das ist typisch für Zeeland. Der Film stellt das Reiseziel Walcheren vor, die Halbinsel der niederländischen Provinz Zeeland.
05:50
R: Hannah Kristina Friedrich... Jewgeni Kissin – ein Solitär unter den Pianisten. Filmemacherin Hannah Kristina Friedrich hat ihn in seiner neuen Heimat Prag zu einem seiner seltenen Interviews getroffen. Er ist das Gegenteil eines Show-Talents wie es etwa Lang Lang ist. Gerade deshalb zieht er das Publikum weltweit in den Bann wie kaum ein anderer Pianist. Einst als Wunderkind aus der damaligen Sowjetunion von Karajan gefördert, versetzte er die Musikwelt in Verzückung. Einer, der sich für nichts anderes interessierte als für seine 88 Tasten. Inzwischen ist Jewgeni Kissin ein anderer geworden. Er ist nicht mehr nur mit Mutter und Lehrerin unterwegs, sondern hat geheiratet und interessiert sich plötzlich auch für Politik. Vor allem für Israel, das Land seiner Vorväter. Jetzt hat er sich Beethovens Klavier-Sonaten gewidmet. Und die klingen heute genauso eigenwillig wie makellos.
06:05
3satTextVision
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Riverboat
12:15
Die Lage vieler kleiner Gemeinden ähnelt sich: Der Bäcker verschwindet, die Gaststätten auch. Vereine suchen Nachwuchs, aber die Zugezogenen im Neubaugebiet sind alle berufstätig. Gleichzeitig werden die Menschen im Ortskern älter und hilfsbedürftiger. Unser Dorf soll schöner werden hieß früher eine Initiative. Heute geht es weniger um Fassaden als ums soziale Miteinander. sonntags stellt Orte vor, die es mit Dorferneuerung versuchen.
12:45
R: Elke Werry... Anuradhapura war von 250 vor Christus bis 1017 Hauptstadt des singalesischen Königreichs. Die archäologische Stätte einer frühen buddhistischen Zivilisation gibt viele Rätsel auf. Die antike Stadt, heute UNESCO-Welterbe, wurde im Dschungel vergessen, bis sie um 1820 durch eine britische Expedition wiederentdeckt wurde. Im 4. Jahrhundert vor Christus gegründet, entwickelte sie sich zum religiösen und politischen Zentrum von Sri Lanka. Mittelpunkt der Stadt war der heilige Bodhi-Baum, ein Ableger jenes Pappel-Feigen-Baumes in Indien, unter dem Siddhartha Gautama seine Erleuchtung erfahren hat und zu Buddha wurde. Um diesen Baum herum wurden buddhistische Klöster und Wohnanlagen für die Mönche gebaut, Stupas und Tempel errichtet. Man geht davon aus, dass damals in Anuradhapura bereits über 100 000 Menschen lebten, hochzivilisiert und modern, auf einer Fläche von über 40 Quadratkilometern. Für die Wasserversorgung dieser Trockenregion im Norden Sri Lankas wurden künstliche Seen angelegt, die den Monsunregen speicherten und die Bewässerung der Reisfelder regulierbar machten. Anuradhapura war eine blühende antike Metropole – bis sie im 11. Jahrhundert nach verlorenem Krieg aufgegeben und verlassen wurde. Nur der Bodhi-Baum, die Wurzel des buddhistischen Glaubens in Sri Lanka, wurde gepflegt und geschützt. Er gilt als der älteste historisch dokumentierte Baum der Welt und ist bis heute das Ziel vieler Pilger. Die antiken Stadtruinen, Monumente und Klöster werden seit mehr als 100 Jahren erforscht, freigelegt und restauriert.
13:00
ZIB
13:20
R: Lisa Eder... Der berühmte Etosha-Nationalpark im Norden Namibias zieht Touristen aus aller Welt an. Der Film begleitet den Tierarzt von Etosha und eine Gruppe von Rangern bei ihren Einsätzen im Gelände. Bereits 1907 gegründet, gehört er zu den ältesten Nationalparks der Erde. Doch Etosha ist beileibe keine heile Welt: Auch hier konkurrieren Löwen, Nashörner, Zebras, Elefanten und Giraffen mit den Menschen und ihrem Vieh um Land, Wasser und Nahrung. Umso wichtiger ist es, die Anwohner ins Park-Management einzubeziehen. Nur, wenn die Bevölkerung freiwillig mitmacht, so Tierarzt Mark Jago, kann der Schutz der Wildtiere von Dauer sein. Ein lebendes Nashorn bringt mehr als ein totes, das muss allen klar werden. Der Erfolg gibt den Verantwortlichen recht: Namibia ist Vorreiter beim Tier – und Naturschutz in Afrika. Der Bestand vom Aussterben bedrohter Arten wie etwa dem Breitmaulnashorn ist seit Jahren stabil. Die Wilderei wurde erfolgreich eingedämmt. Der Film führt auch zu den San. Das kleine, zähe Volk der Buschleute hat Jahrtausende in den Wüsten und Steppen des südlichen Afrika überlebt. Das Kerngebiet des Etosha-Parks war einst ihr Territorium, bevor ein Großteil von ihnen in Reservate verbannt wurde. Traditionell leben sie als Jäger und Sammler.
14:05
R: Cornelia Volk, Jürgen Jozefowicz, Tarina Jozefowicz... Elefanten ganz nah zu sein, ist für Dr. Michael Chase ein überwältigendes Erlebnis. Die Dokumentation begleitet den Ökologen bei seiner Arbeit. Er stattet die Tiere mit Sendehalsbändern aus, um herausfinden, wo genau sogenannte grüne Korridore eingerichtet werden sollten. Sie sollen den Elefanten künftig vor allem in Zeiten großer Dürre sichere Wanderungen zu Wasser und Nahrung ermöglichen. Während der Trockenzeit ziehen sie in großen Herden aus allen Teilen Botsuanas zu den Flüssen, die ganzjährig Wasser führen. Doch die Dickhäuter-Population, mit über 130 000 Tieren die größte weltweit, wächst stetig und setzt der Vegetation zunehmend zu. Chase markiert die von Elefanten entrindeten Bäume und notiert die Verwüstungen in den Mopane-Wäldern. Beobachtungen aus der Luft und die Daten der Satellitenhalsbänder liefern ihm Informationen über bevorzugte Routen.
14:45
R: Dereck, Beverly Joubert... Vor der atemberaubenden Kulisse des Okavango-Deltas in Botsuana dokumentiert der Film mit liebevollem Humor das Heranwachsen eines etwas tollpatschigen Leopardens. Die ersten Lebenswochen verbringt der kleine, tapsige Leopard Dikeledi im Schatten eines mächtigen Leberwurstbaumes. Seine Mutter, Lehrmeisterin und einzige Gefährtin, weiß, was ein Spitzenräuber im Okavango-Delta können muss, um zu überleben. Sie betreut ihn mit Geduld und großer Fürsorge. Schnell zeigt sich, dass Dikeledi als Leopard nicht gerade ein Naturtalent ist. Er stellt sich oft besonders ungeschickt an, wenn er – neugierig wie alle Katzen – die wundersame Welt ringsum erkundet. Auch nach Monaten beherrscht er die Kunst des Kletterns nicht, wie es sich für einen Leoparden geziemt. Er besitzt wenig Gespür für Balance und den Umgang mit seinen übergroßen Pranken. In einem Alter, in dem er längst selbst jagen sollte, lässt sich der Schlaks noch immer genüsslich von der Mutter mit Nahrung versorgen. Doch plötzlich ändert sich alles: Sein Vater erscheint im Revier und macht der paarungsbereiten Leopardin den Hof. Für Dikeledi gibt es jetzt keinen Aufschub mehr: Er muss gehen. Ohne Jagderfahrung und umgeben von Hyänen, Schakalen, Geiern und Pavianen stolpert der junge Leopard zunächst von Misserfolg zu Misserfolg. Beinahe verpasst er die Chance seines Lebens, weil er zu tief schläft. Der erste eigene Riss – ein Wendepunkt. Langsam, aber sicher findet der Leopard mit den kleinen Schwächen seinen Platz in der großen, weiten Welt.
15:30
R: Cornelia Volk, Jürgen Jozefowicz... Die Kalahari im Süden Afrikas gilt als eine der vielfältigsten und artenreichsten Wüsten der Welt. Sie war einst Schauplatz riesiger Tierwanderungen. Tausende Huftiere – und in ihrem Gefolge Löwen, Wildhunde und Geparde – zogen vom Okavango-Delta durch die Zentralkalahari nach Süden und zurück, wenn der sporadische Regen mal hier, mal dort schmackhafte Gräser und natürliche Tränken in die Landschaft zauberte. Davon profitierten auch die Buschmänner, die seit über 20 000 Jahren in dieser Wüste leben. In letzter Zeit hat sich die Kalahari jedoch stark verändert. Die riesige zusammenhängende Wildnis ist zu einem Mosaik aus Naturschutzgebieten und Farmen geworden. Kilometerlange Zäune zerschneiden das Ökosystem. Sie sollen den 2,5 Millionen Rindern Botsuanas Wildtierkrankheiten vom Leib halten.
16:15
R: Erika Kimmel, Bernd Isecke... In der weitläufigen Serengeti leben tausende Tierarten – eines davon ist das Spitzmaulnashorn, doch es ist vom Aussterben bedroht. Ein Großprojekt soll den Artbestand retten. Drei Nashorn-Weibchen und zwei Männchen gehen auf die Reise ins Land ihrer Vorfahren. Der Film begleitet den Auftakt zur größten Umsiedlung, die jemals durchgeführt wurde, vom Einfangen der Tiere in Südafrika bis zur Entlassung in die Wildnis. Die Serengeti im ostafrikanischen Tansania ist eines der letzten Naturparadiese der Erde. Auf einer Fläche von 30 000 Quadratkilometern Steppe, Savanne und Busch finden hunderte von Tierarten ihre Heimat – davon mehr als eineinhalb Millionen Pflanzenfresser und mehrere tausend Raubtiere. Allein eineinhalb Millionen Gnus ziehen jedes Jahr, wenn die Trockenzeit beginnt, durch das weite Land und lassen auf der Suche nach Futter und Wasser den Boden unter sich beben. Ohne den Dung der Gnus gäbe es in der Serengeti kein Gras. Nur das älteste Landsäugetier, das seit rund 14 Millionen Jahren den afrikanischen Kontinent bevölkert, sucht man in der Serengeti inzwischen fast vergeblich: Nashörner. Anhaltende skrupellose Wilderei hat den Bestand innerhalb von 20 Jahren an den Rand der Ausrottung gebracht. Während 1970 noch rund 60 000 Spitzmaulnashörner durch die afrikanischen Savannen streiften, sind heute nur noch circa 4000 dieser eindrucksvollen Tiere übrig. Von der am stärksten bedrohten Unterart Diceros Bicornis Michaeli leben insgesamt nur noch 700 Tiere, davon knapp 70 verteilt auf drei verschiedene Gebiete in Tansania. Zu wenige, um die Art zu erhalten. Mit dem Serengeti Rhino Repatriation Project der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt sollen 32 Artgenossen aus Südafrika die Gruppe der letzten Spitzmaulnashörner in der Serengeti überlebensfähig machen. Fünf bis sechs Tiere pro Flugzeug, in Transportkisten verpackt, sollen auf der Steppenpiste in der Serengeti landen. Zurück ins Land ihrer Ahnen, die im Jahr 1961 zum Schutz vor Wilderern nach Südafrika in Sicherheit gebracht wurden. Nun sollen deren Nachkommen die letzten ihrer Art vor dem Aussterben bewahren – Rettung in letzter Sekunde. Doch das millionenschwere Projekt, ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zugunsten von Mensch und Tier, ist noch lange nicht beendet. Der schwierigste Teil steht noch bevor: den Schutz der Tiere gegen Wilderer zu gewährleisten. Militärisch geschulte Ranger haben ihre Arbeit bereits aufgenommen – 24 Stunden täglich auf den Spuren der ersten Hoffnungsträger.
17:00
Wer die Tierwelt Afrikas hautnah erleben will, hat im südlichen Teil des Kontinents die Qual der Wahl. Der Film lädt auf eine Entdeckungstour durch Botsuana, Namibia und Südafrika ein. Zahlreiche Nationalparks und Schutzgebiete sind zwischen West – und Ostküste ausgewiesen. Botsuana ist ein Safari-Paradies, die Landschaft Namibias gehört zu den reizvollsten des Kontinents, und Kapstadt gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Nirgendwo in Afrika sind mehr Elefanten anzutreffen als im Chobe-Nationalpark in Botsuana. Staatliche und private Naturreservate machen fast ein Viertel des Staatsgebietes aus. Drehscheibe für Urlauber im nördlichen Botsuana ist Maún. Von hier aus starten die Reisen in das Okavango-Delta mit seiner einzigartigen Wasser – und Tierwelt. In Namibia führt die Tour in die Küstenstadt Swakopmund, zu den farbenprächtigen Dünen von Sossusvlei und in den Namib-Naukluft-Nationalpark. Wer weiter reist nach Südafrika, kann zwischendurch Stadtluft schnuppern: Kapstadt gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Rundherum kommt der Genuss nicht zu kurz, etwa bei einem Besuch auf einem der legendären Weingüter. Über die Garden Route mit ihrer wilden Küste geht es gen Nordosten. Im Hluhluwe – oder im Krüger-Nationalpark trifft man auf die berühmt-berüchtigten Big 5: Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Büffel. Der Norden des Landes bietet zudem Einblicke in südafrikanische Alltagswelten: Unter fachkundiger einheimischer Führung lohnt ein Besuch in Soweto, wo die Apartheid beendet wurde.
18:30
nano
19:00
anschließend: 3sat-Wetter.
19:20
Kulturzeit
20:00
Tagesschau
20:15
In atemberaubenden Bildern zeigt die Dokumentation Das Kap – Zwischen Tropen und Eismeer das kontrastreiche Leben in einer Region, die von zwei mächtigen Meeresströmungen bestimmt wird. Im Osten ist es der Agulhas im Indischen Ozean, der warmes Wasser Richtung Süden bewegt, im Atlantischen Ozean im Westen der Benguela, der eiskaltes Wasser in Richtung Äquator befördert. Das Leben könnte nicht kontrastreicher sein als an der Südspitze Afrikas. Frisch geschlüpfte Meeresschildkröten beginnen ihr Leben mit einem gefährlichen Wettlauf über den Strand. Wenn sie zu Hunderten ihr warmes Sandnest verlassen, warten schon jede Menge Fressfeinde auf sie. So schnell sie können, krabbeln sie zum Meer, doch die jungen Schildkröten sind kaum sieben Zentimeter lang und auf ihrem Weg zum rettenden Ozean noch leichte Beute für hungrige Vögel und sogar für Krabben. Den Gewinnern in diesem Rennen winkt nach der harten Prüfung ein 80-jähriges Leben im nahrungsreichen Indischen Ozean. Dieses Meer ist auch die Heimat eines seltsamen Fisches: Dickkopf-Stachelmakrelen sind etwa so groß wie ein Mensch und einzelgängerische Jäger. Doch einmal im Jahr versammeln sich Schwärme von ihnen zu einer Gruppenreise flussaufwärts. Es sind jedoch nicht Laichgebiete im Süßwasser, die diese Fische ansteuern, und ihr Unternehmen ist umso rätselhafter, als sich auch das Verhalten der Fische auf dieser Reise zu verwandeln scheint. Ein wahres Schmetterlingsparadies ist der bisher weitgehend unerforschte Regenwald in Mosambik. Er verdankt seine üppige Vegetation den reichen Niederschlägen, die das warme Wasser des Indischen Ozeans mit sich bringt. Um ihren luftigen Paarungstanz vollführen zu können, müssen die großen Falter aber den dichten Wald verlassen und den baumlosen Gipfel des Monte Mabu anfliegen. Die 3000 Meter hohen Gipfel der Drakensberge sind sogar für Regenwolken eine unüberwindliche Barriere, und so bleiben Niederschläge im Landesinneren Südafrikas eine Seltenheit. Wenige Regenwolken erzeugen auch die kalten Wasser des Benguelastroms, der an der Westküste Südafrikas regiert, doch in Namaqualand genügt schon die Feuchtigkeit aus dem Nebel, um den Küstenstreifen alljährlich in ein farbenprächtiges Blütenmeer zu verwandeln. Das fischreiche kalte Wasser aus der Antarktis, das die Südspitze Afrikas erreicht, bringt nicht nur reichlich Nahrung für die größte Hai-Population der Erde und riesige Meeresbewohner wie den Brydewal, es hat auch den Brillenpinguinen neue Brutgebiete am Kap der Guten Hoffnung erschlossen. Unter der afrikanischen Sonne haben sie allerdings mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als ihre Verwandten im ewigen Eis der Antarktis.
21:00
Sie ist nicht nur die bekannteste, sondern auch die größte Wüste der Erde: die Sahara. Mit mehr als neun Millionen Quadratkilometern bedeckt sie fast ein Drittel des afrikanischen Kontinents. Wo die Temperatur regelmäßig 40 Grad übersteigt und mehrere Jahre kein einziger Tropfen Regen fällt, ist Leben nahezu unvorstellbar. Und doch gibt es Tiere, denen es gelingt, in diesem faszinierenden Trockengebiet zu überleben. In den Randgebieten der großen Wüste leben Spezialisten wie das Grevy-Zebra. Es ist das größte unter den Zebras und kann bis zu drei Tage ohne Wasser auskommen. In unterirdischen Bauen, wo gemäßigte Temperaturen herrschen, ist der Nacktmull zu Hause. Diese fast haarlosen Nagetier-Verwandten leben ähnlich wie staatenbildende Insekten in großen Gemeinschaften mit einer Königin. Nur in den Nachtstunden können sie sich an die Oberfläche wagen – und auch das tun meist nur die jungen Prinzessinnen, wenn es Zeit wird, einen neuen, eigenen Staat zu gründen. Dass die Sahara jedoch vor wenigen tausend Jahren fruchtbares und bewohntes Land gewesen sein muss, beweisen nicht nur Funde von fossilen Baumstämmen und die steinzeitlichen Tierdarstellungen in den Felsen von Messak Settafet, sondern auch die heutigen Bewohner der Kraterseen im Waw an-Namus. Krokodile sitzen hier mitten in der endlosen Wüste quasi in der Falle. Wenn sie in den kühlen Abendstunden auf die Jagd gehen, versammelt die Buntbarsch-Mutter ihre frisch geschlüpften Jungen im eigenen Maul, um sie zu schützen. Satellitenbilder lassen die ungeheuren Ausmaße eines urzeitlichen Sees in der Bodélé-Senke im Tschad erahnen. Heute wirbelt hier der Wüstenwind das vertrocknete Sediment auf und trägt den mineralreichen Staub bis nach Südamerika ins Amazonasgebiet. Obwohl nur knapp ein Fünftel der Sahara tatsächlich aus Sand besteht, kann der Wind hier verheerende Sandstürme von eineinhalb Kilometer Breite auslösen, die imstande sind, ganze Karawanen zu verschlucken. Unablässig verformt er die Dünenlandschaft und erschwert selbst Wüstenspezialisten wie den Dromedaren die Orientierung. Um zu überleben, sind sie auf das Wissen ihrer menschlichen Begleiter angewiesen. Millionen Schwalben überqueren Jahr für Jahr dieses lebensfeindliche Gebiet auf ihrem Weg zwischen den Brutgebieten in Europa und den Winterquartieren südlich der Sahara. Um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken, sind sie auf Insekten angewiesen, die imstande sind, auch aus ungenießbaren Wasseransammlungen die Giftstoffe herauszufiltern. Wenn es sogar für die Fransenfinger-Eidechse zu heiß wird und sie sich zurückzieht, kommen die Silberameisen aus ihrem unterirdischen Bau hervor. Die silbrige Farbe ihres Körpers reflektiert das Sonnenlicht optimal, aber sogar sie können nicht länger als zehn Minuten in der Sonnenhitze der Wüste überleben. Buchstäblich gegen die Uhr müssen sie auf Nahrungssuche gehen. Für die Silberameisen ist Orientierung ganz besonders wichtig – immer den kürzesten Rückweg zu ihrem Bau zu wissen, ist entscheidend; ein unvorhergesehener Umweg kann sie das Leben kosten.
21:45
R: Udo Maurer, Manfred Christ... Mit etwa drei Millionen Einwohnern ist Nairobi eine der größten Städte Afrikas, doch die Metropole breitet sich mitten in der Savanne aus, und die Wildnis erreicht die Hauptstadt Kenias. Nur wenige Meter neben dem Flughafen betritt man den Nairobi-Nationalpark. Entlang der Autobahn, nur getrennt durch einen Maschendrahtzaun, spazieren Löwen, Hyänen, Giraffen und Nashörner durchs Gras, während auf den Alleebäumen im Stadtzentrum Marabus nisten. Auch Leoparden dringen bis ins Zentrum vor. Ein Zaun soll die Wildtiere vor den Stadtbewohnern und die Stadtbewohner vor den Wildtieren schützen. Doch dieser Zaun ist löchrig. Daher haben die Ranger des Kenya Wildlife Service auch alle Hände voll zu tun, eine gefährliche Situation nach der anderen zu verhindern. Die Millionenstadt Nairobi und ihr Umland laufen zugleich auch Gefahr, dass die afrikanische Wildnis zu einem Zoo verkommt. Der Grund dafür ist der direkt ans Stadtgebiet angrenzende Nairobi-Nationalpark. Er bezieht seine Vitalität von einem offenen Korridor, der zu den anderen großen Schutzgebieten Kenias führt. Über diesen Korridor spielt sich ein reger Austausch ab, ein Kommen und Gehen der großen Herden. Vor allem während der Trockenzeit, wenn es für die Tiere darum geht, die letzten offenen Wasserstellen zu finden, herrscht dort emsiges Treiben. Der Korridor ist die Garantie dafür, dass die Tiere wild und natürlich in Freiheit existieren können. Doch wie lange wird es diesen Durchlass noch geben? Nairobi wächst unaufhörlich, die Stadt dehnt sich bis in die Wildnis aus. Die Gefahr besteht, dass der Nationalpark vom Rest Kenias abgeschnürt wird. Die Wanderungen der Tiere würden dann unterbunden werden. Was übrig bliebe, wäre gewissermaßen ein Zoo: Die Tiere wären Statisten, die den Besuchern das heile Afrika zu verkaufen hätten. Diese Gefahr vor Augen, versucht ein privater Landbesitzer, den Korridor zu erhalten. Der in Kenia geborene Sandy Simpson ist zwar kein Tierforscher, aber er weiß, was zu tun ist. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um passende Grundstücke zu erwerben und Landbesitzer von seiner Initiative zu überzeugen. Er tut alles, um die Massai auf seine Seite zu ziehen, deren Rinderherden den Konflikt zwischen Wildnis und Stadt noch anheizen. Regisseur Udo Maurer ist mit dem Kenya Wildlife Service auf Patrouille gefahren und hat die bizarre Schönheit des Nairobi-Nationalparks vor dem Hintergrund der Wolkenkratzer-Skyline erlebt.
22:00
ZIB 2
22:25
S: Michael Teutsch; R: Michael Teutsch... Doku über eine deutsch-schottische Freundschaft., Die Story, die Dokufilmer Michael Teutsch erzählt, beginnt 1955 in Berlin, als seine Oma den schottischen Besatzungssoldaten Alex zu Weihnachten einlud: der Beginn einer länderübergreifenden Freundschaft zweier Familien, die bis heute anhält. Alex Hodge lebt schon ewig in Australien und ist ein witziger, kluger Gesprächspartner, aber leider verharrt diese Doku so im Persönlichen, dass sich das Interesse daran doch in Grenzen hält.
23:55
R: Almut Faass... In vielen Metropolen ist bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener kaum noch zu kriegen. Die Mieten explodieren. Sven und Angelina wohnen in München mit ihren zwei Söhnen auf 54 m2. In der Zweizimmerwohnung ist kaum Platz für den Esstisch. Die Eltern schlafen auf einer Klappcouch. 1000 Euro könnten sie für eine größere Bleibe zahlen. Doch dafür finden sie nichts. Und auf dem Land fehlen Krippenplätze… Ivana, alleinerziehend mit zwei Kindern, muss nach 13 Jahren ihre Wohnung in Stuttgart räumen, weil der Vermieter Eigenbedarf anmeldet. Da es Absagen hagelt, fürchtet sie in schlaflosen Nächten, obdachlos zu werden. – Die Reportage begleitet die Odysseen wohnungssuchender Familien. Gibts ein Happy End?
00:25
10 vor 10
00:50
Ist man ständig müde, schiebt man es gern auf die Frühjahrsmüdigkeit – selbst wenn gar kein Frühling ist. Das liegt vermutlich daran, dass die Übergangsjahreszeiten immer kürzer werden. Aber gibt es die Frühjahrsmüdigkeit überhaupt? Mögliche Antworten auf diese und andere Fragen geben der Künstler und Bibliothekar der ungelesenen Bücher Julius Deutschbauer und die Autorin und Journalistin Carmen Stephan.
01:15
Ist es wirklich wichtig, welche drei Gegenstände man auf eine Insel mitnimmt – oder geht es nicht vielmehr darum, welche Insel das Ziel ist? In der Sendung ohne Namen dreht sich diesmal alles um Inseln. Wie definiert sich der Begriff Insel überhaupt? Warum ist Großbritannien eine Insel und Australien ein Kontinent? Warum ist der Nordpol kein Kontinent? Und ist Österreich wirklich eine Insel der Seligen?
01:40
Drei Tage, fünf Bühnen und rund 60 Musik-Acts: Das PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg war auch im zweiten Jahr das Highlight des bayerischen Festivalsommers. Vom 8. bis 10. Juni 2017 feierten rund 7500 Besucher auf dem Schlossgelände von Kaltenberg zu großartiger Livemusik. PULS OPEN Air 2017 präsentiert die Auftritte von Mighty Oaks und Voodoo Jürgens. Das Wahlberliner Trio Mighty Oaks besingt, was der Modetrend nur vortäuscht: Bodenständigkeit, Liebe, Zusammenhalt – alles verpackt in hemdsärmeligem Folk. Die Austro-Pop-Welle ist um eine echte Sensation reicher: Der österreichische Liedermacher Voodoo Jürgens hat mit Heite grob ma Tote aus einen der skurrilsten, aber auch eingängigsten Songs des Jahres 2017 geliefert – ein Friedhofsgärtner als Wiener Tourguide.
02:40
3sat präsentiert die Auftritte von Sigrid aus Norwegen und Shout Out Louds aus Schweden vom PULS Open Air 2017. I'm young, I don't care, I won't quit – ich bin jung, es ist mir egal, ich höre nicht auf: Diese Textzeile steht auf einer Jacke, die Sigrid auf einem Pressefoto trägt – und das könnte auch ihr Mantra sein. Selbstbewusstsein hat die norwegische Sängerin genug. Sigrid hat bislang zwar nur eine Single veröffentlicht, aber die ist ein Pop-Banger. Sie kommt aus Bergen und wuchs in einer Musiker-Familie auf. Früher hörte sie die Jon-Mitchell-Platten ihres Vaters, mittlerweile pumpt sie Grime und norwegischen Trap. Seit Shout Out Louds 2003 mit dem Album Howl Howl Gaff Gaff ihr Debut feierten, sind die fünf Musiker aus Stockholm so etwas wie die Seele der Indie-Szene. Unaufgeregt und stilsicher lieferten sie über Jahre neues Hymnen-Material für durchtanzte Nächte. Nach einer längeren Pause sind sie jetzt wieder unterwegs.
03:40
Das junge belgische Trio Triggerfinger, zu Gast beim Bonner Crossroads-Festival im Oktober 2017, hat zwar erst ein Album veröffentlicht, gilt in seiner Heimat aber als große Hoffnung. Triggerfinger geht mit gehörigem Tempo durch die Rockhistorie. Urwüchsiger Rock'n Roll, an Creedence Clearwater Revival erinnernder Proto-Rock aber auch an Led Zeppelins gemahnende wuchtige Heavy-Dramen sind ihr Metier. Sie geben brachiale Konzerte: laut, mit entwaffnendem Humor, in gepflegten Anzügen und von unbändiger Spielfreude.
04:25
Das norwegische Quartett Spidergawd, zu Gast beim Bonner Crossroads-Festival im Oktober 2017, spielt wilden Rock'n'Roll: kraftvoll und hart – ein Exzess, der die Sinne betäubt. Irgendwo zwischen Black Sabbath, Motörhead, klassischem Thin-Lizzy-Sound und beherzt beschleunigtem Groove zelebrieren die Norweger einen magischen Maelstrom, errichten Soundgebirge von ehrfurchtgebietenden Ausmaßen. Sie schleudern zuhauf brachiale Riffs und Hooks von der Bühne. Man höre und schaue sich allein an, wie ex-Motorpsycho-Rocker Kenneth Kapstad seine Trommeln in spektakulären Fill-In-Exzessen wund knüppelt, wie Per Borten sich mit Gitarre und Stimme verausgabt, wie stoisch Hallvard Gaardlos ein Bass-Dickschiff nach dem anderen vom Stapel lässt. Und zwischendurch brummt und trötet Bariton-Saxophonist Rolf Martin Snustad überraschende Salven in den stetig tobenden Sturm. Fordernder, scheppernder Schweinerock, breitbeinig servierte Breitseiten mit gehöriger Wucht – Ohrstöpsel gibt es an der Kasse.
05:10
The Dream Syndicate, zu Gast beim Bonner Crossroads-Festival im Oktober 2017, gilt als eine der stilistisch prägenden US-amerikanischen Rockbands der 1980er-Jahre. Die legendäre Band spielte in den letzten Jahren zwar vereinzelte Reunion-Shows und Kurztourneen – nun aber sind sie mit neuem Album wieder da, gehen wieder auf Tournee und beschreiben ihre Musik so lebendig, wie sie klingt. Es ist psychedelisch, es ist Garage, es ist Klassik, es ist Rock, es ist Indie. Und es hat sogar ein wenig Soul und Jazz im wahrsten Sinne. Es ist eine laute und emotionale Reise zu den tiefsten Winkeln deiner Seele. Die Band aus Los Angeles definierte die dunklere Seite des sogenannten Paisley Underground, einer musikalischen Sub-Strömung in Kalifornien. Sie verwob die Sounds des 60s West Coast Rock von Quicksilver Messenger Service mit der künstlerischen Chuzpe von Ostküsten-Größen wie The Velvet Underground oder Televison und der nervösen Wut der 1980er-Jahre. Die legendären Alben The Days Of Wine And Roses und The Medicine Show beeinflussten viele der späteren, auch europäischen, Bands, welche sich auf Songwriting verstanden, ihren Sounds aber dionysische Dynamik verliehen. Ob Grunge oder Americana, ob Indie-Rock oder Indie-Folk: In vielen Sub-Genres haben The Dream Syndicate Spuren hinterlassen. Nach der scheinbar endgültigen Auflösung der Band 1989 machte Sänger und Gitarrist Steve Wynn solo von sich reden.
05:55
3satTextVision
06:00
R: Peter M. Kruchten... Tasmanien wird gern als Synonym für Entlegenheit, als Sträflingsinsel oder als Paradies am Ende der Welt bezeichnet. Doch was ist dran an diesen Klischees? Die ersten weißen Siedler, die vor rund 200 Jahren nach Australien aufbrachen, waren Monate unterwegs. Ihr Vorhaben war gefährlich. Trotzdem haben Tausende ihr persönliches Paradies gesucht – und es sich geschaffen. Oftmals ohne Rücksicht auf die Natur. Der Mensch mache sich die Natur Untertan – diese Losung hat in Tasmanien einen fortgesetzten Feldzug gegen die Umwelt initiiert, gegen Ureinwohner, Tiere, Wälder. Erst in den 1970er-Jahren, nachdem es längst keine reinblütigen Aboriginies mehr gab, die Hälfte aller Säugetierarten in Australien ausgerottet und die meisten alten Eukalyptuswälder abgeholzt waren, hat ein Umdenken eingesetzt. 1972 wurde in Hobart sogar die erste Grüne Partei der Welt gegründet. Jetzt versuchen die Tasmanier, das vom Paradies zu retten, was noch übrig ist: die letzten Quadratkilometer saubere, unberührte Natur.
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
R: Viola Funk... Deutsche Rapper wie Kollegah und Farid Bang kokettieren mit antisemitischen Klischees. Darüber wird heftig debattiert. Wer sind die Akteure? Und um was geht es in den Texten genau? Es ist ein einfaches Spiel, Antisemitisches zu rappen und sich nachher darauf zu berufen, dass das nur eine Kunstform sei, so Daniel Neumann, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde Hessen. Sehen das die jugendlichen Fans genauso? In Offenbach sagt ein Schüler: 'Jude' ist hier ein gängiges Schimpfwort. Das habe ich in der Grundschule schon so gehört. Das heißt so, wenn man geizig ist. Auch andere Schüler finden Sätze wie Alta, du Jude nicht schlimm. Das sei nicht böse gemeint und gehöre einfach zu der Musik, die sie hören. Jugendliche laden Songs umstrittener deutscher Rapper zigtausendfach aufs Handy. Ist das der neue Soundtrack auf deutschen Schulhöfen?
11:00
R: Donya Farahani... Lehrer müsste man sein: Zwölf Wochen Ferien, um spätestens zwei Uhr Feierabend, man ist verbeamtet und hat Privatversicherung. Ist das wirklich so? – Ein Selbstversuch. Wie viel müssen Lehrer leisten, wie hoch ist ihr eigenes Engagement? Und wie tough muss man heutzutage als Lehrer sein? Um das herauszufinden, arbeitet die Filmautorin Donya Farahani eine Woche lang an einer Gesamtschule in Duisburg-Marxloh mit. Sie bereitet den Unterricht vor, macht Pausenaufsicht, hilft bei den Aufgaben und hält unter Anleitung eine Stunde im Fach Deutsch. Sie stellt fest: Das kostet viel Kraft. Wenn man vor den Schülern steht, muss man jede Sekunde konzentriert sein, sonst tanzen sie einem auf der Nase herum.
11:40
Natur im Garten
12:10
Am Schauplatz Gericht
13:00
ZIB
13:20
R: Werner Zips, Manuela Zips-Mairitsch... Die Magie des Leoparden lockt jährlich hunderttausende Besucher aus aller Welt nach Südafrika. Der Safari-Tourismus floriert wie nie zuvor und sorgt für das Entstehen von Boomtowns. Viele Menschen leben zumindest indirekt von der Anziehungskraft der Wildnis. Der Film zeigt die Verbindungen zwischen Luxustourismus, Umwelt – und Wildtierschutz, sozialer Gerechtigkeit und Empowerment als Modell der afrikanischen Renaissance. Hinter der Fassade scheinbarer unberührter Wildnis aus den Reiseprospekten, Hotel-Broschüren und letztlich auch der Naturdokumentationen im Fernsehen stehen komplexe Management-Pläne, schwierige Verhandlungen zwischen alten Eignern und ansässigen lokalen Gemeinschaften und betriebswirtschaftliche Strategien der Verwertung von Natur und Kultur. Im Unterschied zu den meisten Tierdokumentationen stehen in diesem Film die Menschen und ihre Perspektiven auf den Nutzen von Naturschutz im Mittelpunkt. Dabei kommen von der deutschen Erbin eines berühmten Wildreservates bis zu Rangern und Hotelmanagern Beteiligte mit völlig unterschiedlichen Erfahrungen zu Wort.
14:15
„Das Tembe Wildreservat in Südafrika“ ist nicht nur Heimat der „Great Tuskers“ mit ihren gewaltigen Stoßzähnen. Seit der Parkverwaltung die Wiederansiedelung der hier lange Zeit verschwundenen Löwen gelungen ist, gilt das Naturschutzgebiet an der Grenze zu Mosambik als Big-Five-Reservat.
15:05
Die Zentralkalahari im Herzen Botsuanas ist mit fast 53 000 Quadratkilometern das zweitgrößte Wildreservat der Erde. Weltberühmt ist das Schutzgebiet für seine schwarzmähnigen Löwen. Gegründet wurde das Reservat ursprünglich auch, um die dort lebenden San zu schützen. Konflikte zwischen den Jägern und Sammlern mit Viehhirten waren vor der Gründung des Reservats alltäglich. Immer ging es um die Frage, wer das Land nutzen darf. Die Lebensweise der San gilt der heutigen botsuanischen Regierung als rückständig. Zu Beginn des dritten Jahrtausends wurden sie aus ihrem angestammten Territorium ausgesiedelt. Das geschah unter dem Vorwand des Naturschutzes und der wirtschaftlichen Erschließung durch Ökotourismus. Erst in einem langjährigen Rechtsstreit erkämpften sich die Betroffenen ein Rückkehrrecht in das Land ihrer Vorfahren. Sie wollen als legitime Besitzer ihrer Jagdgründe anerkannt werden. Doch die Jagd ist ihnen bis heute untersagt. Dieses Recht bleibt somit allein den Löwen und anderen Raubtieren vorbehalten.
15:20
R: Eberhard Meyer... Was macht eine Orang-Utan-Mutter auf Sumatra, wenn ihr Augenlicht durch Grauen Star zunehmend schwindet, sie aber noch ein Jungtier zu versorgen hat? Es ist die Tochter, die der kranken Mutter namens Gober zunächst das Überleben sichert und sie mit Nahrung versorgt. Schließlich aber findet Gober Aufnahme in einer Rettungsstation. In einer bahnbrechenden Operation wird ihr dort das Augenlicht zurückgegeben. Gober hat aber auch noch andere Schwierigkeiten: Vor allem durch die Ausdehnung der Ölpalmplantagen wird das ohnehin schon kümmerliche Waldgebiet auf der indonesischen Insel Sumatra für Orang-Utans so gut wie unbewohnbar.
16:10
R: Werner Zips... Das südafrikanische Madikwe-Wildreservat gilt als beispielhaftes Modell des Naturschutzes und der gemeinschaftsbasierten Entwicklung. Aber ist dieser Anspruch berechtigt? Wie in der Arche-Noah-Geschichte wurden fast alle im südlichen Afrika vorkommenden Wildtierarten, die nicht ohnehin schon auf dem Land lebten, neu angesiedelt. Darunter befanden sich auch seltene und bedrohte Tierarten, die anderswo kaum Überlebenschancen haben. Wildhunde beispielsweise sind als eine der gefährdetsten Tierarten Südafrikas selbst in Wildreservaten alles andere als beliebt. Sie halten sich kaum an Parkgrenzen und jagen daher auch auf umliegenden Farmen – was zu Entschädigungsansprüchen gegenüber den Reservatbetreibern führt. Durch das umsichtige ökologische Wildlife-Management haben sie auf der 75 000 Hektar großen Fläche Madikwes ein nachhaltiges Zuhause gefunden. Der Film stellt das Madikwe-Wildreservat vor und beleuchtet die Leistungen derjenigen, die für den Neuzeit-Arche Noah-Plan und dessen zunächst utopisch anmutende Umsetzung verantwortlich waren. Wie oft bei derartigen Projekten steht die Frage im Raum, ob der Ökotourismus tatsächlich zur Armutsverringerung und zum Empowerment bei den eigentlich betroffenen Gemeinschaften beiträgt, oder ob es vor allem die privaten Investoren sind, die von einem solchen Öko-Projekt profitieren. Konnte die Operation Phönix – wie die Wiederansiedlung von rund 10 000 Wildtieren werbewirksam genannt wurde – wirklich zum Aufschwung der lokalen Ökonomie beitragen, und waren die großen Hoffnungen berechtigt?
17:00
In atemberaubenden Bildern zeigt die Dokumentation Das Kap – Zwischen Tropen und Eismeer das kontrastreiche Leben in einer Region, die von zwei mächtigen Meeresströmungen bestimmt wird. Im Osten ist es der Agulhas im Indischen Ozean, der warmes Wasser Richtung Süden bewegt, im Atlantischen Ozean im Westen der Benguela, der eiskaltes Wasser in Richtung Äquator befördert. Das Leben könnte nicht kontrastreicher sein als an der Südspitze Afrikas. Frisch geschlüpfte Meeresschildkröten beginnen ihr Leben mit einem gefährlichen Wettlauf über den Strand. Wenn sie zu Hunderten ihr warmes Sandnest verlassen, warten schon jede Menge Fressfeinde auf sie. So schnell sie können, krabbeln sie zum Meer, doch die jungen Schildkröten sind kaum sieben Zentimeter lang und auf ihrem Weg zum rettenden Ozean noch leichte Beute für hungrige Vögel und sogar für Krabben. Den Gewinnern in diesem Rennen winkt nach der harten Prüfung ein 80-jähriges Leben im nahrungsreichen Indischen Ozean. Dieses Meer ist auch die Heimat eines seltsamen Fisches: Dickkopf-Stachelmakrelen sind etwa so groß wie ein Mensch und einzelgängerische Jäger. Doch einmal im Jahr versammeln sich Schwärme von ihnen zu einer Gruppenreise flussaufwärts. Es sind jedoch nicht Laichgebiete im Süßwasser, die diese Fische ansteuern, und ihr Unternehmen ist umso rätselhafter, als sich auch das Verhalten der Fische auf dieser Reise zu verwandeln scheint. Ein wahres Schmetterlingsparadies ist der bisher weitgehend unerforschte Regenwald in Mosambik. Er verdankt seine üppige Vegetation den reichen Niederschlägen, die das warme Wasser des Indischen Ozeans mit sich bringt. Um ihren luftigen Paarungstanz vollführen zu können, müssen die großen Falter aber den dichten Wald verlassen und den baumlosen Gipfel des Monte Mabu anfliegen. Die 3000 Meter hohen Gipfel der Drakensberge sind sogar für Regenwolken eine unüberwindliche Barriere, und so bleiben Niederschläge im Landesinneren Südafrikas eine Seltenheit. Wenige Regenwolken erzeugen auch die kalten Wasser des Benguelastroms, der an der Westküste Südafrikas regiert, doch in Namaqualand genügt schon die Feuchtigkeit aus dem Nebel, um den Küstenstreifen alljährlich in ein farbenprächtiges Blütenmeer zu verwandeln. Das fischreiche kalte Wasser aus der Antarktis, das die Südspitze Afrikas erreicht, bringt nicht nur reichlich Nahrung für die größte Hai-Population der Erde und riesige Meeresbewohner wie den Brydewal, es hat auch den Brillenpinguinen neue Brutgebiete am Kap der Guten Hoffnung erschlossen. Unter der afrikanischen Sonne haben sie allerdings mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als ihre Verwandten im ewigen Eis der Antarktis.
17:45
Sie ist nicht nur die bekannteste, sondern auch die größte Wüste der Erde: die Sahara. Mit mehr als neun Millionen Quadratkilometern bedeckt sie fast ein Drittel des afrikanischen Kontinents. Wo die Temperatur regelmäßig 40 Grad übersteigt und mehrere Jahre kein einziger Tropfen Regen fällt, ist Leben nahezu unvorstellbar. Und doch gibt es Tiere, denen es gelingt, in diesem faszinierenden Trockengebiet zu überleben. In den Randgebieten der großen Wüste leben Spezialisten wie das Grevy-Zebra. Es ist das größte unter den Zebras und kann bis zu drei Tage ohne Wasser auskommen. In unterirdischen Bauen, wo gemäßigte Temperaturen herrschen, ist der Nacktmull zu Hause. Diese fast haarlosen Nagetier-Verwandten leben ähnlich wie staatenbildende Insekten in großen Gemeinschaften mit einer Königin. Nur in den Nachtstunden können sie sich an die Oberfläche wagen – und auch das tun meist nur die jungen Prinzessinnen, wenn es Zeit wird, einen neuen, eigenen Staat zu gründen. Dass die Sahara jedoch vor wenigen tausend Jahren fruchtbares und bewohntes Land gewesen sein muss, beweisen nicht nur Funde von fossilen Baumstämmen und die steinzeitlichen Tierdarstellungen in den Felsen von Messak Settafet, sondern auch die heutigen Bewohner der Kraterseen im Waw an-Namus. Krokodile sitzen hier mitten in der endlosen Wüste quasi in der Falle. Wenn sie in den kühlen Abendstunden auf die Jagd gehen, versammelt die Buntbarsch-Mutter ihre frisch geschlüpften Jungen im eigenen Maul, um sie zu schützen. Satellitenbilder lassen die ungeheuren Ausmaße eines urzeitlichen Sees in der Bodélé-Senke im Tschad erahnen. Heute wirbelt hier der Wüstenwind das vertrocknete Sediment auf und trägt den mineralreichen Staub bis nach Südamerika ins Amazonasgebiet. Obwohl nur knapp ein Fünftel der Sahara tatsächlich aus Sand besteht, kann der Wind hier verheerende Sandstürme von eineinhalb Kilometer Breite auslösen, die imstande sind, ganze Karawanen zu verschlucken. Unablässig verformt er die Dünenlandschaft und erschwert selbst Wüstenspezialisten wie den Dromedaren die Orientierung. Um zu überleben, sind sie auf das Wissen ihrer menschlichen Begleiter angewiesen. Millionen Schwalben überqueren Jahr für Jahr dieses lebensfeindliche Gebiet auf ihrem Weg zwischen den Brutgebieten in Europa und den Winterquartieren südlich der Sahara. Um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken, sind sie auf Insekten angewiesen, die imstande sind, auch aus ungenießbaren Wasseransammlungen die Giftstoffe herauszufiltern. Wenn es sogar für die Fransenfinger-Eidechse zu heiß wird und sie sich zurückzieht, kommen die Silberameisen aus ihrem unterirdischen Bau hervor. Die silbrige Farbe ihres Körpers reflektiert das Sonnenlicht optimal, aber sogar sie können nicht länger als zehn Minuten in der Sonnenhitze der Wüste überleben. Buchstäblich gegen die Uhr müssen sie auf Nahrungssuche gehen. Für die Silberameisen ist Orientierung ganz besonders wichtig – immer den kürzesten Rückweg zu ihrem Bau zu wissen, ist entscheidend; ein unvorhergesehener Umweg kann sie das Leben kosten.
18:30
nano
19:00
anschließend: 3sat-Wetter.
19:20
Kulturzeit
20:00
Tagesschau
20:15
I: Christiane Paul, Dominic Raacke, Wotan Wilke Möhring, Katrin Sass, Esther Schweins, Elena Uhlig, Gundi Ellert, Peter Fitz, Susanne Padotzke, Rolf Sarkis, Lucie Hollmann, Rike Schmid, Kati Eyssen, Dietrich Hollinderbäumer; S: Gerlinde Wolf; R: Vivian Naefe... TV-Weißkitteldramödie mit Dominic Raacke und Christiane Paul („Steig. Nicht. Aus!“)., In einer Berliner Klinik prallen zwei Weltanschauungen aufeinander: Starchirurg Dr. Hans Wunderlich (Raacke) ist Verfechter der Schulmedizin, während Akupunktur-Expertin Dr. Sophie Schöner (Paul) mit sanften Heilmethoden punktet… Vivian Naefes Vierteiler über die Herzschmerzen der Ärzte ist routiniert aufgefädelt und sehr launig gespielt.
21:45
Erstausstrahlung.
22:00
ZIB 2
22:25
I: Melissa George, Ed Speleers, Sean Harris, Kate Magowan, Alec Newman, Stephen McCole, Gary Sweeney, Karel Roden, Eamonn Walker, Paul Anderson, Holly Boyd, Garry Sweeney; R: Julian Gilbey... Nein, nicht der Berg ruft – das sind die Schreie der Bergsteiger., Auf ihrer Klettertour durch die schottischen Highlands befreien Bergsteigerin Alison (Melissa George) und ihre Freunde die kleine Anna aus einem Erdloch. Was sie nicht wissen: Die Entführer des Mädchens sind ihnen bereits auf den Fersen… Leiden Sie unter Adrenalinmangel? Abhilfe schafft dieser effektiv gefilmte Nägelkauer vor überwältigender Naturkulisse.
00:00
R: Kathrin Winzenried... Rosmarie Frick wurde einst gesagt, ihre Schulnoten seien zu schlecht, um Krankenschwester zu werden. Heute gilt die 68-Jährige als Legende der Mikrochirurgie. Tausende von Ärzten hat sie mittlerweile auf diesem Gebiet ausgebildet, jeder namhafte Chirurg der vaskulären Chirurgie ist durch ihre Schule gegangen. Und noch immer ist nicht Schluss damit. Reporterin Kathrin Winzenried hat der Rentnerin über die Schulter geschaut. Etwas Märchenhaftes hat der Werdegang von Rosmarie Frick an sich: Als Bauernmädchen im sankt-gallischen Oberbüren aufgewachsen, träumte sie davon, Bäuerin zu werden. Doch diese Pläne scheiterten, weil die Eltern den Hof aufgeben mussten. So kam sie als Pflegehilfe ans Unispital in Zürich. Für mehr reichten ihre schulischen Leistungen nicht, beschied man ihr. Der Zufall wollte es, dass zu dieser Zeit die Neurochirurgie in Zürich weltweit für Schlagzeilen sorgte. Dem Chirurgen Gazi Yasargil gelang 1967 als erstem eine Bypass-Operation an Haargefäßen zur Behandlung des Schlaganfalls. Winzigste Gefäße im Millimeterbereich konnten zusammengenäht werden, die moderne Mikrochirurgie fand ihren Anfang. Die junge Rosmarie Frick interessierte sich für diese neuartige Technik und die Forschung dazu. Ohne entsprechende Ausbildung rutschte sie ins Team von Yasargil. Ich war fasziniert von den Gefäßen und der Arbeit mit dem Mikroskop, sagt Rosmarie Frick. Unermüdlich übte sie die äußerst feine Nähtechnik, perfektionierte sie und wurde schließlich damit beauftragt, Ärzten das Handwerk der modernen Mikrochirurgie beizubringen. Kathrin Winzenried hat die Rentnerin auf ihrer Ausbildungstour rund um die Welt begleitet und stellte fest: Auf Rosmarie Frick scheint man nicht verzichten zu können. Vor einem Jahr hat sie gar einen Ehrendoktor erhalten. Sie selber meint trocken: Es ist tipptopp so, wie alles in meinem Leben gekommen ist..
00:20
10 vor 10
00:50
„Das Tembe Wildreservat in Südafrika“ ist nicht nur Heimat der „Great Tuskers“ mit ihren gewaltigen Stoßzähnen. Seit der Parkverwaltung die Wiederansiedelung der hier lange Zeit verschwundenen Löwen gelungen ist, gilt das Naturschutzgebiet an der Grenze zu Mosambik als Big-Five-Reservat.
01:40
R: Manuela Zips-Mairitsch, Werner Zips... Der Nationalpark an der Ostküste Südafrikas soll durch Ökotourismus nachhaltig finanziert werden – und irgendwann dem berühmteren Krüger-Nationalpark den Rang ablaufen.
02:35
R: Manuela Zips-Mairitsch, Werner Zips... Ein Reisebus nähert sich dem San-Dorf Grashoek in Namibia. Ein Schild begrüßt die Besucher im Bushman Living Museum. Noch im Bus beginnen die Insassen zu fotografieren. Eine typische Szene – und doch hat sie wenig gemeinsam mit üblichen Szenarien im Kultur-Tourismus. Keine anstürmenden Kinderscharen, keine laufenden Frauen, die aufgeregt Handwerkskunst anbieten und auch keine jungen Männer, die gegen Entgelt ihre Dienste anbieten. Ein einzelner San in westlicher Kleidung zückt seine Papiere, die ihn als Tourismus-Bevollmächtigten der Gemeinschaft ausweisen. Höflich fragt er nach dem Gruppenleiter und übergibt eine Mappe – in der Art einer Speisekarte – mit den kulturellen Angeboten und den dafür verlangten Preisen. Abgestuft nach der Anzahl der Touristen und der Anzahl der gewünschten Teilnehmerinnen auf San-Seite: Von einer einfachen Dorfbesichtigung bis zum Trance-Tanz, der Teilnahme an einem Kurz-Workshop zur Schmuckproduktion aus Straußenei-Schalen, dem Training im Bogenschießen, der Teilnahme an einer traditionellen Jagd, und letztlich der Verheiratung auf Bushmen-Art ist alles möglich. Jede Aktivität hat ihren fixen Preis und genaue Angaben über die Dauer und Art der Leistung. Im südlichen Afrika sind sogenannte Bushmen-Walks und Besuche beim ockerroten Volk der Himba ebenso allgegenwärtig wie Großwild-Safaris. Sie haben einen Beigeschmack von zivilisatorischer Ungleichheit und Ungleichzeitigkeit – als eine Art Zeitreise zu uralten, primitiven Kulturen. Dementsprechend finden sich in vielen Prospekten und Tourismus-Broschüren die verräterischen Worte vom Besuch in der Vorzeit oder Steinzeit menschlicher Kulturen. Folgt man der Auslegung der derzeit international bekanntesten Anthropologen Jean und John Comaroff, handelt es sich dabei um einen weltweiten Trend, der im südlichen Afrika vielleicht besonders auffällig ist: der Errichtung von Ethno-Themenparks oder sogenannten Lebenden Museen. Nach ihrer Analyse im Buch Ethnicity, Inc. kann die Musealisierung von traditionellen Kulturen aus kommerziellen Gründen zu sehr unterschiedlichen Prozessen und Situationen führen. Die möglichen Resultate solcher interkultureller Kontaktnahmen erweisen sich als keineswegs so eindeutig, wie die Vorannahmen der meisten Ethnologen erwarten ließen: Vor die Wahl gestellt, unter dem Druck staatlicher Gesetze und Verwaltungsregime ihre Lebensweise völlig aufzugeben oder einen Teil ihrer Lebenszeit in die Selbstdarstellung der kulturellen Traditionen zu investieren, bedeutet die zweite Option zumindest im besten Fall einen Gestaltungsspielraum für Menschen und Kollektive, die sich der Landflucht und dem oktroyierten Kulturverlust widersetzen. Die Dokumentation Himba, Buschmänner und Löwen nimmt das Ethno-Marketing in Namibia als Beispiel eines weltweiten Trends im Umgang mit exotischen indigenen Kulturen ins Visier. Sie geht der Frage nach, wie sich das Leben in einem Lebenden Museum oder in einem Kulturdorf anfühlt: Was bedeutet diese Form der kommerziellen Verwertung kultureller Kompetenzen und ethnischer Geschichte für die betroffenen Menschen? Handelt es sich tatsächlich um eine – wenn auch ambivalente – Chance, nach mehr oder weniger eigenen Kriterien unter Bewahrung der eigenen Traditionen zu überleben? Oder tendiert die eingeübte Praxis der Selbstdarstellung zu einem fortschreitenden Identitätsverlust bis hin zu einem Gefühl der kulturellen Prostitution?
03:25
Die Zentralkalahari im Herzen Botsuanas ist mit fast 53 000 Quadratkilometern das zweitgrößte Wildreservat der Erde. Weltberühmt ist das Schutzgebiet für seine schwarzmähnigen Löwen. Gegründet wurde das Reservat ursprünglich auch, um die dort lebenden San zu schützen. Konflikte zwischen den Jägern und Sammlern mit Viehhirten waren vor der Gründung des Reservats alltäglich. Immer ging es um die Frage, wer das Land nutzen darf. Die Lebensweise der San gilt der heutigen botsuanischen Regierung als rückständig. Zu Beginn des dritten Jahrtausends wurden sie aus ihrem angestammten Territorium ausgesiedelt. Das geschah unter dem Vorwand des Naturschutzes und der wirtschaftlichen Erschließung durch Ökotourismus. Erst in einem langjährigen Rechtsstreit erkämpften sich die Betroffenen ein Rückkehrrecht in das Land ihrer Vorfahren. Sie wollen als legitime Besitzer ihrer Jagdgründe anerkannt werden. Doch die Jagd ist ihnen bis heute untersagt. Dieses Recht bleibt somit allein den Löwen und anderen Raubtieren vorbehalten.
03:40
R: Werner Zips, Manuela Zips-Mairitsch... Die Magie des Leoparden lockt jährlich hunderttausende Besucher aus aller Welt nach Südafrika. Der Safari-Tourismus floriert wie nie zuvor und sorgt für das Entstehen von Boomtowns. Viele Menschen leben zumindest indirekt von der Anziehungskraft der Wildnis. Der Film zeigt die Verbindungen zwischen Luxustourismus, Umwelt – und Wildtierschutz, sozialer Gerechtigkeit und Empowerment als Modell der afrikanischen Renaissance. Hinter der Fassade scheinbarer unberührter Wildnis aus den Reiseprospekten, Hotel-Broschüren und letztlich auch der Naturdokumentationen im Fernsehen stehen komplexe Management-Pläne, schwierige Verhandlungen zwischen alten Eignern und ansässigen lokalen Gemeinschaften und betriebswirtschaftliche Strategien der Verwertung von Natur und Kultur. Im Unterschied zu den meisten Tierdokumentationen stehen in diesem Film die Menschen und ihre Perspektiven auf den Nutzen von Naturschutz im Mittelpunkt. Dabei kommen von der deutschen Erbin eines berühmten Wildreservates bis zu Rangern und Hotelmanagern Beteiligte mit völlig unterschiedlichen Erfahrungen zu Wort.
04:30
R: Eberhard Meyer... Was macht eine Orang-Utan-Mutter auf Sumatra, wenn ihr Augenlicht durch Grauen Star zunehmend schwindet, sie aber noch ein Jungtier zu versorgen hat? Es ist die Tochter, die der kranken Mutter namens Gober zunächst das Überleben sichert und sie mit Nahrung versorgt. Schließlich aber findet Gober Aufnahme in einer Rettungsstation. In einer bahnbrechenden Operation wird ihr dort das Augenlicht zurückgegeben. Gober hat aber auch noch andere Schwierigkeiten: Vor allem durch die Ausdehnung der Ölpalmplantagen wird das ohnehin schon kümmerliche Waldgebiet auf der indonesischen Insel Sumatra für Orang-Utans so gut wie unbewohnbar.
05:25
R: Werner Zips... Das südafrikanische Madikwe-Wildreservat gilt als beispielhaftes Modell des Naturschutzes und der gemeinschaftsbasierten Entwicklung. Aber ist dieser Anspruch berechtigt? Wie in der Arche-Noah-Geschichte wurden fast alle im südlichen Afrika vorkommenden Wildtierarten, die nicht ohnehin schon auf dem Land lebten, neu angesiedelt. Darunter befanden sich auch seltene und bedrohte Tierarten, die anderswo kaum Überlebenschancen haben. Wildhunde beispielsweise sind als eine der gefährdetsten Tierarten Südafrikas selbst in Wildreservaten alles andere als beliebt. Sie halten sich kaum an Parkgrenzen und jagen daher auch auf umliegenden Farmen – was zu Entschädigungsansprüchen gegenüber den Reservatbetreibern führt. Durch das umsichtige ökologische Wildlife-Management haben sie auf der 75 000 Hektar großen Fläche Madikwes ein nachhaltiges Zuhause gefunden. Der Film stellt das Madikwe-Wildreservat vor und beleuchtet die Leistungen derjenigen, die für den Neuzeit-Arche Noah-Plan und dessen zunächst utopisch anmutende Umsetzung verantwortlich waren. Wie oft bei derartigen Projekten steht die Frage im Raum, ob der Ökotourismus tatsächlich zur Armutsverringerung und zum Empowerment bei den eigentlich betroffenen Gemeinschaften beiträgt, oder ob es vor allem die privaten Investoren sind, die von einem solchen Öko-Projekt profitieren. Konnte die Operation Phönix – wie die Wiederansiedlung von rund 10 000 Wildtieren werbewirksam genannt wurde – wirklich zum Aufschwung der lokalen Ökonomie beitragen, und waren die großen Hoffnungen berechtigt?
06:10
3satTextVision
06:20
Kulturzeit
07:00
nano
07:30
Alpenpanorama
09:00
ZIB
09:05
Kulturzeit
09:45
nano
10:15
Am 24. Januar 2014 plauderte Moderator Dirk Stermann sehr lustig mit Barbara Schöneberger über die Unterschiede zwischen Deutschen und Österreichern und seinen nicht ganz leichten beruflichen Anfang als Journalist in Wien. Die zwischenmenschlichen Beziehungen von Mann und Frau sind oft das Thema von Mario Barth. So auch am 6. Dezember 2013, als er Barbara Schöneberger erklärte, warum Männer eigentlich immer an allem schuld sind und Tauben an Bahnhöfen oft nur ein Bein haben. Maria Furtwängler war am 14. Januar 2005 in der NDR Talk Show zu Gast und sprach mit Jörg Pilawa über den Tatort, die Erziehung ihrer Kinder, ihre eigene Pubertät und ihr Leben an der Seite eines etwas älteren Mannes. Die NDR Talk Show classics erinnern an den im Jahr 2016 verstorbenen Schauspieler Hilmar Thate. Im Gespräch vom 9. Januar 1998 mit Alida Gundlach ging es um seine Karriere in der DDR, um Bertolt Brecht und die Schauspielerei im Allgemeinen. Außerdem wird auch Professor Dr. Jutta Limbach gewürdigt, die im September 2016 starb. Die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes erklärte Jörg Pilawa am 29. Oktober 2004 mit viel Humor einiges über schöne deutsche Worte und welches ihr Lieblingswort ist. Uschi Obermaier, die Ikone der 1960er-Jahre, feierte 2016 ihren 70. Geburtstag. In der NDR Talk Show am 8. Mai 1992 stritt sie mit Rainer Langhans über längst vergangene Zeiten und sprach mit über Schmuck und die schönen Dinge des Lebens. Balian Buschbaum, ehemals die Leichtathletin Yvonne Buschbaum, plauderte am 10. Mai 2013 sehr offen und unterhaltsam mit Barbara Schöneberger über seine geschlechtsangleichende Operation, welchen Penis er sich warum aussuchte und wie das Ganze funktioniert. Musikalisch beendet Rea Garvey diese Sendung mit seinem Titel Wild Love aus der NDR Talk Show vom 9. November 2012.
11:15
Rabbi Walter Rothschild ist gescheit, witzig und sehr direkt. Mit seinem Humor eckt er oft an. Er hat sogar zwei Jobs als Gemeinderabbiner verloren. Ein Film über Abschied und Neubeginn. Nun versucht der 62-Jährige, als Freiberufler über die Runden zu kommen. Nur selten ist er in einer Synagoge anzutreffen, dafür manchmal am Filmset oder auf einer Kabarettbühne. – Der Film begleitet den Eisenbahnfan mit dem Nachtzug von Berlin nach Wien. Dort betreut der Rabbi eine liberale Gemeinde. Er feiert mit ihnen das Purimfest, doch anschließend wird er sein Amt an einen jüngeren Nachfolger übergeben. An Rente kann der Berliner Brite allerdings noch lange nicht denken. Der freiberufliche Prediger muss einiges auf die Beine stellen, um finanziell über die Runden zu kommen. Rabbi Rothschild nimmt es mit Humor, Einfallsreichtum und Gottvertrauen.
11:45
S: Nadja Tengen, Sally M. Jaber; R: Nadja Tenge, Sally M. Jaber... Ruthchen und Ginchen haben sich noch einmal auf den Weg gemacht. Vermutlich zum letzten Mal in ihrem Leben kommt das Zwillingspaar, heute 85 Jahre alt, von Tel Aviv nach Berlin. Hier haben die Mädchen ihre Kindheit verbracht und Visionen von einem Leben als Bühnenstars gehabt. Ruth und Regina sind in der Auguststraße in Berlin groß geworden. 1935 wurden der Mutter und ihren Kindern die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen, ihr Vater war Jude. Fünf Jahre später starb ihre Mutter an Tuberkulose, und die Mädchen kamen in ein jüdisches Kinderheim. In der Reportage führen die Zwillingsschwestern an all jene Orte, die es ihnen möglich gemacht haben, dem Transport in ein Lager zu entkommen und so die Kriegszeit zu überleben. Der Höhepunkt ihres knapp einwöchigen Aufenthaltes ist ein Besuch im Kino Babylon. Dort haben beide ihren ersten Film mit Shirley Temple gesehen, der sie nacheifern wollten – wenn sie gekonnt hätten. Nun, fast am Ende ihres Lebens, dürfen sie im Babylon gemeinsam auf der Bühne stehen und singen.
12:15
Als vor rund 2000 Jahren das Vaterunser formuliert wurde, sprachen aus den sieben Fürbitten die Sorgen und Ängste genauso wie auch die Hoffnungen der Menschen ihrer Zeit. Und heute? Fürbitten wie Dein Reich komme oder Dein Wille geschehe sind schnell heruntergebetet. Aber wer denkt noch darüber nach, was mit dem Reich Gottes gemeint ist? Wo befindet sich dieses Reich: Jenseits der Wolken? In den Herzen der Menschen? Der Film Vaterunser nimmt sich Fragen wie diesen an und bietet Denkanstöße, die zwei ausgewiesene Experten formulieren: Maria Jepsen, bis Juli 2010 Bischöfin von Hamburg-Lübeck, und Kardinal Walter Kasper, ehemaliger Ökumene-Chef der katholischen Kirche. Als Theologen und Seelsorger bauen die beiden seit Jahrzehnten Brücken zwischen gelehrter und gelebter Religion. Das Vaterunser ist weitaus mehr als nur ein Gebet: Es verbindet rund 2,3 Milliarden Christen auf der ganzen Welt – Protestanten wie Katholiken, Orthodoxe wie Anhänger von Freikirchen. Das gesamte Wertesystem des europäischen Abendlandes fußt auf der Lehre Jesu, die kurz und prägnant im Vaterunser zusammengefasst ist. Jesus Christus selbst soll das Vaterunser seinen Jüngern gelehrt haben. Davon zeugt das Neue Testament, das seit Jahrhunderten dessen Wortlaut bewahrt und überliefert hat. Jesus Christus wiederum soll das Gebet direkt von Gott empfangen haben: Auf einem Hügel oberhalb des Sees Genezareth sprach der Herr zu einer Schar Gläubigen. Er wollte ihnen beibringen, sich im Gebet kurz zu fassen und mit wenigen Worten all das zu erbitten, wonach sich Menschen im Leben sehnen.
12:30
Das Onsernonetal ist eines der faszinierendsten und wildesten Täler der Südschweiz. Urwaldähnliche Wälder überdecken die steilen Hügel, auf deren Anhöhen sonnenverwöhnte Dörfer thronen. Bis auf 900 Höhenmeter gedeihen Palmen, Reben, Mimosen, Feigenkakteen und Edelkastanien. Das milde Klima, die Ruhe und urtümliche Natur haben schon Künstler und Intellektuelle wie Max Ernst, Kurt Tucholsky und Max Frisch angezogen. Dort wo die afrikanische Kontinentalplatte auf die europäische stößt, liegt der wilde Süden der Schweiz. Westlich von Locarno gelegen, gilt das Onsernonetal als Favorit für einen Tessiner Nationalpark. Die Natur ist eindrücklich, aber das Leben für die Bewohner ist hart, und Arbeit findet sich nur schwer. Deshalb hat sich das Tal in den letzten Jahrzehnten ziemlich entvölkert. Zwei Bewohner des Tales möchten dem Entgegenwirken: Der Lehrer und neue Mühlenbetreiber Ilario Garbani und der Steindach-Decker Franco Varini. Beide lieben die intakte Natur des Tales und die überlieferten Traditionen der Region. Sie hoffen darauf, dass das Onsernonetal den Status eines Nationalparks erhalten wird und dadurch ein sanfter und nachhaltiger Tourismus entstehen könnte, der den Talbewohnern ökonomisch eine Zukunft zu bieten hätte.
13:00
ZIB
13:20
Ibiza hat alles, was das Urlaubsherz begehrt: tolle Strände, schöne Hotels, Wanderwege, verträumte Dörfer und Nachtleben. Doch die Baleareninsel besitzt auch einen besonderen Spirit. Moderatorin Tamina Kallert trifft kreative Deutsche, die auf Ibiza ihr Glück gefunden haben: einen Designer, der Möbel aus Treibholz baut, eine Fotografin, die die Insel und ihre Bewohner mit der Kamera ablichtet, und eine Kinderbuchautorin. Sie lernt Aussteiger, Hippies und Lebenskünstler kennen, ist begeistert von der Herzlichkeit der Einheimischen, entdeckt versteckte Buchten und kleine Restaurants und genießt im Café del Mar einen wunderschönen Sonnenuntergang mit passender Musik.
14:45
Die Costa Brava, das ist die wilde Küste im Nordosten Spaniens, in Katalonien. Moderatorin Andrea Grießmann entdeckt die Costa Brava jenseits von Bettenburgen und überfüllten Stränden. Sie zeigt traumhafte Buchten, bildschöne Dörfer, Feste, Pinienwälder und Reisfelder. In Girona wandelt sie auf den Spuren von Games of Thrones, am Cap de Creus erlebt sie die wilde Küste, und in Cadaqués begegnet sie der skurrilen Welt von Salvador Dalí.
16:15
Heiße Quellen, sanfte Hügel mit Olivenhainen, Zypressen und kleine Dörfer prägen die südliche Toskana. Moderatorin Tamina Kallert zeigt diese Kulturlandschaft zwischen Siena und Grosseto. Sie taucht ein in die geheimnisvolle Welt der Etrusker, der Tusci, die vor 3500 Jahren dort siedelten und die der Toskana ihren Namen gaben. Sie erkundet die Serengeti der Toskana, stellt die schönsten Heilbäder vor und bummelt durch das Renaissance-Städtchen Pienza. Und sie trifft Menschen mit spannenden Geschichten: die Butteri, die Hüter der langhornigen Maremma-Rinder, den Öko-Fischer Paolo Fanciulli und die Wuppertaler Kunsthistorikerin Hella Nussbaum, die sich ihren Traum vom Haus in der Toskana erfüllt hat.
17:45
R: Alexander Schweitzer... Sardinien erkundet man am besten mit der Bahn: Das wusste auch der englische Schriftsteller D. H. Lawrence, der die Mittelmeerinsel im Jahr 1919 bereiste. Eine Reise mit dem Trenino verde. Die Fahrt beginnt in Pálau im Nordosten Sardiniens. Es geht mit dem Zug in die Barbagia, jene wilde Gegend, in der einst Banditen die Reisenden überfielen. Die Räuber lebten zurückgezogen in den Bergen. Das wohl berühmteste Banditendorf war Orgosolo. Orgosolo ist heute für seine Murales, seine politischen Wandmalereien, bekannt. Feinschmecker können beim Fang und der Zubereitung der Bottarga di Muggine des Sardischen Kaviars zuschauen. Eine Korkdesignerin macht aus Kork Kleider und Schuhe. In den Bergen ist der canto a tenore zu hören, ein melancholischer Gesang, der unter dem Schutz der UNESCO steht. Die UNESCO wacht auch über alte große Steinhaufen, die Nuraghen. Sie sind das Wahrzeichen der Insel. Die Reise endet im Süden Sardiniens.
18:30
nano
19:00
anschließend: 3sat-Wetter.
19:20
Erstausstrahlung.
20:00
Tagesschau
20:15
I: Christiane Paul, Dominic Raacke, Wotan Wilke Möhring, Katrin Sass, Esther Schweins, Elena Uhlig, Gundi Ellert, Susanne Padotzke, Rike Schmid, Lucie Hollmann, Peter Fitz, Rolf Sarkis, Peter Lerchbaumer, Dietrich Hollinderbäumer; S: Gerlinde Wolf; R: Vivian Naefe... TV-Ärzte-Dramödie mit Christiane Paul („Im Juli“) in vier Teilen., Nach seinem Fahrradsturz leidet „Dr. Wu“ (fast so knurrig wie Dr. House: Dominic Raacke) an Amnesie – und ist plötzlich sanft und liebenswert! Streit, Feindseligkeit und Machtgehabe sind passé. Kaum genesen, hat er Dr. Sophie Schöner (Christiane Paul) und ihre Alternativmedizin aber wieder auf dem Kieker… Eine klasse besetzte, launig erzählte Weißkittelschnurre.
21:45
R: Axel Gomille... Korsika ist ein Ort einzigartiger Schönheit. Hier leben Menschen, die der Insel verfallen sind und alles dafür tun, dass Korsika ursprünglich und lebenswert bleibt. Die Mittelmeerinsel ist die südlichste Region Frankreichs. Korsen und eingewanderte Deutsche nutzen die vielfältigen Möglichkeiten der Insel. Sie brauen Bier aus Kastanien, bauen aromatische Pflanzen an oder betreiben Tauchbasen an der rauen Küste. Bier aus Kastanien? Auf so eine Idee muss man erstmal kommen! Doch ein korsischer Träumer hatte genau diesen Geistesblitz. Lokales Bier gab es auf Korsika nämlich nicht, dafür jede Menge Kastanien. Anbauflächen für Getreide sind rar auf der gebirgigen Insel, und so wurden Kastanien zur Produktion von Mehl genutzt. Brot, Polenta und verschiedene andere Speisen wurden daraus hergestellt. Kastanien sind für Korsika genauso wichtig wie Reis für China, erzählt ein alter korsischer Bauer. Brotbaum wird die Esskastanie hier lokal genannt, und da verwundert es kaum, dass sie einer ganzen Region Korsikas ihren Namen gab: la Castagniccia. Als jedoch Lebensmittel vom Festland importiert wurden, verlor der Anbau von Kastanien seine Bedeutung – eine uralte Tradition stand vor dem Aus. Doch seit Kastanien zum Brauen Verwendung finden, haben sie wieder Konjunktur. Und Korsika ist um eine Attraktion reicher – ein eigenes, wirklich korsisches Bier. Berühmt ist die Insel jedoch vor allem für ihre wilde Küste, die schönen Strände und versteckten Buchten. Die Gewässer Korsikas sind noch weitgehend intakt, und sie eignen sich bestens zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen. Neben einer reichen Unterwasserwelt sind hier auch einige Wracks zu bestaunen. Manche Schiffe liefen auf Grund, andere sanken bei Gefechten auf See. Die Geschichte der Korsen war lang vom Streben nach politischer Unabhängigkeit geprägt. Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es dem deutschen Abenteurer Freiherr Theodor Stephan von Neuhoff, sich vorübergehend an die Spitze der korsischen Freiheitsbewegung zu stellen. Er war der erste und einzige gewählte König von Korsika. Seine Regentschaft währte jedoch nicht lang, denn die Korsen merkten bald, dass er seine Versprechen nicht halten konnte, und er verließ die Insel. Andere Deutsche dagegen blieben der Insel treu. So auch eine Familie, die schon vor Generationen nach Korsika auswanderte. Bereits der Großvater entdeckte hier die Welt der Düfte. Er gründete einen Betrieb, um Pflanzen für Parfums und Kosmetika anzubauen. Inzwischen hat die jüngste Tochter das Familienunternehmen übernommen. Deutschland ist ihr längst zu hektisch geworden. Die Dokumentation wirft einen unterhaltsamen und informativen Blick auf eine der schönsten Inseln Europas.
22:00
ZIB 2
22:25
I: Diane Kruger, Djimon Hounsou, Benoît Magimel, Denis Ménochet, Raphaël Personnaz, Alain Figlarz, Alain Alivon, Mehdi Nebbou, Raz Degan, Tchéky Karyo; S: Stéphane Rybojad, Michael Cooper; R: Stéphane Rybojad... Kriegsdrama, das bei uns als „Special Forces“ auf DVD erschienen ist., Als die französische Reporterin Elsa (Diane Kruger) von einem Talibanfürsten in die Berge verschleppt wird, schickt die Grande Nation ein Eliteteam (u. a. Djimon Hounsou, Benoît Magimel) zur Rettung. Die Mission gelingt – doch der Rückweg wird zur verlustreichen, gnadenlosen Menschenjagd… Markiges Regiedebüt, stereotyp inszeniert wie ein alter Western. Der Film hat ein paar Schauwerte, aber die Taliban sind bloß naives Kanonenfutter, und die letzten 30 Minuten versinken im Pathos.
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R: Ole Zeisler... Beim berühmten Marathon in Boston nimmt 1967 die Studentin Kathrine Switzer teil – obwohl Frauen nicht zugelassen sind. Der Rennleiter entdeckt sie und versucht, sie zum Abbruch zu zwingen. Nur mit der Hilfe ihres Freundes kann Kathrine Switzer das Rennen beenden – als erste Frau, die diese Strecke offiziell bewältigt. Filmautor Ole Zeisler sprach mit Zeitzeugen und Pionierinnen aus Deutschland und den USA über den langen Lauf zur Gleichberechtigung. Die Bilder dieses Vorfalls sind bis heute ein weltweites Symbol für die Gleichstellung der Frauen im Sport. Denn bis dahin war Frauen die Teilnahme am Marathon verboten. Die Gründe waren skurril: Frauen könnten nicht mehr schwanger werden, wenn sie Marathon liefen. Ihnen falle die Gebärmutter heraus, oder ihnen wüchsen Schnurrbärte, so die vorherrschende Meinung. Die Amerikanerin Kathrine Switzer schwor sich nach dem Rennen, fortan für die Gleichberechtigung der Frauen im Marathon zu kämpfen. Ihr Einsatz machte sie zur Ikone der Marathon-Frauen. Etwa zeitgleich bewies in Deutschland der Arzt Ernst van Aaken durch Studien, dass Frauen sogar ausdauerfähiger sind als Männer. Van Aaaken veranstaltete in Deutschland die ersten reinen Frauen-Marathons, damals eine kleine Revolution im Sport. Doch erst 1984 führte der Kampf für Gleichberechtigung ans Ziel: Bei den Spielen in Los Angeles war der Frauen-Marathon erstmals olympisch.
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Eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit: Panorama zeigt, wie Themen, die uns heute beschäftigen, einst im Fernsehen behandelt worden sind. Diesmal geht es um Nahverkehrsmittel. Panorama zeigt Beiträge über die ersten Straßenbahnfahrerinnen (Ö-Bild, 1970), eine kritische Abrechnung von Kurt Tozzer über ein Rekord-Defizit auf Rädern (Horizonte, 1969) und die Unfall-Gefahren bei der Stadtbahn (Verkehrsrundschau, 1965). Heimat fremde Heimat versuchte 1992 die Frage zu klären, wer wohl häufiger als Schwarzfahrer ertappt wird – Einheimische oder Ausländer. In einem Österreich-Bild über die U-Bahn-Eröffnung 1982 hat Publikumsliebling Alfred Böhm launige Kommentare aus der Bevölkerung über jahrelange Baustellen und Bauarbeiten zu einem Sketch verarbeitet. Wolfgang Ambros, Manfred Tauchen und Joesi Prokopetz haben den Öffis ein musikalisches Denkmal gesetzt – mit dem Hörbild Schaffnerlos (1978). Die Öffis sind für die Wiener schon immer von Bedeutung. Seitdem es Bim, Bus und U-Bahn gibt, werden sie geliebt, eifrig benützt – aber auch heftig kritisiert.
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R: Kurt Mündl... Um gleich die Alltagsfrage zu klären, ob Hummeln stechen können: Ja, können sie, und wenn es sein muss, tun sie es auch. Überhaupt haben die behäbigen Brummer viel mit ihren nächsten Verwandten, den Bienen, gemeinsam. Kurt Mündl zeigt, wie sie Blüten bestäuben und Honig produzieren.
02:50
R: Kurt Mündl... Weltweit gibt es etwa 2200 Arten von Gottesanbeterinnen. Das Insekt ist vor allem in den Subtropen und Tropen der Alten und Neuen Welt zu finden und gehört zur Gattung der Fangschrecken. Der Film dringt in die Welt der leibhaftigen Aliens vor und zeigt, wie Gottesanbeterinnen leben, sich fortpflanzen und sterben. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die größten und seltensten Vertreter, darunter viele, die kaum filmisch dokumentiert wurden. Alle Gottesanbeterinnen leben räuberisch und vertilgen auch Tiere, die größer sind als sie selbst, sogar Skorpione sowie kleine Wirbel – und Säugetiere.
03:40
R: Kurt Mündl... Sie schweben über Teichen und Tümpeln, sie bevölkern die Ufer von Flüssen und Bächen: Libellen. Doch die schillernden Flugakrobaten sind in Gefahr. Allein in Europa sind etwa 80 Arten bedroht. Der Film führt mit Makroaufnahmen in die Welt dieser Insekten. Zeitlupen und Computeranimationen verraten, wie Libellen ihre Beute blitzschnell im Flug fangen – und wie sie sich in der Luft paaren. Unterwasseraufnahmen enthüllen die Entwicklung der räuberischen Libellenlarven, Zeitrafferszenen das Schlüpfen des Insekts.
04:25
R: Wolfgang Thaler, Jadwiga Thaler... Sie scheuen das Sonnenlicht, und manche Arten sind sogar blind – doch Termiten sind die genialsten Baumeister der Welt. Sie bevölkern alle Kontinente, ausgenommen die Antarktis. 150 Millionen Jahre ist diese Spezies alt, und über diesen Zeitraum haben Termiten eine faszinierende Sozialstruktur entwickelt, die sie meisterlich Erdburgen, Sand – oder Baumnester bauen lässt. Insgesamt gibt es zirka 2500 verschiedene Termiten-Arten. Lange Zeit galten Termiten bloß als Schädlinge und unsympathische Vettern der Ameisen – doch mit diesen sind sie nicht einmal verwandt. Die Dokumentation Die geheime Welt der Termiten zeigt, welche intelligenten Lösungen diese Tiere gefunden haben, um zu einer der erfolgreichsten Spezies in der Evolutionsgeschichte zu werden: Sie sind hervorragende Baumeister, perfekte Straßenbauer, bestens organisierte Erntearbeiter und vor allem effiziente Energieverwerter.
05:10
R: Wolfgang Thaler... Ameisen sind in Wüsten ebenso heimisch wie in den Polarregionen. Sie leben in sozialen Staaten, verabreichen Medizin, betreiben Ackerbau und Weidewirtschaft, führen Kriege und halten Sklaven. Die Masse aller Ameisenarten zusammen übersteigt die Masse der gesamten Menschheit. Software-Entwickler holen sich Tipps bei Ameisenvölkern. Sie leben in einer Welt aus verschlüsselter Kommunikation, blitzschnellen Befehlsketten und geheimen Giftmischungen. Ameisen haben gigantische Körperkräfte. Sie sind seit Millionen Jahren allgegenwärtig auf der Erde. Und doch erscheint uns keine Lebensform fremdartiger. Der Filmemacher Wolfgang Thaler und der Biologe Bert Hölldobler erforschten gemeinsam die geheimnisvolle Welt der sozialen Insekten. Dabei gelang es ihnen, seltene Momente und Ameisenarten mit der Kamera festzuhalten: Etwa die Camponotus schmitzi aus Borneo, die als einzige Ameise der Welt schwimmen und tauchen kann. Bevorzugt tut sie das im Inneren einer fleischfressenden Kannenpflanze, wo sie nie lange auf Beute warten muss. Sensationelle Bilder gelangen Wolfgang Thaler auch in Argentinien, wo Wissenschaftler den Bau einer riesigen Kolonie von Grasschneiderameisen freilegten. Sie fanden ein über 50 Quadratmeter verzweigtes, gigantisches System von unterirdischen Gängen, Pilzgärten, Brutkammern und Komposthöhlen, das acht Meter tief in die Erde reichte. Der weltweit führende Ameisenexperte Bert Hölldobler, Professor an der Universität Würzburg, öffnete für diese Dokumentation auch erstmals sein Labor. Dort werden Ameisen auf Laufbändern, in Klimakammern und Zentrifugen auf ihre unglaubliche Leistungsfähigkeit getestet. Manche dieser sechsbeinigen Spitzenathleten können ein Mehrfaches ihres Körpergewichts halten, während sie kopfüber von der Decke hängen. Zusätzlich zu ihren titanenhaften Körperkräften haben Ameisen noch eine weitere unschlagbare Fähigkeit: Sie können so effizient zusammenarbeiten wie keine anderen Wesen auf der Welt. Spezialisierung und Arbeitsteilung, superflexible Methoden der Selbstorganisation und Kommunikationssignale, die ohne Verzögerung alle Mitglieder einer Kolonie erreichen – solche Fähigkeiten interessieren nicht nur Biologen, sondern auch Kybernetiker und Wirtschaftswissenschafter.